
In den Nachholspielen der Bezirksligen in Württemberg liegt über beiden Wettbewerben ein besonderer Zug. In der Bezirksliga Rems/Murr/Hall ging es bereits am heutigen Dienstag rund.
Für VfL Mainhardt war es ein schmerzhaftes Remis. Trotz eines stabilen Auftritts, nahm die SG Oppenweiler/Strümpfelbach einen Zähler im Nachholspiel mit. Durch das Remis übernehmen die Gäste den dritten Rang. Kurz vor der Pause sorgte Fabian Wohlschläger für die Führung der Hausherren. Eine Viertelstunde vor dem Ende gelang SGOS-Torjäger Even Stoppel der 1:1-Ausgleich (74.). Nur vier Minute später traf Mainhardts Vincent Latiano (78.) zur erneuten Führung, doch Stoppel hatte in der Nachspielzeit den wiederholten Ausgleich parat.
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Dieses Nachholspiel trägt die ganze Spannung des Titelkampfs in sich. SV Allmersbach steht mit 63 Punkten auf Rang zwei und hat gegenüber TSV Gaildorf nur zwei Punkte Rückstand – bei einem Spiel weniger. Die Ausgangslage ist also glasklar: Mit einem Sieg würde Allmersbach an die Spitze zurückkehren. Mehr Bedeutung kann ein Nachholspiel im Saisonendspurt kaum haben.
TSV Schmiden geht mit 33 Punkten als Tabellenachter in die Partie und steckt in einer Lage, die keineswegs gemütlich ist. Die Mannschaft braucht weiter Zähler, um nicht noch tiefer in den Abstiegsstrudel gezogen zu werden. Gerade darin liegt die Schärfe dieses Spiels: Allmersbach steht unter Aufstiegsdruck, Schmiden unter Abstiegsdruck. Zwei völlig unterschiedliche Ziele, aber derselbe enorme Zug auf das Ergebnis.
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TSV Trillfingen steht mit 40 Punkten auf Rang elf und bewegt sich damit in einer Zone, die noch nicht frei von Sorgen ist. In einer Liga mit sechs direkten Absteigern und einem zusätzlichen Relegationsplatz ist jedes Polster trügerisch. Ein Heimsieg würde deshalb nicht nur tabellarisch helfen, sondern auch ein Stück Ruhe in eine angespannten Schlussphase bringen.
SV Bubsheim reist mit 46 Punkten als Tabellensiebter an und kann die Saison bislang deutlich entspannter betrachten. Doch auch hier gilt: Ein weiterer Sieg könnte die Mannschaft endgültig ins gesicherte Mittelfeld tragen und nach hinten alle Rechnungen deutlich entschärfen. Dieses Spiel ist deshalb kein großes Glamour-Duell, aber ein sehr wichtiges. Es geht um Abstand, um Sicherheit und um die Frage, wer die letzten Wochen mit besserem Gefühl angehen darf.
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Für FV Rot-Weiß Ebingen 2006 ist die Lage brutal. Mit einem Punkt aus 29 Spielen und 25:123 Toren steht der Aufsteiger am Tabellenende. Jede Partie ist inzwischen ein Kampf gegen die nackte Realität dieser Saison. Gerade ein Nachholspiel zuhause ist dennoch eine Möglichkeit, noch einmal Haltung zu zeigen und sich nicht völlig aufzugeben.
SV Dotternhausen kommt mit 48 Punkten als Tabellensechster und damit aus einer deutlich stabileren Position. Die Gäste dürfen auf einen sehr ordentlichen Saisonendspurt hoffen und können mit einem Sieg ihre Position im oberen Mittelfeld festigen. Die Rollen sind also klar verteilt. Ebingen kämpft um Würde und einen seltenen Lichtblick, Dotternhausen um einen konsequenten Schritt Richtung gesicherter oberer Tabellenhälfte. Solche Spiele wirken oft eindeutig – und tragen doch enormen Druck auf dem Favoriten.
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FC Grosselfingen steht mit 41 Punkten auf Rang neun und befindet sich damit in einer Lage, die zwischen beruhigend und gefährlich schwankt. In dieser Liga reicht ein kleiner Negativlauf, um schnell tiefer hineingezogen zu werden. Genau deshalb besitzt dieses Heimspiel Gewicht. Ein Sieg würde nicht nur Punkte bringen, sondern vor allem Abstand zu den kritischen Plätzen.
SV Winzeln reist mit 46 Punkten als Achter an und liegt damit fünf Zähler vor dem Gastgeber. Die Mannschaft hat eine solide Ausgangslage, aber ebenfalls keinen Anlass, nachzulassen. Auch für Winzeln wäre ein Auswärtserfolg ein wichtiger Schritt, um den Saisonendspurt ohne Abstiegsnervosität zu bestreiten. Das Duell ist damit ein Spiel der Vorsicht und der Reife – zwischen zwei Teams, die sich nicht in falscher Sicherheit wiegen dürfen.