2026-04-10T07:15:08.667Z

Allgemeines

Spitzenspiel an der Brücke: VfL fordert Cottbus

Reaktion im Aufstiegsrennen gefragt – Tabellenführer gegen Hinrundenmeister

von red · Heute, 11:03 Uhr · 0 Leser
– Foto: Roland Schäfer | #inkogni

Die Nacht vor dem Spitzenspiel ist kurz in Osnabrück. Vor der Bremer Brücke stehen sie schon wieder – Schals um den Hals, Stimmen rau vom Dienstag, als die Serie riss. Und doch liegt etwas in der Luft, das sich nicht vertreiben lässt: dieses Knistern, dieses Versprechen, dass hier gleich wieder etwas Großes passieren kann.

Wenn der VfL Osnabrück am Sonntag den FC Energie Cottbus empfängt, richtet sich der Blick der gesamten Liga in die Hasestadt. Tabellenführer der Rückrunde gegen Hinrundenmeister – ein Spiel, das sich über Wochen aufgebaut hat und nun zum Prüfstein wird.

Für die Lausitzer ist die Ausgangslage dabei fast vertraut. Wie schon im Vorjahr stand die Mannschaft von Claus-Dieter Wollitz lange ganz oben, ehe im Saisonendspurt wichtige Punkte verloren gingen. Dieses Szenario soll sich nicht wiederholen – auch deshalb wurde im Winter personell nachjustiert, unter anderem mit Mladen Cvjetinovic und Tolga Cigerci, der allerdings zuletzt verletzt fehlte.

Auf dem Platz hat sich Cottbus inzwischen klar festgelegt: ein 4-2-3-1-System, getragen von zentralen Figuren wie Marius Funk, Nyamekye Awortwie-Grant und Dominik Pelivan – und vor allem von zwei Offensivspielern, die das Spiel prägen. Erik Engelhardt und Tolcay Cigerci stehen gemeinsam für über die Hälfte aller Tore. Engelhardt allein kommt auf 19 Treffer, zuletzt sogar auf einen Dreierpack gegen 1860 München.

„Cottbus ist wahrscheinlich die offensiv gefährlichste Mannschaft der Liga“, sagt Timo Schultz – und trifft damit den Kern. „Sie haben eine unfassbare individuelle Qualität. Dann tauchen immer wieder die Namen Engelhardt und Cigerci auf – und das vollkommen zu Recht.“

Reaktion gefordert – aber ohne Nervosität

Beim VfL geht es nach der ersten Niederlage des Jahres darum, die richtige Antwort zu finden. Das 0:1 beim MSV Duisburg hat die Serie gestoppt – nicht aber das Selbstverständnis. Die Ausgangsposition bleibt komfortabel: Mit einem Sieg könnten die Lila-Weißen den Vorsprung auf sieben Punkte ausbauen, bei einer Niederlage würde Cottbus bis auf einen Zähler heranrücken.

Dass der VfL offensiv breiter aufgestellt ist als der Konkurrent, zeigt ein Blick auf die Zahlen: 15 verschiedene Torschützen sprechen für Variabilität – im Gegensatz zu Cottbus, wo vieles über zwei Namen läuft.

Einer, der diese Breite verkörpert, ist Ismail Badjie. Der Flügelspieler könnte auch diesmal eine entscheidende Rolle spielen. Im Hinspiel traf er nach seiner Einwechslung zum Sieg – und erinnert sich: „Wir haben schon gezeigt, dass wir Cottbus schlagen können. Cottbus hat viele Spieler mit individuellen Qualitäten, und das gilt es zu knacken.“

Trotz der Bedeutung des Spiels wirkt die Mannschaft bemerkenswert gelassen. „Es ist keine Anspannung zu spüren“, sagt Badjie. „Wir sind alle locker drauf, wie in den Spielen zuvor auch.“

Klare Ansagen auf beiden Seiten

Während Schultz den Respekt vor der Offensivkraft des Gegners betont, wählt sein Gegenüber bewusst eine andere Tonlage. Claus-Dieter Wollitz stilisiert seine Mannschaft zum Außenseiter – und setzt auf Trotz: „Wir werden nicht passiv werden. Wir sind eine aktive Mannschaft. Wir haben nichts zu verlieren und können nur gewinnen.“

Eine Kampfansage, die das ohnehin aufgeladene Duell weiter schärft.

Personell muss der VfL den Ausfall von Robin Fabinski verkraften, der sich in Duisburg am Sprunggelenk verletzte. Auf Cottbuser Seite könnten Tolga Cigerci und Leon Guwara fehlen, beide sind noch nicht bei voller Fitness.

Wenn am Sonntag der Anpfiff ertönt, wird all das zur Nebensache. Dann geht es nur noch um dieses Spiel – um Tempo, Zweikämpfe, Momente. Und um die Frage, ob der VfL an der Bremer Brücke sofort wieder in seinen Rhythmus findet.