
Hüffelsheim. Irgendwo zwischen Restanspannung, Gelöstheit und Vorfreude schwankt die Stimmung im Vereinsheim der SG Hüffelsheim, als für die Spieler Spätzle-Salat-Teller gereicht werden. Das unangenehm mühsame 3:2 (1:0) gegen Kellerkind SV Morlautern ist der erste Sieg der Verbandsliga-Fußballer seit der Freistellung von Aufstiegstrainer André Weingärtner. Parallel arbeitet die SGH an ihrer Zukunft.
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Der Kader, der kommende Saison unter dem neuen Chefcoach Christian Lüllig den nächsten Schritt in Angriff nehmen wird, ist nahezu komplett. Die aktuelle Mannschaft läuft auf den Felgen ins Ziel. Wieder humpelten zwei Mann verletzt vom Feld, bei Fabian Scheick und Malik Yerima zwickt der hintere Oberschenkel. Andere schleppen sich durch, etwa der spielende Co- und Interimstrainer Tim Müller, dessen Erfahrung und Ballsicherheit in der aktuellen, nervösen Phase Gold wert ist. Taktisch und athletisch bietet die SGH aktuell nicht das Bild eines Aufstiegsaspiranten, als den man sie in der neuen Saison auf dem Zettel haben muss.
Schnelle Führung gibt keine Sicherheit
Dabei hätten zwei Blitzstarts eigentlich Sicherheit und Schwung geben müssen. Nach 80 Sekunden spielten die Hüffelsheimer Tim Reidenbach halblinks vor dem Tor zum 1:0 frei, und ähnlich schnell nach Wiederanpfiff flankte Christian Hahn scharf und flach ins Zentrum, wo Reidenbach auf 2:1 stellte (47.). Nun hielt die anfangs schnell wieder versandete Dynamik länger an. Tim Krafft flanke von der anderen Seite, Simon Scherer drückte die Kugel rein (61.). Zwei weitere Hochkaräter nach genau demselben Strickmuster ließen die Hüffelsheimer aus, ehe der Schwung wieder erlahmte.
Die Pfälzer, denen nach allem, was man hört, ein großer Aderlass bevor steht und die seit Wochen mit Mini-Kader unterwegs sind, wehrten sich beharrlich. Kamron Vaughns 1:1 war mit schönem Steckpass inszeniert (22.), und mit Maximilian Riehmers Kopfballtor nach einer Ecke (72.) sorgte, obgleich den Gästen sichtbar die Kräfte schwanden, für Spannung. Elias Ludwig unterlief beinahe ein Eigentor (85.), und auch Felix Bürgers Alu-Kracher aus der Distanz (90.+6) hätte um ein Haar das 3:3 bedeutet.
Die Weingärtner-Demission hallt nach, in der Mannschaft, auf der Führungsebene. Das, was sich an strukturellen und sportlichen Konturen ankündigt, verspricht allen Grund zum Optimismus. Interimstrainer David Holste, treuer SGHler seit Urzeiten, rettet gemeinsam mit Müller diese Saison ins Ziel. „Wir hätten es frühzeitig entscheiden können“, schnauft der 42-Jährige durch, „am Ende haben wir das Quäntchen Glück gehabt. Das sei uns heute auch mal gegönnt.“
Vergessen war die über weite Strecken fahrige, unansehnliche erste Halbzeit. Holste nennt inhaltliche Defizite, zu schnelles Spiel nach vorne trotz fehlender Positionierung. Am Willen seiner Elf lässt er keinen Zweifel: „Wir hatten keine leichte Woche, die mit dem ein oder anderen Spieler natürlich etwas gemacht hat. Aber wir haben uns da rein gefightet, das muss ich den Jungs hoch anrechnen.“ Viel schlechter als letzte Woche, beim 2:6 gegen Hohenecken, gehe es aber auch nicht. Und das Derby in Waldalgesheim kommenden Samstag sollte ja Motivation genug sein.
SG Hüffelsheim: Becker – Balzer, Ludwig, Hermann, Najda – Scheick (23. Krafft), Müller – Yerima (90. Baier), Reidenbach (78. Lind), Hahn (78. Frisch) – Scherer (89. Keita).