Einige Gelbe Karten zeigte der Schiedsrichter in Eschfeld, aber überwiegend wegen Foulspiels.
Einige Gelbe Karten zeigte der Schiedsrichter in Eschfeld, aber überwiegend wegen Foulspiels. – Foto: Volkhard Patten

Spielabbruch in der 88. Minute - was nun?

Kreisliga B II: Schiedsrichter beendet Partie in Eschfeld kurz vor Schluss. Warum die Trainer beider Teams diese Entscheidung nicht nachvollziehen können.

Ratlosigkeit machte sich am Mittwochabend breit: In der 88. Minute (!) hatte Schiedsrichter Marcel Banz aus Baustert die Partie in der Kreisliga B II zwischen dem FSV Eschfeld und der SG Oberkail/Seinsfeld beim Stande von 3:1 abgebrochen. Die Spieler und Trainer beider Teams wussten nicht so recht, warum. Der Unparteiische wollte am Donnerstag erst einen Sonderbericht verfassen und sich selbst nicht zu den Vorkommnissen in der Westeifel äußern. Laut FuPa-Informationen waren ihm die Diskussionen über seine Entscheidungen offenbar zu viel geworden. Hinzugekommen sein soll auch allzu respektloses Verhalten gegenüber ihm. Auslöser war eine strittige Situation um einen vermeintlichen Eckball für Oberkail.

„Kurz vorher“, berichtet Eschfelds Coach Marco Wallesch, „ist der Schiri zu mir gekommen und gab mir den Hinweis, dass er das Spiel sofort abbreche, wenn noch ein Ton komme“. Bis dahin hatte es auf beiden Seiten je eine Gelb-Rote, auf Eschfelder Seite sieben und auf Oberkailer Seite eine Gelbe Karte – überwiegend wegen Foulspiels – gegeben.

Sowohl Wallesch, wie auch sein Oberkailer Kollege Thomas Mayer sprechen im Nachgang von einer Partie mit einigen Nickligkeiten und Meckereien vor allem untereinander und nicht gegenüber dem Referee. „So was kommt im Fußball zig mal vor“, meint Wallesch. „Nach meiner Wahrnehmung war das alles noch im normalen Rahmen“, stimmt ihm Mayer zu.

Da er vermeintliche verbale Entgleisungen so gut wie gar nicht geahndet habe, ist der Eschfelder Trainer auf dem Standpunkt, dass Marcel Banz nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft habe, um die Begegnung doch noch zu Ende zu bringen. Im Übrigen bescheinigt er dem Unparteiischen bis zum Abbruch eine „sehr gute Leistung“.

Eschfeld hatte die Partie gegen den so stark gestarteten Aufsteiger gedreht, nachdem Pascal Scheidweiler die Gäste mit 1:0 in Führung gebracht hatte (11.). Marc Belling glich aus (24.) und brachte seine Mannschaft dann mit 2:1 in Front (53.). Robin Urfels erhöhte nach einer Stunde auf 3:1.

Anhand des Sonderberichts des Unparteiischen, der dem Kreisspruchkammervorsitzenden Wolfgang Friedrich wohl bis spätestens zum Wochenende zugeht, wird nun geprüft, ob es zu einer Spielwertung oder zu einer Neuansetzung kommt.

In Paragraf 29 der Spielordnung des Fußballverbandes Rheinland ist festgelegt, dass „(…)der Schiedsrichter ein Spiel jederzeit abbrechen (kann), wenn ihm die Fortführung aus wichtigen Gründen nicht zumutbar erscheint. Zum Abbruch eines Spieles soll der Schiedsrichter aber erst dann schreiten, wenn er alle Mittel zur Fortführung eines Spieles erschöpft hat (…)“.

Als Gründe sind unter anderem die „Unmöglichkeit der Durchführung eines geordneten Spieles“ und die „allgemeine Widersetzlichkeit der Spieler“ aufgeführt. Zu den Mitteln eine Partie doch noch fortzusetzen, gehört es etwa, die Spielführer zur Fairness und zum Respekt gegenüber der gegnerischen Mannschaft aufzufordern.

Gelangt die Kreisspruchkammer zur Erkenntnis, dass der Abbruch aus Gründen, die beide Mannschaften nicht zu vertreten haben, erfolgte, kommt es zu einer Neuansetzung. Dieses Szenario erscheint im Falle der Partie in Eschfeld naheliegend zu sein.

Aufrufe: 08.9.2022, 20:07 Uhr
Andreas Arens Autor