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Spielabbruch beim entscheidenden Elfmeter: Absurde Panne im Münchner Pokal

„Doof geschaut“

von Nils Göhring · 08.09.2025, 19:19 Uhr · 0 Leser
Der Ball muss nur reingehen, dann steht Oberföhring in der nächsten Runde des Münchner Kreispokals.
Der Ball muss nur reingehen, dann steht Oberföhring in der nächsten Runde des Münchner Kreispokals. – Foto: Instagram Screenshot

Im Toto-Pokal-Duell zwischen Oberföhring und Zamdorf soll die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen. Doch das Flutlicht raubt den vermeindlichen Sieg.

Oberföhring – „Er muss nur noch treffen, dann haben wir gewonnen“, sagte ein Zuschauer vor dem entscheidenden Elfmeter bei der Partie zwischen den Münchner Kreisligisten FC Rot-Weiss Oberföhring und dem SV Zamdorf 1974. Das Pokal-Duell der beiden Kreisligisten sollte nach einem schon verrückten 4:4 in der regulären Spielzeit seinen Sieger im Elfmeterschießen finden. Doch dann wurde es kurios.

Pokal-Wahnsinn in München: Spielabbruch beim entscheidenden Elfmeter

Denn: Im Elfmeterschießen stand Oberföhring kurz vor dem Einzug in die nächste Runde des Toto-Pokals. Nachdem die Zamdorfer ihren letzten Strafstoß nicht im Tor unterbringen konnten, hatten die Gastgeber einen Matchball. Oberföhring-Verteidiger Fati Hoti legte sich den Ball seelenruhig zurecht, lief an, verzögerte kurz und schloss mit rechts ab – und alles wurde dunkel.

Noch bevor der Schuss auf das Tor fliegt, fällt plötzlich das Flutlicht aus. Es ist nur noch zu hören, wie der Ball in die Maschen fliegt. Als Nächstes folgen laute Proteste von der Oberföhringer Bank. Doch der Elfmeter wird nicht wiederholt. Ohne Beleuchtung kann das Elfmeterschießen nicht fortgesetzt werden. Dem Schiedsrichter bleibt nichts anderes übrig, als die Partie abzubrechen.

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Doch wie kann es passieren, dass plötzlich das Flutlicht ausfällt? Wurde da etwa eine Stromrechnung nicht bezahlt oder stand gar ein Schelm am Lichtschalter? Der FC Rot-Weiß Oberföhring begab sich im Anschluss auf Ursachensuche und fand schnell die Antwort. „Es lag an der Zeitschaltung. Kurz vor der Schussabgabe ist der Zeitschalter ausgegangen“, erklärte Christian Brummer, Trainer des RWO, auf Nachfrage von Fussball Vorort/FuPa Oberbayern.

Der Grund dafür: Auf städtischen Anlagen ist es üblich, dass das Flutlicht ab 22 Uhr automatisch abgeschaltet wird. Durch das Elfmeterschießen zog sich die für 20 Uhr angesetzte Partie ungeplant in die Länge. „Mir war klar, dass das mit der Ansetzung eng wird, aber ausgerechnet dann habe ich doch doof geschaut“, kommentierte der Schiedsrichter den kuriosen Vorfall auf Instagram.

Schiedsrichter-Fehler machte Flutlicht-Zwischenfall erst möglich

Doch damit nicht genug: Zu dem Flutlicht-Eklat hätte es eigentlich gar nicht kommen dürfen. Der Unparteiische hatte das Elfmeterschießen schon vor dem Schuss von Hoti beendet. „Der Schiedsrichter hatte sich verzählt. Er hat einen Elfmeter von Zamdorf, der drinnen war, als verschossen gewertet, weil ein Loch im Netz war. Er dachte, wir wären noch ein Tor weiter vorne und hatte deshalb schon vor dem letzten Schützen abgepfiffen“, sagte Trainer Brummer.

Daraufhin folgten Proteste der Gästemannschaft. „Zamdorf hat sich dann natürlich beschwert. Wir mussten ja erst noch treffen, bevor das Spiel entschieden war“, erklärte Oberföhring-Coach Brummer. Nach minutenlangen Diskussionen kam es dann doch noch zum letzten Elfmeter der Gastgeber. Ohne die lange Verzögerung hätte die Zeitschaltung den Oberföhringern keinen Strich durch die Rechnung gemacht.

Noch ist unklar, wie es jetzt weitergeht. Offiziell gilt die Partie als abgebrochen. Damit müsste sie erneut ausgetragen werden. „Seitens des Sportgerichts wissen wir noch gar nichts. Wir gehen davon aus, dass die Begegnung neu angesetzt wird. Bisher tappen wir aber noch im Dunkeln“, sagte Brummer schmunzelnd. Bei der Neuansetzung wird dann hoffentlich die Zeitschaltung des Flutlichtes berücksichtigt. (ng)