
Es ist das mit Spannung erwartete Gipfeltreffen des 14. Spieltags in der Kreisklasse Straubing: Der punktgleiche Tabellenzweite RSV Ittling empfängt Spitzenreiter SV Prackenbach. Beide Teams stehen mit 25 Zählern ganz oben, nur das Torverhältnis spricht derzeit für die Gäste (41:20 gegenüber 29:17). Das Duell der beiden Kontrahenten vom Saisonbeginn wird damit zum echten Gradmesser im Titelrennen.
Für den RSV Ittling war das Hinspiel zum Saisonauftakt eine Art Lehrstunde, aus der man viel mitgenommen hat. Trainer Benjamin Gürster erinnert sich: „Das Hinspiel war für uns der Start in die Kreisklasse und das nach einer kurzen Vorbereitung. Da waren wir noch zu grün, nervös und zu zaghaft. Ein 1:1 Unentschieden wäre aber eventuell drin gewesen aber am Ende bekommen wir noch einen Traumfreistoß zum 0:2 gedrückt.“
Seitdem hat sich der Aufsteiger beachtlich entwickelt. Gürster weiß, dass sein Team inzwischen in der Liga angekommen ist: „Mit unserer Vorrunde und der Punkteausbeute hat so gut wie keiner gerechnet. Wir haben uns aber schnell an die Spielweise und Härte der Gegner gewöhnt.“
Die jüngste 3:4-Niederlage gegen Motzing hat den Ittlingern dennoch einen Dämpfer verpasst – vor allem, weil sie lange wie der sichere Sieger aussahen. „Die erste Halbzeit geht klar an uns, wobei wir es verpasst haben, das dritte Tor zu machen und bekommen kurz darauf das 2:1. Nach der Halbzeit verteilen wir dann zwei Geschenke und bekommen im direkten Gegenzug nach unserem 3:3-Ausgleichstreffer doch noch ein Ei zum 4:3-Endstand – da kam schon einiges zusammen“, so Gürster.
Dennoch überwiegt beim Coach die Vorfreude auf das Topspiel: „Wenn wir es schaffen, konstanter zu werden und die "Rookie-Mistakes" zu reduzieren, können wir auch den Favoriten aus Prackenbach daheim ärgern. Respekt ja – aber Angst müssen wir vor keinem haben.“ Besonders positiv: Mehrere Verletzte kehren rechtzeitig zurück. „Ich denke, es wird ein geiles Duell am Sonntag, wir freuen uns drauf“, so der Coach des RSV.
Der SV Prackenbach reist mit dem Selbstverständnis eines Spitzenreiters an. Das 2:1 gegen den ASV Steinach am vergangenen Wochenende war ein Arbeitssieg, bei dem man vor allem defensiv stabil stand und in den entscheidenden Momenten eiskalt zuschlug. Alexander Holzer und der wiedergenesene Louis Jungwirth trafen, während Keeper Thomas Hofbauer einen Strafstoß parierte.
Der sportliche Leiter Stefan Kuffner blickt zufrieden auf die Entwicklung seines Teams: „Dass sich zwei Mannschaften am ersten Spieltag gegenüberstanden, die bis dato zu den Spitzenteams zählen, konnte man nicht unbedingt vermuten.“ Schon damals sei klar gewesen, dass der RSV Ittling „eine sehr spielstarke und homogene Mannschaft“ sei, die Prackenbach alles abverlangt habe.
Unter Trainer Ivan Milicevic hat sich der SVP taktisch weiterentwickelt und spielt variabler als in den Vorjahren. Kuffner lobt: „Trainer Milicevic hat im taktischen Bereich einiges verändert und kann es den Spielern gut vermitteln. Besonders die jungen Spieler wie Manuel Wolf, David Lex oder Tobi Sobania haben unter ihm einen großen Schritt nach vorne gemacht.“
Auch personell entspannt sich die Lage. Nach einer langen Verletzungspause feierte Luis Jungwirth gegen Steinach sein Comeback – und traf prompt. Dazu sorgt der erst 19-jährige Johannes Wolf mit bereits 14 Saisontreffern weiter für Furore. „Er hat in seiner ersten Herrensaison voll eingeschlagen“, so Kuffner.
Selbst kleinere Rückschläge, wie die Verletzungen von Jonas Früchtl und Elias Gierl, konnten die Mannschaft bislang kompensieren. „Wir mussten teilweise mit einem sehr dünnen Kader zurechtkommen, haben es aber geschafft, das einigermaßen zu kompensieren“, erklärt Kuffner. Mit 41 Treffern stellt Prackenbach die beste Offensive der Liga – und will diese Stärke auch in Ittling unter Beweis stellen.
Die weiteren Spiele des 14. Spieltags: