
Diese Paarung verspricht Tore ohne Ende. Vor nicht einmal anderthalb Jahren duellierten sich die SG 2000 Eschelbach und der TSV Steinsfurt um die Meisterschaft in der Kreisklasse B. Die SG 2000 hatte damals die Nase vorne, doch in der gemeinsamen A-Klassen-Runde gab es nichts zu holen gegen den späteren Doppel-Aufsteiger.
Das Pokalspiel bietet erneut andere Vorzeichen. Steinsfurt ist bescheiden in die Kreisliga gestartet und sucht aufgrund von vielen personellen Ausfällen noch seine Form. Eschelbach hat mit dem 1:0-Sieg in Reichartshausen sowie dem Zweitrundenerfolg im Pokal gegen den Kreisligisten SV Tiefenbach aufhorchen lassen.
"Die Urlaubszeit hat uns extrem getroffen", sagt Ben-Richard Prommer. Der Steinsfurter Spielertrainer wartet daher noch auf den ersten Punktgewinn in der Kreisliga. Man könnte zu dem Schluss kommen, dass der Pokal genau die richtige Abwechslung darstellt. "Das ist in der Tat so", sagt Prommer und ist voller Vorfreude vor der Partie in Eschelbach: "Die letzten Duelle mit Eschelbach waren immer besonders."
Das 4:4 vor knapp anderthalb Jahren vor 500 Zuschauern in Steinsfurt war beste Werbung für den Amateurfußball. Gegen ähnlich viel Spektakel hätte der TSV-Coach nichts einzuwenden, "wobei wir natürlich ins Viertelfinale wollen."
Ein weiteres Duell Kreisliga gegen Kreisklasse A bestreiten Türk Gücü Sinsheim und der TSV Zaisenhausen. Für den Pokalsieger von 2024 ist diese Begegnung ein Muss, zumal TG als klassenhöhere Mannschaft sogar Heimrecht besitzt. Einen Heimrechttausch gibt es nur bei zwei Klassen Unterschied.
Rund zwei Jahrzehnte ist es her, als der FC Berwangen und die SG Kirchardt zwei Aushängeschilder im Sinsheimer Fußball waren. Während sich die SG längst gefangen und zuletzt zwei Spielzeiten wieder Landesliga-Luft schnuppern durfte, ist der FCB bis in die Kreisklasse B abgerutscht, in der er seit mittlerweile 14 Jahren ununterbrochen kickt. Am Donnerstag hätten sich beide Klubs mal wieder im gleichen Wettbewerb gegenüberstehen können. Doch einer will nicht.
"Das ist eine Katastrophe und ärgert uns auch", sagt Denis Schwager. Der Kirchardter Trainer hat wenig Verständnis für die Berwanger Absage und sagt weiter: "Das ist doch ein Derby und das dann abzusagen kann ich nicht verstehen. Bei uns hätten auch fünf Leute gefehlt, aber man bekommt doch immer irgendwie eine Mannschaft zusammen. Für Berwangen wäre das ein Achtelfinale gewesen und ich weiß nicht, wann sie mal wieder so weit kommen."
Statt einer prickelnden Flutlichtatmosphäre und einer sicher ansprechenden Zuschauerzahl, bleibt das Berwanger Sportgelände am Donnerstagabend leer. Für die SG Kirchardt ist es diese Runde kurioserweise schon das zweite Weiterkommen ohne eingreifen zu müssen. In der ersten Pokalrunde verzichtete der TSV Angelbachtal II. "Die Mannschaften sollten sich überlegen, ob es dann überhaupt Sinn ergibt, ein Team im Pokal zu stellen", so Schwager. Der Pokalsieg liegt somit „nur“ noch drei weitere Siege entfernt. Grund genug für den Landesliga-Absteiger viel Leidenschaft darin zu investieren. „Aus unserer Mannschaft hat noch keiner den Sinsheimer Pokal gewonnen, von daher ist das für jeden eine große Chance“, will der 37-Jährige diese Gelegenheit beim Schopfe packen.
Die Fans aus Berwangen und Kirchardt müssen nun noch länger auf ein direktes Duell warten. Mit Ausnahme des Pokalspiels im August 2019, als die damalige Spielgemeinschaft Kirchardt/Grombach 3:1 in Berwangen gewann, liegt das letzte Pflichtspiel mit einer eigenständigen SG beinahe 20 Jahre zurück.
Am 3. März 2007 trennten sich beide 1:1-Unentschieden, nachdem Kirchardt in der Vorrunde 1:0 siegte. Am Ende jener Saison stieg Kirchardt als Kreisliga-Meister in die Landesliga auf. Der letzte Berwanger Derbysieg liegt dagegen fast genau ein Vierteljahrhundert zurück. Ende November 2001 gewann Berwangen mit 3:1 in Kirchardt.
Das erste Pflichtspiel überhaupt gegeneinander bestreiten der TSV Neckarbischofsheim und der TSV Angelbachtal. Dafür kommen beide Klubs diese Saison gleich drei Mal in diesen Genuss eines Aufeinandertreffens, da sie erstmals zusammen in der Kreisklasse A an den Start gehen.
Am Donnerstag ist die Liga aber keinerlei Thema, das große Ziel lautet Viertelfinale und es wäre für jedes der beiden Teams ein riesengroßer Erfolg. Die bisherigen Auftritte lassen auf einen favorisierten Gast aus Angelbachtal schließen, doch die Jungspunde von Trainer Tobias Littig treffen beim TSV auf eine sehr routinierte Truppe rund um deren Spielertrainer Rouven Paulmann. In einem Alles-oder-nichts-Spiel ist das kein unbedeutender Fakt.
Ursprünglich sind alle acht Achtelfinalpartien für diesen Donnerstag angesetzt gewesen. Die Hälfte davon ist jedoch auf einen späteren Zeitpunkt verlegt worden. Somit zieht sich die Runde der letzten 16 über sechs Wochen bis Mitte Oktober hin, ehe das komplette Teilnehmerfeld für das Viertelfinale feststeht.
Die letzten „Nachsitzer“ werden der TSV Ittlingen und die SG Stebbach/Gemmingen sein. Am 15. Oktober treffen beide beim Kreisligisten aufeinander. Ebenfalls lange warten müssen der SV Hilsbach und der VfB Epfenbach, die sich am 8. Oktober gegenüberstehen.
Nicht ganz so lange müssen die Kreisliga-Spitzenteams der SG Waibstadt und des SV Rohrbach/S ausharren. Deren Achtelfinale am 17. September hat etwas von einem vorweggenommenen Finale. Das vierte Duell der Nachzügler bestreiten zwei Absteiger. Am 10. September will der FC Rohrbach a.G. gegen den TSV Dühren seinen Heimvorteil nutzen, um eine Runde weiterzukommen.