
Hannover 96 ist mit einer bitteren Niederlage in die Rückrunde gestartet. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit gingen die Niedersachsen nach dem Seitenwechsel verdient in Führung. Doch eine Gelb-Rote Karte leitete die Wende ein: In Überzahl drehte der 1. FC Kaiserslautern die Partie und entschied das Spiel in der Nachspielzeit mit 3:1 für sich.
Cheftrainer Christian Titz setzte zum Jahresauftakt auf drei Veränderungen in der Startelf: Noah Weißhaupt, Bastian Allgeier und Benedikt Pichler rückten für Waniss Taibi, Ime Okon und Benjamin Källman ins Team. Hannover begann engagiert und suchte früh den Weg in den Strafraum. Flanken von Weißhaupt (4.) und Daisuke Yokota (6.) fanden am zweiten Pfosten Pichler, dessen Kopfballabschlüsse jedoch zu wenig Druck entwickelten.
Mit zunehmender Spielzeit kam Kaiserslautern besser in die Partie. Besonders Naatan Skyttä sorgte für Gefahr: Zunächst scheiterte er nach Vorarbeit von Daniel Hanslik im Eins-gegen-Eins an 96-Torwart Nahuel Noll (28.), später zwang er den Keeper mit einem flachen Distanzschuss zu einer starken Parade (32.). Weitere klare Torchancen blieben aus, sodass es torlos in die Pause ging.
Zur zweiten Halbzeit wechselte Titz doppelt: Elias Saad feierte sein Debüt auf dem linken Flügel, Benjamin Källman ersetzte Pichler im Sturm. Hannover blieb zunächst spielbestimmend, ohne zwingend vor das Tor zu kommen. Auch der FCK setzte Akzente, als Mika Haas aus spitzem Winkel Noll zu einer weiteren Glanzparade zwang (62.).
In der 67. Minute belohnte sich 96 schließlich für den Aufwand. Der eingewechselte Waniss Taibi trieb den Ball durchs Mittelfeld, leitete auf Yokota weiter und bekam die Kugel an der Grundlinie zurück. Mit einem Hackenpass legte er für Enzo Leopold auf, der den Ball souverän zur 1:0-Führung einschob.
Die Freude währte jedoch nur kurz. Eine Flanke von der rechten Seite verwertete der eingewechselte Ivan Prtajin per Kopf zum 1:1-Ausgleich (74.). Zwei Minuten später folgte der entscheidende Einschnitt: Taibi, bereits verwarnt, hielt im Mittelfeld seinen Gegenspieler fest und sah Gelb-Rot.
In Überzahl erhöhte Kaiserslautern den Druck. In der Nachspielzeit nutzte Semih Sahin eine unübersichtliche Situation im Strafraum zur 2:1-Führung für den FCK (90.+2). Hannover warf anschließend alles nach vorne, sogar Torwart Noll ging bei einer Ecke mit in den gegnerischen Strafraum. Der Angriff verpuffte – und Skyttä schob den Ball im Gegenzug ins verwaiste Tor zum 3:1-Endstand (90.+5).
Bis zum Platzverweis hatte Hannover 96 die Partie weitgehend unter Kontrolle und war verdient in Führung gegangen. Am Ende standen die Niedersachsen jedoch ohne Punkte da – eine bittere Niederlage, die vor allem durch Unterzahl und späte Gegentore zustande kam.