
Das Ende des Tagebaus im Rheinischen Braunkohlerevier hat auch Folgen für den Breitensport in der Region. Beispiel Frimmersdorf: Wegen der langfristig geplanten Flutungen großer Abbauflächen sind die bisher dort bestehenden Sportstätten nicht mehr nutzbar. Der Rat der Stadt Grevenbroich entschied sich daher für einen Umbau der in die Jahre gekommenen Sportstätte in Neurath zu einer modernen und zukunftsfähigen Sportanlage. Sie wurde nach insgesamt vierjähriger Planungs- und Bauzeit am Samstag offiziell eröffnet. Der Termin war auch als Jubiläumsveranstaltung für die SG Frimmersdorf/Neurath gewählt worden, die in diesem Jahr ihr 102-jähriges Bestehen feiert.
Für Markus Rinkert, den Geschäftsführer des Sportvereins, waren der Abschluss der Baumaßnahmen und die jetzt vollzogene Inbetriebnahme der neuen Anlage ein besonderes Ereignis. In der Sporthalle aufgestellte Pokale weisen darauf hin: „In meinem Geburtsjahr 1973 war der Verein gerade in die Bezirksliga aufgestiegen und gewann direkt den Kreispokal gegen die haushohen Favoriten Neuss.“
Zusammen mit Vereinschef Daniel Rinkert (er ist der Bruder des Geschäftsführers und auch als Bundestagsabgeordneter bekannt) eröffnete der Grevenbroicher Bürgermeister Klaus Krützen die neue Sportstätte. Auch er gratulierte dem Verein zum nachträglich gefeierten Jubiläum: „Ein Vereinsjubiläum lebt von der Geschichte, und eine neue Sportanlage ist ein starkes Zeichen für die Zukunft.“
Die lange Bauzeit sei Verzögerungen geschuldet, die unter anderem wegen notwendiger Schadstoff- und Betonsanierungen anfielen. Der Bürgermeister zeigte sich aber mit dem Resultat sehr zufrieden: „Jetzt kann man sehen, dass sich Geduld und Durchhaltevermögen gelohnt haben. Entstanden ist hier eine moderne und zukunftsfähige Sportanlage für Frimmersdorf und Neurath“, sagte Krützen: „Der Naturrasenplatz wurde in einen Kunstrasenplatz auf aktuellem technischen Standard umgewandelt. Hinzu kommen eine LED-Flutlichtanlage, Ballfangzäune, eine Laufbahn und eine Weitsprunganlage.“
Gleichzeitig wurde auch das bisherige Gebäude umfassend saniert. Ein ehemaliges Lehrschwimmbecken wurde zu Umkleide- und Sanitärräumen umgebaut, und im Bestandsobjekt findet man jetzt neue Mehrzweckräume. Bestandteil der Sanierung war auch eine energetische Neuausrichtung und Barrierefreiheit. Der Bürgermeister freute sich besonders über neue Vereinsräume, da es in der Region kaum noch klassische Gaststätten gebe: „Diese Sportstätte ist auch ein Ort für Vereinsleben, für Begegnungen und für Gemeinschaft. Sie schafft bessere Bedingungen für den Nachwuchssport, den Breitensport wie für inklusive und integrative Angebote.“
Klaus Krützen wies bei der Eröffnung auf ein Roll-up hin, wo die Schwerpunkte des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ sichtbar waren. Die neue Sportanlage profitierte hier mit 1,45 Millionen Euro, die Gesamtinvestition wird mit rund 5,6 Millionen Euro angegeben. Krützen: „Mein ausdrücklicher Dank gilt dem Fördermittelgeber des Bundes, also dem Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Auch dem Projektträger Jülich, der für die Abwicklung der Fördermittel zuständig war.“
Das Nutzungskonzept für die neue Anlage sei „nicht im stillen Kämmerlein“ entstanden, so der Bürgermeister. „Es wurde gemeinsam mit Sportvereinen, Bürgerschützen, Bürgerverein und Grundschule entwickelt.“ Bei Gesprächen am Eröffnungstag zeigte sich allgemein eine große Zufriedenheit darüber, dass eine langjährig bewährte und gut erreichbare Sportstätte weiter nutzbar sein wird.
Die ersten Nutzer der Anlage, die auch mit einem umfangreichen gastronomischen Angebot aufwartete, waren die Spielerinnen und Spieler der F-Jugend, die zusammen mit Vereinen aus Vorst, Norf und Rommerskirchen ein Kinderfestival organisierten. Anschließend spielte die E-Jugend des Vereins in einem Meisterschaftsspiel gegen Rosellen III. Nach einem Zwischenauftritt der Bambinis der SG Frimmersdorf/Neurath und der Spielvereinigung Gustorf/Gindorf II folgte als Abschluss ein Meisterschaftsspiel der ersten Mannschaft gegen den VDS Nievenheim III.