2026-04-03T19:57:16.526Z

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Später Schock im Kellerduell

SG Oldenburg/Göhl gibt Sieg in der Nachspielzeit aus der Hand

von Ismail Yesilyurt · Heute, 21:44 Uhr · 0 Leser
Die SG Oldenburg-Göhl hatte kein Matchglück.
Die SG Oldenburg-Göhl hatte kein Matchglück. – Foto: Ismail Yesilyurt

Mehr Abstiegskampf geht nicht: Im Ostholstein-Derby zwischen der SG Oldenburg/Göhl und dem TSV Gremersdorf flogen zwar nicht die Funken, dafür herrschte am Ende pures Gefühlschaos im Nachholspiel am Donnerstag. Während die Gastgeber zwei sicher geglaubte Punkte in letzter Sekunde verspielten, feierte der Tabellenletzte einen Punkt der Moral.

Es war ein Duell mit dem Rücken zur Wand. Der Tabellenvierzehnte empfing den Fünfzehnten – der nach dem Rückzug von Bordesholm das Schlusslicht der Verbandsliga Ost bildet. Für die Heimelf war ein Sieg im Kampf gegen den Abstieg eigentlich Pflicht. Doch nach 95 Minuten stand ein 1:1-Remisauf der Anzeigetafel, das sich für die Kontrahenten grundverschieden anfühlte – der. Aufsteiger aus Gremersdorf hat sich mit nun nur sechs Punkten auf der Habenseite längst mit der Rückkehr in die Kreisliga angefreundet.

Frühe Führung gibt SG GO scheinbare Sicherheit

Die Partie begann ohne große Derbyhitze, wie SG-Co-Trainer Jens Theuerkauf treffend bemerkte: „Ein Derby, was irgendwie gefühlt kein Derby war, also keine Stimmung so wirklich. Das hatte Freundschaftsspielcharakter hätte ich fast gesagt.“

Sportlich jedoch legte die SG GO gut los. Bereits in der 15. Minute brachte Mattis Markmann die Gastgeber in Führung. In der Folge kontrollierte die Heimelf das Spielgeschehen weitgehend. „Wir sind auch klar überlegen“, stellte Theuerkauf fest, kritisierte aber zugleich die fehlende Konsequenz: „Vielleicht sind wir ein bisschen zu verspielt.“

Gremersdorf hielt mit Einsatz dagegen, verteidigte leidenschaftlich und kam kaum dazu, offensiv die Platzherren auf die Probe zu stellen.

Torwart Finn Bursche hält Gremersdorf im Spiel

Nach der Pause bot sich ein ähnliches Bild: Die SG GO erspielte sich mehrere hochkarätige Chancen, verpasste jedoch die Vorentscheidung. Ein Grund dafür stand im Tor der Gäste. „Finn Bursche macht wahrscheinlich das Spiel seines Lebens“, lobte Theuerkauf den erst 19-jährigen Keeper, „der wirklich alle Eins-gegen-eins-Situationen gewinnt.“

Fabian Mandt (TSV Gremersdorf), noch gesperrt, hatte einen exzellenten Vertreter mit Finn Bursche zwischen den Pfosten.
Fabian Mandt (TSV Gremersdorf), noch gesperrt, hatte einen exzellenten Vertreter mit Finn Bursche zwischen den Pfosten. – Foto: Ismail Yesilyurt

Auch Gremersdorfs Trainer Christian Ippig hob die Leistung seines Schlussmanns hervor: „Er hat einen sehr, sehr großen Anteil an dem Punktgewinn.“

Trotz personeller Probleme – unter anderem durch Sperren, Verletzungen und kurzfristige Ausfälle – zeigte der TSV, der kurzfristig vor dem Anpfiff Stürmer Rune Jaekel durch Merlin Schöning ersetzen musste, große Moral. „Was wir heute an Kampf und auch teilweise spielerisch geliefert haben, war einfach klasse“, sagte Ippig und verteilte ein „Riesenkompliment an die Jungs“.

Dramatische Schlussphase belohnt Gäste

„Die letzten fünf Minuten haben wir noch mal alles nach vorne geworfen“, so Ippig. Die SG GO verpasste es derweil, den Sack zuzumachen – ein Versäumnis, das sich rächen sollte.

In der fünften Minute der Nachspielzeit sorgte ein langer Einwurf von Christian Reise für Chaos im Strafraum. „Dann aus dem Gestocher heraus fällt das 1:1“, beschrieb Theuerkauf die Szene, die Maurice Wagner zum Ausgleich nutzte.

Ippig sprach von einem erlösenden Moment: „Fast mit dem Schlusspfiff haben wir uns dann doch endlich mal belohnt.“

Zwei verlorene Punkte mit Folgen

Während Gremersdorf den Punktgewinn als moralischen Erfolg feierte – „Das ist super für die Moral“,so Ippig –, überwog bei der SG GO die Enttäuschung.

„Letztendlich haben wir uns das selbst zuzuschreiben. Wir machen das 2:0 nicht“, haderte Theuerkauf. Besonders im Hinblick auf die Tabellensituation schmerzt das Remis: „Wenn wir Richtung Relegationsplatz noch etwas hätten erreichen wollen, hätten wir heute drei Punkte holen müssen.“ Ganz so aussichtslos ist die Lage noch nicht. Der Suchsdorfer SV hat zwei Punkte mehr und ein Spiel weniger. Bei acht verbliebenen Partien für die SG machbar, den 13. Platz zu erobern.

Aber die Lage im Tabellenkeller wird mit der enttäuschenden Punkteteilung immer prekärer. „Jetzt wird es natürlich ganz, ganz schwer“, bilanzierte Theuerkauf nüchtern – und fügte mit Blick auf den Abstiegskampf an: „Aber so ist Fußball. Am Ende muss es halt auch diejenigen geben, die dann eben leider absteigen.“ Am Ostersamstag hat die SG Oldenburg/Göhl, die Möglichkeit, im Heimspiel gegen den Tabellenzweiten Heikendorfer SV Bonuspunkte zu holen.