
Der SV Lipsia Eutritzsch hat im Kampf um den Verbleib in der Sachsenliga ein eindrucksvolles Lebenszeichen von sich gegeben. Im absoluten „Endspiel“ des 28. Spieltags bezwang die Mannschaft von Trainer Dirk Havel den direkten Konkurrenten Dresdner SC 1898 nach einer spektakulären Aufholjagd mit 3:2 (0:2). Vor 213 Zuschauern belohnten sich die Leipziger für eine furiose zweite Halbzeit und kletterten durch den Auswärtserfolg vorerst von den direkten Abstiegsrängen auf den zwölften Tabellenplatz.
Dabei deutete im ersten Spielabschnitt nur wenig auf eine Wende hin. Lipsia fand zwar gut in die Begegnung und verbuchte durch Milan Havel die erste Großchance des Spiels, die Effizienz lag jedoch aufseiten der Gastgeber. Robert Roch traf bereits in der achten Spielminute mit dem ersten nennenswerten Abschluss zur Dresdner Führung. In der Folge scheiterten die Eutritzscher wiederholt an ihrer mangelhaften Chancenverwertung, ehe Timon Weigel in der Nachspielzeit der ersten Hälfte (45.+2) sogar auf 2:0 für den DSC erhöhte.
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich eine offene und turbulente Partie. Lipsia hatte in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit das Glück des Tüchtigen, als der Pfosten die Vorentscheidung zugunsten der Dresdner verhinderte. Der Wendepunkt folgte in der 61. Minute: Yuriy Dimitriev erzielte den Anschlusstreffer zum 1:2 und blies damit zur Schlussoffensive. Nur fünf Minuten später zeigte Schiedsrichter Christopher Gentz nach einem Handspiel im Dresdner Strafraum auf den Punkt; Dimitriev blieb cool und verwandelte zum 2:2-Ausgleich (66.). Der psychologische Vorteil lag nun komplett beim Aufsteiger. In der 70. Minute folgte der nächste Strafstoß – diesmal nach einem Foulspiel –, den der eingewechselte Florian Schilling souverän zum viel umjubelten 3:2-Endstand im Tor unterbrachte.
Julius Nitzsche, der Sportliche Leiter des SV Lipsia, zog nach dem Abpfiff ein glückliches Fazit: „Es war ein Spiel mit vielen Chancen auf beiden Seiten. Diesmal endlich mal mit dem glücklichen Ende für uns und dem Big Point, den wir mit nach Hause genommen haben.“ Neben den drei Zählern hob Nitzsche vor allem die mentale Komponente der Energieleistung hervor: „Für die Moral natürlich auch ein ganz wichtiger Sieg nach 0:2-Pausenrückstand.“
In der Tabelle schiebt sich das Feld im Keller extrem eng zusammen. Lipsia steht nun mit 24 Punkten auf Rang zwölf, punktgleich mit dem SV Tapfer 06 Leipzig auf dem ersten Abstiegsplatz (13.), verfügt jedoch über das bessere Torverhältnis. Der Dresdner SC bleibt mit 25 Zählern Elfter. Zwei Spieltage vor dem Saisonende hat sich der SV Lipsia Eutritzsch durch diesen „Sieg der Moral“ wieder eine glänzende Ausgangsposition erarbeitet, um den Klassenerhalt aus eigener Kraft zu sichern.