
Der TSV Ebersberg gibt die rote Laterne ab. Doch in der 87. Minute raubt Ampfing den Gastgebern noch zwei wichtige Punkte.
„Vor dem Spiel hätten wir den Punkt unterschrieben, weil ihn uns auch aufgrund der unterschiedlichen Budgets und unterschiedlichen Herangehensweise bei der Kaderzusammenstellung kaum jemand zugetraut hätte“, resümierte Michael Hieber. Ebersbergs Trainer war am Dienstagabend kurz vor Mitternacht hin- und hergerissen, wie er das 1:1 gegen den TSV Ampfing einordnen sollte. Einerseits wurde durch den einen Zähler die rote Laterne abgegeben, andererseits hätte der Spielverlauf auch drei Punkte einbringen können.
„Es war ein sehr intensives Spiel“, so der Eber-Coach. Ampfing spielt unter dem neuen Trainer Slaven Jokic viel kompakter und disziplinierter als in der Vorrunde, zudem operiert das Team aus dem Landkreis Mühldorf aufgrund seiner groß gewachsenen Akteure immer wieder mit langen Bällen. „Wir haben das Spiel gut und leidenschaftlich geführt. Wir haben das mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln ordentlich wegverteidigt“, lobte Hieber.
Aus der Verteidigung heraus entstand in der 63. Minute sogar die eigene Führung. Nach einem Ballgewinn schalteten die Gastgeber schnell um und nach einem Gassenpass war Felix Hoppe allein vor Torhüter Domen Bozjak, den er clever zum 1:0 überlupfte.
„Kämpferisch und von der Mentalität her war es eine gute Leistung, die wir gegen einen Gegner mit so viel monetärer Qualität, der so viele gute Spieler auf den Platz bringen kann, auch benötigten“, spielte Hieber auf die vermeintlich unterschiedlichen Möglichkeiten beider Vereine an.
Einer dieser guten Spieler war es in der 87. Minute, der dem TSV Ebersberg einen ganz heftigen Nackenschlag verpasste: Der ehemalige Regionalligaspieler Alexander Spitzer schlug nach einer der zahlreichen Standardsituationen zu und raubte den Platzherren somit spät zwei Punkte.
„Sie waren sehr wehleidig und wollten viele Standards ziehen. Vom Zeitpunkt her war es etwas unglücklich und bitter“, ärgerte sich der Ebersberger Trainer, der dann aber einordnet. „Über das gesamte Spiel gesehen, ist es schon okay, dass wir einen Punkt mitnehmen.“ Vor dem wichtigen Abstiegsduell am morgigen Freitag in Bruckmühl konnte der Aufsteiger aus der Kreisstadt zumindest das Gefühl mitnehmen, dass er noch in der Lage ist, zu punkten.