Last-Minute-Punkt für den Tabellenführer

18. Spieltag: SC Eilbek II – Hamburg Hurricanes 3:3 (0:1)

Tore satt gab es zuletzt beim SC Eilbek II, sieben Treffer in der Vorwoche beim Spiel gegen VfL 93, acht Jubelposen setzte es in Osterbek und auch im Spiel gegen den Tabellenführer Hamburg Hurricanes sollten die Zuschauer auf ihre Kosten kommen. Im Defensivbereich musste Torgau aufgrund der Sperren (Rubin, Helm) und Erkrankungen (Hagemann) umbauen, Hansen, T. Dahms, Chuleck und Dittrich rückten neu in die erste Elf. Die Hamburg Hurricanes hatten ihren Platz an der Sonne für einige Stunden abgeben müssen, da am Freitag Abend der VfL 93 über die UH-Adler II triumphierte und nun von oben grüßte.

Eilbek war gewillt den Angstgegner von der Tabellenspitze zu stürzen, ein intensives und köprerbetontes Spiel wurde erwartet und genau das wurde es auch. Einige technische Ungenauigkeiten vor allem im letzten Spieldrittel gab es hüben wie drüben, im eigenen Ballbesitz agierte Eilbek zu ungeduldig, hatte zu wenig Tempo im Spiel und spielte sich immer wieder auf den Außenverteidigerpositionen fest. Große Gefahr ging von den Hurricanes ebenfalls nicht aus, auch wenn Eilbeks Innenverteidiger gegen den physisch starken Mpiriirwe absolute Schwerstarbeit zu verrichten hatten.

Die Führung der Gäste nach etwas mehr als einer halben Stunde gelang unter gütiger Mithilfe von Eilbeks Keeper Sechting, der eine Freistoßflanke unterlief und so konnte Juan Arteche Adrados ins verwaiste Tor einköpfen. Wie schon in der Vorwoche rannte der SCE einem Rückstand hinterher und bis zur Pause gab es nur einen nennenswerten Torabschluss von Marc Henning, den Stewart sicher festhalten konnte. Dies war auch notwendig, denn Dittrich stand für den Abstauber am langen Pfosten parat. Schon vor der Pause musste Eilbek verletzungsbedingt wechseln, Cordes-Gebken musste mit einer Knieverletzung den Platz verlassen, Bruchhäuser kam für den Mittelfeldspieler in die Partie, so dass der bisherige Rechtsverteidiger Hansen nach vorne schob.

Mit deutlich mehr Elan kam Eilbek aus der Pause heraus und hatte nach schöner Kombination über das linke Halbfeld die erste Chance durch Feldmeier, der ebenfalls an Stewart scheiterte. Die Hausherren eroberten die Bälle nun deutlich früher, hatten mehr Schärfe im Spielaufbau und waren im zweiten Abschnitt die tonangebende Mannschaft. Hochverdient war daher der Ausgleichstreffer nach einer Stunde Spielzeit, Hansen konnte nach Balleroberung im Mittelfeld das Tempo auf rechts anziehen, brachte eine scharfe Musterflanke ins Zentrum, wo Marc Henning nur noch mit dem linken Fuß ins Tor abtropfen musste.

Das zwischenzeitliche 1:1 währte aber nicht lange, denn mit einer der wenigen Angriffe im zweiten Abschnitt gingen die Gäste nur vier Minuten später erneut in Führung. Über die rechten Seite spielten sich die Hurricanes mit einem Doppelpass an die Grundlinie, die Hereingabe drückte Mpiriirwe zur zweiten Führung des Tabellenführers über die Linie. Eilbek erspielte sich in der Folge trotz des Rückschlags Hochkaräter, Feldmeiers Ablage auf Köpke zielte der Mittelstürmer aus 13 Metern denkbar knapp am linken Pfosten vorbei, wenig später geriet er nach Flanke von Hansen zu sehr in Rücklage und schoss aus ähnlicher Position auf das Vordach des Bunkers.

Die Zeit verstrich mehr und mehr und Eilbeks Bank reagierte und brachte mit Klanke und Ahadi zwei Offensiv-Youngsters und stellte nunmehr auf Dreierkette um. Vier Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit belohnte Ahadi den Eilbeker Sturmlauf mit einem spektakulären Fallrückzieher-Treffer aus sieben Metern ins lange Eck. Dies war erst der Beginn einer fulminanten Schlussphase an der Fichtestraße, denn nur zwei Zeigerumdrehungen später lag der SCE in Front und wieder war ein Joker an der Aktion beteiligt. Der agile Klanke brachte eine Freistoßflanke aus dem Halbfeld in die gefährliche Zone, wo Henning sein Torjäger-Gen spielen ließ und aus sechs Metern das 3:2 erzielte. Schiedsrichter Röschke zeigte derweil eine Minute Extra-Zeit an und ein allerletzter Hurricanes-Angriff rollte auf das Eilbeker Tor und erneut war es Mpiriirwe, der in der zweiten Minute der Nachspielzeit goldrichtig stand und seine Farben zum Jubeln brachte. Ein eigentlich harmloser, aber abgefälschter Torschuss landete in den Füßen des Mannes aus Uganda, der aus stark abseitsverdächtiger Position das 3:3 erzielte.

Die Partie wurde nach dem Treffer nicht mehr angepfiffen, beide Teams wirkten ob des Spielverlaufs enttäuscht, vor allem beim SCE gab es lange Gesichter. Wie schon im Heimspiel gegen TuRa Harksheide kostete ein Treffer in der Nachspielzeit zwei Punkte und so bleiben die Giraffen auf Tabellenplatz 7 hängen. Für die Hamburg Hurricanes reichte der Punktgewinn aus, um sich wieder auf Platz 1 zu schieben.

Aufstellung:

Marcel Sechting – Haakon Hansen, Tristan Dahms, Sören Sager, Raphael Chuleck (80. Yassin Ahadi) – Florian Dittrich (72. Adrian Klanke), David Feldmeier, Dennis Dahms, Malte Cordes-Gebken (41. Marius Bruchhäuser) – Marc Henning, Jonas Köpke

Tore:

0:1 Juan Arteche Adrados (33., Kopfball)

1:1 Marc Henning (60., Linksschuss, Hansen)

1:2 Moses Mpiriirwe (64., Rechtsschuss)

2:2 Yassin Ahadi (86., Rechtsschuss, Hansen)

3:2 Marc Henning (88., Rechtsschuss, Klanke)

3:3 Moses Mpiriirwe (90.+2, Rechtsschuss)

Gelbe Karten:

Henning, D. Dahms – Fernandez Pena, Savrim

Schiedsrichter:

Reiner Röschke (Note 2,5) – Großzügige Linie und transparent bei der Kartenvergabe. Ob eine Abseitsstellung beim 3:3 vorlag, lässt sich nicht eindeutig klären.

Spielnote: 2,5

Eilbek bot zwar fußballerisch schon deutlich hochwertige Spiele, ein packendes Finish sorgte für Spannung.

Aufrufe: 025.11.2019, 12:02 Uhr
Klaus Pablo TorgauAutor

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