2024-03-04T12:27:13.471Z

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Nachdem Trainer Markus Ansorge (li.) bereits kurz vor dem Abschied stand, hat sich der VfL Denklingen wieder gefangen. Damit stehen die Chancen für einen Verbleib des Trainers gut.
Nachdem Trainer Markus Ansorge (li.) bereits kurz vor dem Abschied stand, hat sich der VfL Denklingen wieder gefangen. Damit stehen die Chancen für einen Verbleib des Trainers gut. – Foto: Markus Nebl

„Spieler wollen, dass ich bleibe“: Abschied von Markus Ansorge beim VfL Denklingen erstmal vom Tisch

Denklingen will Bezirksliga-Erhalt so früh wie möglich schaffen

Nach einer Leistungssteigerung im Herbst geht der VfL Denklingen ohne Abstiegssorgen in die Winterpause. Trainer Markus Ansorge steht vor der Verlängerung.

Denklingen – Wie entspannt Fußball doch sein kann, wenn nichts zwickt und zwackt, kein Leistungsdruck den Alltag erschwert, zudem das Abstiegsgespenst mittlerweile ein Betretungsverbot der eigenen Sportanlage ausgesprochen bekommen hat. Lange Zeit war die Situation am Buchweg alles andere als rosig. Nach vier Siegen aus sechs Partien blickt der VfL Denklingen mittlerweile aber sehr positiv auf die verbleibenden zwölf Spieltage der Rückserie.

Ein weiteres Jahr in der Bezirksliga Süd ist erheblich wahrscheinlicher als noch vor zwei Monaten. Selbst in der Trainerfrage deutet sich eine Richtungsänderung an. Ursprünglich wähnte sich Markus Ansorge gedanklich auf Abschiedstour. Dementsprechend gab es auch schon den Dialog mit Interessenten aus dem Umkreis. Nach einem intensiven Austausch mit der Vorstandschaft setzte bei Ansorge jedoch ein Umdenken ein. „Sie haben mir das Vertrauen ausgesprochen, und auch die Spieler wollen, dass ich bleibe“, verrät der 56-Jährige. Möglichen Interessenten hat er bereits abgesagt. Theoretisch stünde noch eine einjährige Auszeit zur Debatte. Aber daran glaubt Ansorge inzwischen selbst nicht mehr. „Die Tendenz geht dahin, dass ich weitermache.“

Klassenerhalt Ziel Nummer Eins für Ansorge und den VfL Denklingen

Letztlich ist es für alle Seiten eine gute Lösung. Denklingen und Ansorge, das passt einfach. Zumindest war der sportliche Unbill der beiden vergangenen Jahre nicht auf einen möglichen Verschleiß zwischen Coach und Team zurückzuführen. Erst hemmte eine stattliche Zahl an Verletzungen den bis dato anhaltenden Aufwärtstrend. Zuletzt waren es eher außersportliche Belange in geballter Form. Der eine ist mit dem Hausbau beschäftigt, der andere bekommt Nachwuchs oder ist beruflich stark eingespannt. „Da stehen allesamt Menschen auf den Platz, kommen so viele Faktoren zusammen“, gibt der Trainer zu bedenken. Persönliche Belange solcher Art führen nun mal unweigerlich zu Leistungsschwankungen. Ansorge hätte als Fußballlehrer fraglos das Rüstzeug, in höheren Spielklassen zu arbeiten.

Doch möchte er das überhaupt? Kommenden Sommer geht er beim VfL in seine fünfte Saison, Coronapause inbegriffen in das sechste Jahr. „Da hinterlässt du Wurzeln, entwickeln sich Freundschaften“, betont der Peitinger. Sogar seine Lebensgefährtin stammt aus der Gemeinde. Mit ihr entschwindet Ansorge demnächst für zehn Tage in den Oman. „Sonne, Strand, Abstand vom Fußball“, verhehlt er seine Vorfreude nicht. Das Flugzeug wird sicher abheben, die Denklinger werden es auf keinen Fall tun. Eine kurze Erfolgsstrecke reicht in einer ausgeglichenen Spielklasse, wie die Bezirksliga Süd sie diesmal ist, längst nicht aus. „Es kommen noch brutale Spiele, wir wollen die 40 Punkte“, stellt Ansorge klar. Doch ist die Zuversicht eine ganz andere als jene nach zehn Spieltagen. „Wir brauchen noch vier oder fünf Siege, und die schaffen wir auch“, versichert der Coach.

Neuverpflichtungen im Winter geplant

Möglicherweise gehört dann der ein oder andere Neuzugang aus der Region dem Kader an. Man sei in Gesprächen mit einigen Kandidaten, die andernorts nicht mehr richtig zufrieden sind. Dies wolle man „proaktiv ansprechen“ und danach entsprechend entscheiden. Es wären Investitionen in die Quantität des Kaders. Freilich auch mit Blick auf die Kreuzbandverletzung von Backup-Keeper Simon Sporer. „Wenn dem Seifi (Manuel Seifert, Anm. d. Red.) etwas passiert, würde es eng werden“, verdeutlicht Ansorge, der ungeachtet möglicher neuer Gesichter auf Verstärkung des Kaders hofft. Kehren nämlich Michael Stahl und Tobias Ried rechtzeitig zur Vorbereitung, in der „wir sehr hart trainieren werden“, zurück, bedeutet das für den Coach „praktisch zwei Neuzugänge mit extremer Qualität“. (Oliver Rabuser)

Aufrufe: 07.12.2023, 09:20 Uhr
Oliver RabuserAutor