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Später Wormatia-Knockout

Wormser Oberligist verliert erstes Ligaspiel in 2025 beim FC Blau-Weiß Karbach +++ Anfällige VfR-Defensive

von Stefan Mannshausen · 23.03.2025, 17:45 Uhr · 0 Leser
Wormatia-Mittelfeldspieler Irfan Catovic (rechts), hier im Heimspiel im Zweikampf mit Leopold Mühlen (SV Morlautern), traf zur Wormser Führung beim FC Karbach. Später musste er dann angeschlagen ausgewechselt werden.	Foto: Christine Dirigo/pakalski-press
Wormatia-Mittelfeldspieler Irfan Catovic (rechts), hier im Heimspiel im Zweikampf mit Leopold Mühlen (SV Morlautern), traf zur Wormser Führung beim FC Karbach. Später musste er dann angeschlagen ausgewechselt werden. Foto: Christine Dirigo/pakalski-press

Emmelshausen. Das Muster des FC Blau-Weiß Karbach war im Oberliga-Duell gegen den VfR Wormatia Worms immer dasselbe: Langer Ball nach vorne, die eigene Kopf- und Zweikampfstärke einsetzen und in Wormser Tornähe für Gefahr sorgen. In der 90. Minute sorgte dieser „Spielzug“ für die drei Punkte der Hausherren und für lange Gesichter bei den Wormaten, die an diesem Nachmittag mit 2:3 (1:1) das Nachsehen hatten. Kurz vor Spielende hatte der angeschlagene Linksverteidiger des VfR, Ajet Grajcevci, das entscheidende Duell auf seiner Seite verloren. Die Hereingabe veredelte Jan Mahrla, der nur noch „seinen Schlappen” hatte hinhalten müssen, zum späten Wormatia-Knockout.

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Prompte Karbach-Antwort auf Wormatia-Führung

„Der Fußball ist komplex”, sagt Wormatia-Trainer Marco Reifenscheidt am Tag nach der Niederlage und meinte damit die vielen Kleinigkeiten, die das ausgeglichene Fußballspiel zugunsten des gegnerischen Teams hatten kippen lassen. Angeschlagene Spieler, Fifty-Fifty-Entscheidungen des Schiedsrichters, der auf der einen Seite eine Gelbe Karte zückt und sie auf der anderen bei ähnlichem Vergehen mal stecken lässt. Oder verpasste Chancen von Stürmer Erijon Shaqiri, der in Durchgang eins zwei hochkarätige Möglichkeiten eben nicht nutzte.

„Das Spiel hatte für uns ein paar bittere Momente”, berichtet Reifenscheidt, dessen Team nach 17 Minuten durch Irfan Catovic in Führung gegangen war. Aus dem Gefühl heraus hatte der Linksfuß den Ball in den Winkel des Karbacher Tores geschossen. Die schnelle Antwort der Karbacher: Ein langer Ball, dazu ein gewonnenes Laufduell und ein ungeschicktes Zweikampfverhalten von Laurenz Graf, ein Elfmeterpfiff des Schiedsrichters inklusive. Aus Sicht von Reifenscheidt ebenso vertretbar, wie die Entscheidung in der 80. Minute, als wiederum Graf nach einer schönen Einzelaktion im Strafraum nach einem Kontakt zu Boden ging und der Referee erneut auf den Punkt zeigte. Blau-Weiß Stürmer Kieran Ike verwandelte seinen Versuch zum Ausgleich souverän (21.). Erijon Shaqiri den seinen auch (81.).

Die Karbacher waren defensiv in das Spiel gegangen, standen tief und hielten robust dagegen. Reifenscheidt sagt: „Bei Karbach hat man gesehen, dass sie im Abstiegskampf stecken. Sie haben sich in jeden Zweikampf und jedes Duell richtig reingeschmissen.” Die Wormser, die auf ihren angeschlagenen Kapitän Sandro Loechelt verzichten mussten, versuchten das Defensiv-Konstrukt der Blau-Weißen in Bewegung zu bringen und den Gegner früh zu pressen. Reifenscheidt bemängelte die Umsetzung dieses Plans, der die Karbacher zwar wie gewünscht zu langen Bällen zwang, die die Wormatia-Defensive aber häufig zu nachlässig verteidigte. „Wer hoch anläuft, muss halt auch gut nachschieben.”

Auch die erste Karbach-Führung resultierte aus einer unzureichenden Defensivarbeit. Ein eigentlich schon geklärter langer Ball landete über Umwege erneut beim Heimteam und in Person beim Doppeltorschützen Kieran Ike – 2:1 (59.). Zu nachlässig, nicht konzentriert bis in die letzte Sekunde der Aktion, nur halbherzig geklärt – da waren sie wieder, die Kleinigkeiten, die eine Partie entscheiden und das einfache Spiel des Fußballs komplex machen.

Nach dem Wormatia-Ausgleich durch Shaqiri galt aus Wormser Sicht die Devise: den einen Punkt mitnehmen. Sie liefen zu diesem Zeitpunkt „auf dem Zahnfleisch“. Der auffällige Irfan Catovic (Knie) musste den Platz nach 72 Minuten verlassen. Auch Ajet Grajcevci (Rücken), Laurenz Graf (dicker Fuß) und Miguel Costa (muskuläre Probleme) waren in den Schlussminuten nicht mehr voll belastbar. Und die Wechseloptionen des VfR waren erschöpft. Reifenscheidt stellte Miguel Costa, eigentlich für die Innenverteidigung eingewechselt, für die Schlussminuten gar in den Sturm – mehr ging bei der Wormser Nummer 15 nicht mehr.

Vier angeschlagene Spieler bei der Wormatia

Auch unter diesem Aspekt sah Reifenscheidt die Schlussminuten seines Teams und den Knockout in der 90. Minute, als Mahrla für eine Gefühlsexplosion bei den Hausherren, bei denen Baller League-Spieler Max Wilschrey durch drei Torbeteiligungen herausstach, sorgte. Vorausgegangen war, na klar, ein langer Ball.