2026-03-13T07:45:35.464Z

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Spitzenspiel an der Bremer Brücke

VfL Osnabrück will gegen Waldhof Mannheim den vierten Heimsieg in Folge

von red · Gestern, 17:41 Uhr · 0 Leser
– Foto: Pressefoto-Bildredaktion Eibne

Der VfL Osnabrück empfängt am Samstag den SV Waldhof Mannheim an der Bremer Brücke. Anstoß der Partie ist um 14:00 Uhr. Nach der erfolgreichen englischen Woche wollen die Lila-Weißen ihre Serie fortsetzen und den vierten Heimsieg in Folge feiern.

Die Ausgangslage ist klar: Während der VfL Osnabrück weiterhin ungeschlagen durch die Rückrunde marschiert und sich im Aufstiegsrennen festgesetzt hat, bewegt sich der SV Waldhof Mannheim im gesicherten Mittelfeld der Tabelle. Mit 42 Punkten rangieren die „Buwe“ aktuell auf Platz neun und können ohne großen Druck in den Saisonendspurt gehen.

Mannheim mit Veränderungen im Winter

Personell hat sich beim Waldhof im Winter einiges getan. Vier Neuzugänge verstärkten den Kader von Trainer Luc Holtz. Neben den Leihspielern Sanoussy Ba (Eintracht Braunschweig) und Oluwaseun Ogbemudia (Union Berlin) verpflichteten die Mannheimer auch Lovis Bierschenk sowie Vincent Thill. Besonders Ogbemudia und Ba rückten sofort in den Fokus – letzterer verpasste seit seiner Ankunft sogar keine einzige Spielminute.

Auf der anderen Seite sorgte vor allem der Wechsel von Kennedy Okpala für Aufmerksamkeit. Der Offensivspieler hatte in der Hinrunde sieben Tore und drei Vorlagen gesammelt, ehe er zum SC Paderborn wechselte. Auch Innenverteidiger Malte Karbstein verließ den Klub und schloss sich Jahn Regensburg an. Seit August 2025 steht mit Luc Holtz ein neuer Trainer an der Seitenlinie. Der Luxemburger übernahm nach der frühen Trennung von Dominik Glawogger und kann eine respektable Bilanz vorweisen. In 28 Pflichtspielen unter seiner Leitung gelangen 15 Siege.

Taktisch zeigt sich Holtz flexibel. Mannheim variiert zwischen Dreier- und Viererkette, setzt offensiv aber meist auf eine klare Sturmspitze. Diese Rolle teilen sich Felix Lohkemper und Terrence Boyd. Boyd wird am Samstag allerdings wegen einer Rotsperre fehlen. Damit dürfte Lohkemper erneut im Fokus stehen. Der 31-Jährige führt mit 13 Treffern die interne Torjägerliste an und ist aus Osnabrücker Sicht ein besonders unangenehmer Gegner. Kein aktiver Drittligaspieler traf häufiger gegen den VfL als Lohkemper.

Offensiv ähnlich stark – defensiv klare Unterschiede

Im Hinspiel zeigte sich bereits, wie gefährlich die Mannheimer sein können. Zwar ging Waldhof damals durch Lohkemper in Führung, doch nach der Pause drehte der VfL auf und gewann deutlich mit 4:1. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass beide Mannschaften offensiv auf Augenhöhe agieren. Beide Teams gaben bislang 390 Torschüsse ab. Mannheim erzielte daraus 46 Treffer, Osnabrück 45.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Defensive. Während der SV Waldhof bereits 49 Gegentore kassierte und seit 13 Spielen ohne Zu-Null-Partie ist, stellt der VfL mit 25 Gegentreffern weiterhin eine der stabilsten Abwehrreihen der Liga. In der Rückrunde kassierte die Mannschaft von Timo Schultz bislang sogar nur vier Tore. Zuletzt unterstrichen die Osnabrücker diese Stabilität mit zwei 2:0-Erfolgen gegen Viktoria Köln und Jahn Regensburg.

Kehl und Ferati als kreative Köpfe

Im Offensivspiel setzen beide Teams stark auf ihre kreativen Mittelfeldspieler. Beim VfL ist Lars Kehl einer der wichtigsten Impulsgeber. Der 23-Jährige kreierte bislang 63 Torchancen, der sechstbeste Wert der Liga. Gegen Mannheim war Kehl bislang besonders effektiv: In drei Spielen sammelte er vier Torbeteiligungen. Beim Waldhof übernimmt diese Rolle Arianit Ferati. Der 28-Jährige bereitete bereits acht Treffer vor und kommt auf 60 herausgespielte Chancen. Sein Einsatz am Samstag ist allerdings noch fraglich.

Schultz: „Wir können hier eine Macht sein“

VfL-Trainer Timo Schultz erwartet trotz der tabellarischen Situation einen gefährlichen Gegner. „Allein die Tatsache, dass sie dreizehn Spiele gewonnen und zwölf verloren haben, sagt schon sehr viel aus“, erklärte der 48-Jährige. „Wenn sie gut drauf sind, gehören sie sicherlich zu den absoluten Topmannschaften der Liga. Aber sie schaffen es nicht immer, das konstant auf den Platz zu bringen.“

Gerade die individuelle Qualität im Mannheimer Kader sieht Schultz als entscheidenden Faktor. „Sie haben viele Spieler, die früher einen Marktwert von acht oder zehn Millionen Euro hatten und teilweise auf der Suche nach ihrer Rolle oder ihrer Form sind.“

Dennoch richtet sich der Fokus klar auf die eigene Stärke. „Wir spielen hier zu Hause an der Bremer Brücke. Wir haben dieses Jahr gezeigt, dass wir hier eine Macht sein können – und auch am Samstag sollen die drei Punkte unbedingt hierbleiben.“

Holtz: „Sie machen aus wenigen Situationen viel“

Auch Mannheims Trainer Luc Holtz sieht im Tabellenführer eine große Herausforderung. „Wir wissen, dass wir gegen eine sehr gute Mannschaft spielen werden, die nur wenige Tore kassiert“, sagte der Luxemburger vor der Partie. „Wenn man sich ihre Spiele anschaut, sieht man, dass sie aus wenigen Situationen sehr viel machen.“

Trotz der schwierigen Aufgabe reist der Waldhof mit Selbstvertrauen an die Bremer Brücke. „Wir haben durch den Sieg am vergangenen Wochenende eine gewisse Ruhe gewonnen“, erklärte Holtz. „Aber wir wissen auch, wie schwer diese Aufgabe wird.“

Bei den Gästen fehlen Terrence Boyd (Rotsperre), Jascha Brandt (Kreuzbandriss), Lucien Hawryluk (Muskelfaserriss), Sascha Voelcke (Schambeinentzündung) sowie Tim Sechelmann und Adama Diakhaby (Achillessehnenprobleme). Zudem ist der Einsatz von Arianit Ferati fraglich.

Beim VfL Osnabrück kann Timo Schultz erneut aus dem Vollen schöpfen. Der Trainer hat den gesamten Kader zur Verfügung. Vor heimischer Kulisse soll nun der nächste Schritt folgen. Der VfL will seine Serie ausbauen – und im engen Aufstiegsrennen die nächsten Punkte sichern.