
Das Kölner Pokalfinale lieferte das erwartete Duell zweier Mannschaften, die auf eine erfolgreiche Spielzeit zurückblicken können. Der SC Blau-Weiß Köln, der sich nach dem Aufstieg in der abgeschlossenen Landesliga-Saison einen beachtlichen siebten Platz gesichert hatte, traf auf den Fünften der Bezirksliga 1, die SpVg Rheindörfer. Beide Teams hatten im Halbfinale ihre Pflichtaufgaben mit Mühe gegen unterklassige Gegner gelöst – Blau-Weiß mit einem 2:1 beim B-Ligisten SC Ossendorf, die Rheindörfer mit einem 2:0 beim C-Ligisten SV Westhoven-Ensen.
Bereits vor dem Anpfiff der Partie unter der Leitung von Schiedsrichter Nils Leichert herrschte rund um den Platz eine beachtliche Kulisse. „Gerade am Anfang, vor allem beim Warm-up, wurden wir von den Rheindörfern lautstark bejubelt. Um das Feld herum war es unheimlich impulsiv und es war richtig viel los“, beschrieb BW-Trainer Sven Henke die Atmosphäre auf der Anlage des CfB Ford Niehl. Auf dem Feld blendeten die Akteure die Kulisse mit fortlaufender Spieldauer jedoch zunehmend aus: „Aber wenn man dann erst mal im absoluten Spielmodus ist, bekommt man davon gar nicht mehr so viel mit, weil die eigenen Emotionen auf dem Platz einfach zu viel sind.“
Sportlich entwickelte sich von Beginn an ein packender Pokalfight. Der Außenseiter aus dem Kölner Norden hielt diszipliniert dagegen und machte dem Landesligisten das Leben über weite Strecken schwer. Trotz größerer Spielanteile des Landesligisten kamen die Rheindörfer im ersten Durchgang zu den besseren Gelegenheiten. Im zweiten Spielabschnitt ließ Blau-Weiß den Ball besser durch die eigenen Reihen laufen, dennoch blieb die Begegnung lange Zeit völlig offen, da die Rheindörfer-Defensive um Torhüter Maximilian Reuten kaum klare Gelegenheiten zuließ.
Die Erlösung für den Favoriten folgte erst in der 81. Spielminute. Nach einem Steckpass von Simon Blöss auf Niklas Lohrer fand dieser Maik Spiekermann im Rückraum – der ließ sich nicht zwei mal bitten und markierte das viel umjubelte 1:0 für die Blau-Weißen. Tief in der Nachspielzeit, als die Rheindörfer alles riskieren mussten, bot sich den Blau-Weißen der entscheidende Konterraum. In der siebten Minute der Nachspielzeit (90.+7) brach Blöss durch, lief alleine auf den Keeper zu und bediente mustergültig den eingewechselten Jonas Baier, der zum 2:0-Endstand vollstreckte.
Henke zeigte sich nach dem Schlusspfiff sichtlich erleichtert über den dramatischen Ausgang des Endspiels. „Es war bis zu den letzten Minuten wirklich sehr, sehr spannend. Es war ein geiles Finale und ich glaube, es hatte am Ende sowohl für die Zuschauer als auch für uns das bessere Ende“, bilanzierte der Coach glücklich. Auch für das Publikum fand er anerkennende Worte: „Für die Fans war es definitiv ein absolut klasse Spiel zum Gucken.“ Während Blau-Weiß Köln den Pokalsieg feiert, bleibt den Rheindörfern trotz der späten Niederlage der Trost einer starken Pokalsaison.