
Der VfR Aalen hat am 30. Spieltag der Oberliga Baden-Württemberg einen Aufstiegsschritt verpasst, obwohl die Partie in der Nachspielzeit schon gewonnen schien. Gegen den FC 08 Villingen kam der Tabellenführer nach einem dramatischen Verlauf nur zu einem 2:2. Weil der VfR Mannheim parallel verlor, hätte ein Aalener Sieg bereits den Aufstieg in die Regionalliga Südwest bedeutet. So bleibt die Entscheidung vertagt, wohl bis zur kommenden Woche in Neckarsulm.
Viel Aufwand, kein Ertrag vor der Pause
Aalen übernahm früh die Kontrolle und bestimmte die Partie mit viel Ballbesitz. Dennoch waren die klaren Möglichkeiten zunächst auf beiden Seiten verteilt. Villingen setzte mit langen Einwürfen und direkten Angriffen gefährliche Nadelstiche und zwang die Aalener Defensive mehrfach zu Rettungsaktionen. Auf der anderen Seite ließ der VfR seine besten Chancen ungenutzt: Saša Maksimović vergab erst freistehend vor dem leeren Tor, traf später nach schöner Vorarbeit von Yunus Emre Kahriman nur den Pfosten. Kurz vor der Pause folgte dann der Rückschlag, als Gian-Luca Feißt in der 42. Minute das 1:0 für die Gäste erzielte.
Aalen drückt, Villingen hält dagegen
Nach dem Seitenwechsel setzte der VfR den Druck fort. Dean Melo zwang den Villinger Torhüter früh zu einer Parade, später wurde ein Aalener Treffer nach einer umstrittenen Abseitsentscheidung aberkannt. Die Gastgeber erhöhten mit personellen Wechseln das Risiko und kamen zu weiteren guten Gelegenheiten, unter anderem durch Stefan Wächter, dessen Schuss an die Latte ging, und durch einen Freistoß, der am Pfosten landete. Gleichzeitig blieb Villingen in Umschaltsituationen gefährlich und hätte den Vorsprung bei einzelnen Kontern ebenfalls ausbauen können.
Wilde Nachspielzeit
In der Schlussphase drängte Aalen mit aller Macht auf den Ausgleich. Benjamin Kindsvater scheiterte zunächst am Torhüter, dann setzte Michael Schaupp einen freien Kopfball direkt in dessen Arme. In der 90.+4 Minute bekam der VfR nach einem Foul an Kindsvater einen Elfmeter zugesprochen, den Kahriman zum 1:1 verwandelte. Nur zwei Minuten später schien der Abend endgültig zu kippen: Nach einer Ecke köpfte Steffen Kienle in der 90.+7 Minute zum 2:1 ein. Der Rohrwang stand bereits vor dem perfekten Abend.
Später Dämpfer statt großer Entscheidung
Doch die Partie war noch nicht vorbei. In der 90.+11 Minute kam Villingen nach einer Ecke noch zum 2:2 durch Fabio Liserra. Der Ausgleich fiel in einer Szene, die aus Aalener Sicht zudem handverdächtig wirkte. Damit blieb dem VfR nur ein Punkt, obwohl der direkte Aufstieg zwischenzeitlich greifbar gewesen war. In der Tabelle steht Aalen mit 74 Punkten weiter klar an der Spitze, der Vorsprung auf Mannheim bleibt komfortabel. Der große Moment blieb diesmal aus, aber die Ausgangslage ist weiterhin eindeutig: Der Aufstieg ist vertagt, nicht aufgehoben.