
Humorlos zog der Hallesche FC am Sonnabend ins Achtelfinale des dachbleche24-Landespokals ein. Beim 13:0-Kantersieg über den Landesligisten SV Germania Roßlau ließ der Regionalligist überhaupt keine Zweifel aufkommen. Sportlich hatten die HFC-Fans an diesem Tag wohl nichts auszusetzen. Für Ärger sorgte allerdings der Austragungsort des Drittrunden-Duells.
Denn gespielt wurde nicht etwa im Elbesportpark des eigentlich gastgebenden SV Germania Roßlau oder im nahegelegenen Dessau, sondern auf dem Sportplatz am Kinderdorf, der Heimstätte des FSV 67 Halle. Den Unmut über den Spielort brachte der HFC-Anhang am Sonnabend nicht nur mit einem großen Banner mit der Aufschrift "Heimrechtbingo FSA!" - gemeint ist der Fußballverband Sachsen-Anhalt - zum Ausdruck, sondern im Vorfeld bereits mit einem offenen Brief gezeichnet vom HFC-Fankurvenrat in Namen der Ultraszene. Die übergeordnete Forderung lautet: "Faszination Landespokal erhalten!"
In dem offenen Brief kritisieren die HFC-Fans vor allem einen Punkt: "Die scheinbar willkürliche Festlegung von Austragungsorten der Pokalpartien, verbunden mit einem immer wieder praktizierten Tausch des Heimrechts." Das trübe zunehmend das Erlebnis des Landespokal, der "sich in der HFC-Familie großer Beliebtheit" erfreue, heißt es: "Die Hintergründe hierfür liegen, wie so oft, im allgegenwärtigen Schrei nach absoluter Sicherheit begründet."

Dabei zeige alleine diese Saison, "wie aberwitzig die Auswüchse im Sachsen-Anhalt-Pokal mittlerweile geworden sind." Immerhin führte der Weg in der zweiten Pokalrunde nicht nach Lüttchendorf zum SV Eintracht, sondern nach Sangerhausen. Dort hatte der HFC schon in der vergangenen Spielzeit das "Auswärtsspiel" gegen den Magdeburger SV Börde bestritten.
Und in der dritten Runde nun führte der Weg eben nicht nach Roßlau oder Dessau, sondern lediglich nach Halle-Neustadt. Weshalb die aktive Fanszene die Frage in den Raum stellt: "Also wo soll die Politik der Verlegung enden? Spielt der HFC demnächst nur noch in den eigenen Stadtgrenzen? Wird aus dem Landespokal eine gefühlte Stadtmeisterschaft?"
Die Tatsache, dass es bei Landespokal-Spielen des Halleschen FC in den vergangenen Jahren immer wieder zu unschönen Zwischenfällen wie im Achtelfinale 2023 beim SSC Weißenfels, nach dem Finale 2023 gegen den FC Einheit Wernigerode oder nach dem Viertelfinale 2024 beim SV Stahl Thale gekommen ist, thematisiert der offene Brief nur am Rande. Einen Lösungsansatz, solche Ausschreitungen zu unterbinden, liefert das Schreiben nicht.
"Natürlich wissen auch wir, dass es immer wieder zu Konflikten kommen kann, was auch die Vergangenheit gezeigt hat. Jedoch gibt es auch genug Beispiele, in welchen es problemlos vonstatten ging", heißt es dazu lediglich.

Nun werde seitens der Gegner und des Verbandes gerne der "bequemste Weg gegangen, um die vermeintliche Sicherheit bewahren zu können", heißt es weiter: "Statt wie früher nach Bismark, Burg, Barleben und Stendal zu reisen, hat man sich leider schon daran gewöhnt, dass es eher nach Sangerhausen, Halberstadt oder nach Halle geht und eben nicht mehr in den Norden des Landes!" Man prangere "diesen sich immer mehr zur Farce entwickelnden Trend an", schreibt der HFC-Anhang und formuliert folgende vier Punkte umfassenden Forderung:
"Für einen Dialog, mit allen Parteien, welcher Lösungen schafft" stünde man bereit, heißt es. "Zurück zu den Wurzeln - für einen Landespokal, der diesem Titel auch gerecht wird! "
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