
Im Rückrundenspiel beim SV Ampermoching wartete auf die SpVgg Erdweg eine schwierige Aufgabe. Die Gastgeber möchten weiterhin im Aufstiegsrennen mitmischen und gingen entsprechend motiviert in die Partie. Auf dem Platz entwickelte sich jedoch zunächst ein zähes Spiel mit wenig spielerischer Qualität auf beiden Seiten.
Erdweg hatte in der ersten Halbzeit etwas mehr Ballbesitz und Spielanteile, konnte daraus jedoch kaum gefährliche Torchancen kreieren. Im Spielaufbau unterliefen der SpVgg ungewohnt viele Fehlpässe, wodurch ein strukturierter Angriffsspielaufbau nur selten zustande kam. Ampermoching agierte dagegen eher abwartend, lauerte auf Fehler und versuchte nach Ballgewinnen schnell Richtung Tor zu spielen.
Die beste Gelegenheit der ersten Halbzeit hatte dennoch Erdweg: Niklas Lehmann schickte Benjamin Trinkl mit einem präzisen Pass aus der eigenen Hälfte auf die Reise. Trinkl lief allein auf den Torhüter zu, setzte den Ball jedoch knapp am Pfosten vorbei.
Auf der Gegenseite hatte Ampermoching seine gefährlichste Aktion durch Tugay Karabazar, dessen Abschluss nur an der Latte landete. Zudem gelang Erdweg nach einer sehenswerten Kombination zwar ein Treffer, doch der Schiedsrichter entschied auf Abseits – eine Entscheidung, die aus Erdweger Sicht äußerst fragwürdig erschien. So ging es mit einem insgesamt leistungsgerechten 0:0 in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie deutlich intensiver und emotionaler. Viele harte Zweikämpfe und Nicklichkeiten sorgten für eine zunehmend aufgeheizte Atmosphäre auf dem Platz und auch auf den Rängen.
Der Wendepunkt kam nach einem rüden Foulspiel eines Ampermochinger Spielers, der mit beiden Beinen voraus auf Wadenhöhe in einen Erdweger hineinrutschte. Der Schiedsrichter zeigte folgerichtig die Rote Karte.
Kurz darauf bekam Ampermoching einen Handelfmeter zugesprochen. Der Ball sprang Felbermaier aus kurzer Distanz an den Arm. Während die Erdweger argumentierten, der Arm sei angelegt gewesen und es habe keine aktive Bewegung zum Ball gegeben, entschied der Schiedsrichter auf Strafstoß. Max Rabe verwandelte sicher zur 1:0-Führung für die Gastgeber.
Trotz der hitzigen Atmosphäre ließ sich Erdweg nicht aus der Ruhe bringen. Nur wenige Minuten später gelang der Ausgleich: Nach einer neu einstudierten Eckballvariante kam Benjamin Trinkl am Strafraumrand zum Abschluss und jagte den Ball mit einem wuchtigen Schuss zum 1:1 in die Maschen.
In Überzahl übernahm Erdweg nun zunehmend die Kontrolle über das Spiel. Ampermoching verteidigte leidenschaftlich, während die Partie weiterhin von vielen Emotionen begleitet wurde.
Als vieles bereits auf ein Unentschieden hindeutete, schlug Erdweg in der Schlussphase doch noch zu. Ilgar Can brachte einen Freistoß aus dem Halbfeld scharf in den Strafraum. Kapitän Anton Burghart verlängerte den Ball technisch stark per Kopf, und am langen Pfosten stand Satuk Can goldrichtig. Mit einem präzisen Kopfball erzielte er den viel umjubelten Treffer zum 2:1-Endstand.
Spielerisch war es kein hochklassiges Spiel, dafür aber ein intensives und emotionales Duell. Erdweg bewies Moral, ließ sich von der aufgeheizten Stimmung nicht aus dem Konzept bringen und nutzte seine Chancen im zweiten Durchgang konsequent. Am Ende steht ein hart erkämpfter Auswärtssieg.