2026-05-06T12:44:31.715Z

Pokal

Spätes Drama vom Punkt: Eddersheim verteidigt den Kreispokal

Hessenligist gleicht in der siebten Minute der Nachspielzeit gegen die TuS Hornau noch aus und hat im Elfmeterschießen das bessere Ende für sich

von Philipp Durillo · Gestern, 22:52 Uhr · 0 Leser
Der FC Eddersheim ist erneut Kreispokalsieger, setzte sich dramatisch gegen die TuS Hornau durch.
Der FC Eddersheim ist erneut Kreispokalsieger, setzte sich dramatisch gegen die TuS Hornau durch. – Foto: Tobias Göttner

Hattersheim. Der FC Eddersheim ist zum fünften Mal in Folge Pokalsieger im Main-Taunus-Kreis. Im Endspiel der derzeit besten Teams des Kreises hatte sich der Dauer-Champion gegen Verbandsliga-Spitzenreiter TuS Hornau lange die Zähne ausgebissen, geriet dann eine Viertelstunde vor dem Ende in Rückstand. Doch in der siebten Minute der Nachspielzeit gelang per Elfmeter noch der Ausgleich - ehe der FCE dann im Elfmeterschießen das bessere Ende für sich hatte. Mit dem Sieg qualifiziert sich Eddersheim auch für die erste Runde im Hessenpokal.

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Vor 500 Zuschauern auf dem Hattersheimer Sportplatz - Ausrichter war in diesem Jahr die SG DJK - entwickelte sich zunächst das von vielen erwartete Spiel. Favorit Eddersheim agierte mit mehr Ballbesitz und hatte vor allem in Abschnitt eins mehr Chancen, von denen Demyan Imek und Seok-Min Park und Niklas Voit für den FCE die besten vergaben.

"In der zweiten Halbzeit waren meine Jungs zunehmend müde. Im letzten Drittel tun wir uns dann schwer", sagte Eddersheims Trainer Carsten Weber. Und Hornau nutzte eine seiner wenigen Gelegenheiten zur Führung. Nach einem Eckball von Roan Heller setzte sich Nikola Schulze Solano im Kopfballduell gegen Philipp Velosa durch und köpfte zum 1:0 in die Maschen (75.).

Eddersheim rannte mit dem Mute der Verzweiflung an, holte die "Brechstange" raus, wie es der Trainer beschrieb. Doch die große Chance hatten zunächst die Hornauer: Luca Morlac lief in der 89. Minute frei aufs Eddersheimer Tor zu, zielte jedoch nur an den Innenpfosten und den Nachschuss parierte Torhüter Felix Koob. Somit blieb Eddersheim im Spiel - und es kam, wie es kommen musste. Kurz vor Ablauf der siebenminütigen Nachspielzeit wurde Noah Schmitt im Strafraum zu Fall gebracht. Schiedsrichter Sven Marquardt gab Elfmeter und Patrick Schorr verwandelte zum Ausgleich. "Über das gesamte Spiel betrachtet, war es ein verdienter Sieg für uns", freute sich FCE-Coach Weber.

Emotionen kochen hoch

War die Partie bis dahin friedlich verlaufen, kochten nach Abpfiff kurz die Emotionen auf beiden Seiten hoch. Die Hornauer waren mit der Strafstoß-Entscheidung nicht einverstanden und monierten, dass es vor der Elfmetersituation eigentlich Freistoß für die TuS nach einem Foulspiel an Roan Heller hätte geben müssen. Bankspieler Felix Erbe sah nach einer Bemerkung in Richtung Linienrichter glatt Rot. "Er hat gesagt, dass es lächerlich ist und niemals Elfmeter war", vermisste Andreas Klöckner in diesem Moment das Fingerspitzengefühl beim Unparteiischen.

Ein Kommentar von Eddersheims Trainer Carsten Weber nach Spielschluss sorgte offenbar kurz für eine Rudelbildung beider Teams. "Es war ein klarer Elfmeter für uns, unser Spieler geht vorbei, kriegt ein langes Bein - eindeutig. Ich bin der letzte, der eine Rudelbildung anzetteln will. Vor Hornaus Tor lag deren Spieler auch auf Philipp Velosa drauf - dann muss man den Freistoß vor der Elfmetersituation auch nicht pfeifen. Mich hat die Vehemenz, mit der es Richtung Schiri ging, überrascht. Zumal es vorher mit weniger Intensität und nicht so hitzig zuging wie in den Finals der vergangenen beiden Jahre", sagte Weber.

FCE-Schützen verwandeln sicher

Der sich dann im Elfmeterschießen auf seine Schützen verlassen konnte: Erneut Patrick Schorr, Nils Kohlbacher, Nils Fischer und Demyan Imek verwandelten sicher. Während bei Hornau Jafet Redai gleich im ersten Versuch an einer Parade von Felix Koob scheiterte und der Schuss von Silas Gerstberger an die Latte klatschte. "Wahnsinn, was die Jungs für einen Aufwand betreiben", lobte Weber sein Team - das am Samstag beim SV Hummetroth die Vizemeisterschaft der Hessenliga klarmachen kann (Livestream beim Kurier und Echo Online).

Bei den TuS hofft Klöckner trotz des Rückschlags im Pokal ebenfalls auf Positiv-Effekte für die Liga. Dort geht es für die Hornauer als Verbandsliga-Tabellenführer zum SSC Juno Burg. Neben dem gesperrten Felix Erbe wird dann wohl auch Maxim Andreutti fehlen, der sich eine Muskelverletzung zuzog. "Wir haben Frust, wenn du so ein Finale verlierst und dich veräppelt fühlst, zieht es dich schon runter. Aber es gibt uns vielleicht auch Kraft. Glückwunsch an Eddersheim, es war ein Duell auf Augenhöhe", sagte Andreas Klöckner hinterher.

Hornaus Kapitän Maxim Andreutti musste verletzt vom Platz.
Hornaus Kapitän Maxim Andreutti musste verletzt vom Platz. – Foto: Marcel Lorenz

Fassungslosigkeit bei Hornau nach einer extrem bitteren Niederlage.
Fassungslosigkeit bei Hornau nach einer extrem bitteren Niederlage. – Foto: Marcel Lorenz

Jubel: Der FC Eddersheim hat im Elfmeterschießen das bessere Ende für sich.
Jubel: Der FC Eddersheim hat im Elfmeterschießen das bessere Ende für sich. – Foto: Marcel Lorenz