
Vor 330 begeisterten Zuschauern krönte sich bei der Turnierpremiere die Auswahlmannschaft Spirit & Friends direkt zum verdienten Turniersieger. Die Mannschaft von Benny Linse überzeugte nicht nur sportlich, sondern lebte auf dem Hallenparkett genau jene Werte, die das Projekt Spirit of Football ausmachen: Fairplay, Respekt, Toleranz, Vielfalt und Zusammenhalt.
Mit technisch starkem, sehenswertem Hallenfußball steigerte sich die bunt zusammengewürfelte Truppe mit Spielern aus Ilmenau, Marbach, Kerspleben, Elgersburg, Geratal sowie Struth-Helmershof von Spiel zu Spiel – und setzte im Finale ein Ausrufezeichen. Der klare 4:0-Finalsieg gegen den FC Erfurt Nord war der sportliche Schlusspunkt eines Turniers, das in Erinnerung bleiben wird.
Der Turnierstart verlief für Spirit & Friends zunächst mühsam. Gegen den FC Zella-Mehlis musste sich die Auswahl zu einem 2:1-Auftaktsieg kämpfen. Doch schon in den folgenden Vorrundenspielen zeigte das Team sein wahres Gesicht: 3:1-Erfolge gegen Erfurt Nord und Geratal sicherten souverän den Gruppensieg. Der FC Erfurt Nord, wie schon 2018 als Wintermeister der Landesklasse 2 angereist, folgte dank des wichtigen Auftaktsiegs gegen Geratal ins Halbfinale. Für Zella-Mehlis blieb es ein gebrauchter Turniertag – ohne Sieg und mit nur einem Tor in der Vorrunde. Die SpVgg Geratal konnte zwar den Kreisoberligisten vom FC Zella-Mehlis mit 2:0 bezwingen, verpasste es jedoch, an die starke Vorjahresleistung (Platz 3) anzuknüpfen. Gegen Erfurt Nord und Spirit & Friends setzte es jeweils 1:3-Niederlagen. Ein echter Lichtblick war jedoch der erst 18-jährige Torhüter Vincent Huck, der mit starken Paraden glänzte und sich verdient in die von den Zuschauern gewählte Magic Five spielte.
In Gruppe A ging es deutlich emotionaler zu. Gleich zum Auftakt lieferten sich der VfL Meiningen 04 und der SV 1921 Walldorf ein torreiches 3:3-Unentschieden. Der VfL glich dabei ein schnelles 0:2 aus, geriet erneut in Rückstand und bewies Moral. Doch insgesamt blieben die Co-Gastgeber, die das Turnier gemeinsam mit FuPa Thüringen organisierten, wie schon im Vorjahr vieles schuldig und scheiterten in der Vorrunde. Immerhin das Prestige-Derby gegen Herpf konnte Meiningen nach Rückstand noch drehen. Tobias Landgraf avancierte mit zwei Treffern zum Matchwinner – hatte seine Emotionen jedoch nicht im Griff und handelte sich zusätzlich Zeitstrafe und Rote Karte ein. Herpf hingegen setzte sich gegen Walldorf und Schweina-Gumpelstadt durch und schaffte erstmals den Sprung ins Halbfinale beim Budenzauber. Walldorf folgte, während Schweina-Gumpelstadt – trotz Sieg gegen Meiningen – ebenso ausschied wie der VfL.
Vor den Halbfinals wartete ein besonderes Highlight: Das TFV-Teqball-Landesfinale feierte seine Premiere im Rahmen des FuPa-Budenzaubers. Die neue Trendsportart weckte großes Interesse auf den Rängen. Im Duell zweier Freunde wurde Elias Petzold seiner Favoritenrolle gerecht und kürte sich mit einem 2-Satz-Sieg gegen Max Zeitz zum Thüringer Landesmeister.
Sportlich ging es anschließend in zwei umkämpfte Halbfinals. Im ersten Duell entschied Santino Weiß die Partie zugunsten von Erfurt Nord, nachdem Alex Ost mit einer starken Einzelaktion das Tor vorbereitet hatte. Trotz Überzahl in den Schlusssekunden gelang Herpf der Ausgleich nicht mehr. Das zweite Halbfinale verlangte dem späteren Turniersieger alles ab. Walldorf hielt lange dagegen, Luis Richter – später ebenfalls Teil der Magic Five – glich zwischenzeitlich aus. Doch Christopher Thurau nutzte eine Freistoßablage von Marcus Finn zum entscheidenden Treffer für Spirit & Friends.
Im kleinen Finale zwischen Walldorf und Herpf kochten die Emotionen schließlich über – leider auch auf den Rängen. Schmähgesänge und unschöne Szenen passten so gar nicht zu einem weihnachtlichen Benefizturnier, das ohne Antritts- oder Preisgelder auskommt und für Zusammenhalt und Miteinander stehen soll. Gerade hier hätte man sich gewünscht, dass sich alle Beteiligten den Werten von Spirit of Football anpassen. Fußball verbindet – Ausgrenzung und Beleidigungen haben hier keinen Platz. Sportlich revanchierte sich Walldorf für die Vorrundenniederlage und sicherte sich Platz drei.
Im Finale jedoch war wieder alles angerichtet für das, was Hallenfußball im besten Sinne ausmacht. Spirit & Friends liefen mit Marc Fernando und David Thorwarth zur Hochform auf – beide ebenfalls Teil der Magic Five – und ließen Erfurt Nord beim 4:0-Finalsieg nicht den Hauch einer Chance. Immerhin stellte der FC Erfurt Nord mit Alexander Ost ebenfalls einen Magic-Five-Spieler. Bei der emotionalen Siegerehrung wurden alle Mannschaften sowie die fünf besten Turnierspieler mit viel Applaus bedacht. So endete der 4. FuPa-Budenzauber mit vielen glücklichen Gesichtern – und ein paar ratlosen Blicken angesichts einiger unbelehrbarer Zuschauer, die den Sinn eines Benefizturniers kurz vor Weihnachten offenbar nicht verstanden haben. Diese dürfen ihr Bier im nächsten Jahr gern zu Hause trinken. Der Fußball jedenfalls hat an diesem 4. Advent gezeigt, welche verbindende Kraft er haben kann – wenn man ihn lässt.
