
"Spaß hat's nicht gemacht", stellt Club-Trainer Joschka Hobitz nach der 0:1-Niederlage beim FC Ruderting am Karsamstag nüchtern fest. Nicht nur die Erstliga-Reserve des 1. FC Nürnberg verzweifelt am aktuellen Spitzenreiter, sondern scheinbar die komplette Frauen-Bayernliga. Denn wie schon in der Vorwoche hat die Spiller-Truppe ihre nächste (Pflicht-)Aufgabe gelöst, während die Konkurrenz (Niederlagen von Stern München, Würzburger Kickers, Forstern), wenn man sie noch so bezeichnen kann, zum wiederholten Male hat Federn lassen.
Zehn Punkte liegt der FC Ruderting mittlerweile vor Forstern, weitere fünf Zähler dahinter folgen die Würzburger Kickers und Stern München. Zur Orientierung: Im bisherigen Saisonverlauf hat der einzige niederbayerische Vertreter in der Frauen-Bayernliga, der die beste Offensive und die stabilste Defensive der Spielklasse stellt, erst zwei Punkte abgeben müssen. Die Zeichen stehen also auf Meisterschaft und somit Regionalliga-Aufstieg, auch wenn FCR-Managerin Johanna Maier davon (noch) nichts wissen will bzw. die unwirkliche Situation nicht so wirklich einschätzen kann.
"Wir haben in der Rückrunde bisher unsere Hausaufgaben gemacht - die anderen Mannschaften nicht. Es ist aber nicht greifbar, warum...", blickt die 37-Jährige auf den eigenen Start ins Jahr, aber auch auf die ersten Spiele der Verfolger. "Aber wir nehmen das Ganze natürlich gerne an", schiebt sie hinterher. Gut angenommen haben ihre Mädls auch die Gäste aus Mittelfranken. "Nürnberg hat eine junge Mannschaft mit guten Fußballerinnen, denen aber die körperliche Härte noch etwas fehlt. Wir müssen uns den Vorwurf machen, dass wir unsere Möglichkeiten nicht perfekt ausgespielt und vollendet haben."
Am Ende musste dann wieder einmal die Torjägerin vom Dienst her. Gut zehn Zeigerumdrehungen vor Schluss fasste sich die Spielführerin der Rudertinger ein Herz, zog von gut und gerne 25 Metern ab - und drin das Ding. "Wenn du so einen brauchst, macht es die Schwaiberger", sagt Maier zum Goldenen Treffer und schmunzelt.
Wie schon im Hinspiel taten sich Parzhuber, Haider & Co. etwas schwer gegen die Mittelfranken. Das Ergebnis geht aber "in Ordnung", wie Club-Coach Hobitz zugibt. "Ruderting hatte mehr Chancen, mehr Ballbesitz, von daher ist's wohl nicht ganz unverdient. Etwas bitter ist, wie das Tor gefallen ist: Aus 25 Metern in den Winkel." Der Nürnberg-Vertreter stellt fest, dass "auch die fußballerische Anlage" gegen diesen FCR nichts genutzt hätte. Und dann spricht er wieder Worte, die angesichts der Dominanz der Spiller-Truppe von jedem Team der Frauen-Bayernliga kommen könnten: "Ruderting steigt hoffentlich auf..."