
Die Erleichterung auf Prammerner Seite nach dem erzwungenen 2:2-Remis gegen den SV Zamdorf nach einem 0:2-Rückstand war förmlich zu spüren bei Trainer Florian Lechner: „Das war für uns extrem wichtig, um den Abstand zu wahren.“ Der SV Zamdorf steht nämlich auf dem ersten Relegationsrang und hätte mit einem Sieg noch einmal Abstiegssorgen beim TSV Oberpframmern auslösen können.
„Wir müssen jede Woche kämpfen, um eine Mannschaft zusammenzubekommen. Deshalb Riesenrespekt an alle, die geholfen haben. Stefan und ich sind sehr dankbar dafür“, lobte Trainer Florian Lechner zusammen mit seinem Bruder die Einsatzbereitschaft von Spielern im Ruhestand. Nach einem 0:2-Rückstand durch Leonard Evertz (44.) und Moritz Bösl (63.) sah der TSV seine Felle schon davonschwimmen. Doch zwei Eckbälle von Matthias Niedermaier, auch ein „Aushilfs-Oldie“, führten noch zum 2:2-Ausgleich durch Bastian Wagner (73.) und Valentin Hain (88.).
Die letzte Minute der Nachspielzeit läuft im Anzinger Sportzentrum bei der Abstiegspartie gegen den FC Rot-Weiß Oberföhring und dem Spielstand von 2:2. Der Punkt ist zu wenig für den FC Anzing-Parsdorf und würde den Klassenverbleib ein großes Stück unwahrscheinlicher machen. Der Schiedsrichter Emil Dittmar pfeift noch einmal einen Freistoß auf Höhe des Sechzehners nahe der Seitenauslinie. Und deutet dem ausführenden Schützen Marco Helmich an: „Letzte Aktion.“
Und dann folgt ein unglaublicher Kunstschuss von Helmich ins Oberföhringer Netz zum 3:2-Siegtreffer für den FC Anzing-Parsdorf, der Schlusspfiff geht im Jubel der Platzherren unter. Allerdings weiß auch FC-Abteilungsleiter Peter Rauch, dass die drei Punkte nur ein kleiner Schritt sind. Der Relegationsrang ist aber nun wieder in Sichtweite und nicht außerhalb realistischer Erreichbarkeit. Die weiteren Treffer in einer von Nervosität geprägten Partie erzielten Tobias Österle (6.) und Lucas Merk (45.) für die Gäste sowie Tim Lehrmann (32.) und Peter Ovcarik (82.) für den gastgebenden FCAP.
Tief in der Nachspielzeit steuerten drei Steinhöringer Angreifer überfallartig auf ein Münchner Abwehrduo zu. Dass sein TSV-Trio diesen Überzahlmoment nicht für das goldene und einzige Tor dieser Partie, den späten Lucky Punch, ausnutzen konnte, störte Trainer Thomas Rotherbl nach Abpfiff nur bedingt: „Drei Punkte wären auch unverdient gewesen.“ Selbst auf dem heißen Stuhl, direkt oberhalb der ersten Falltür Richtung Abstiegsrelegation, wird man am Bachkramerweg offensichtlich nicht nervös. Selbst wenn die Trainingswoche von diversen Krankmeldungen geprägt war und Rotherbls Kader für das Duell mit dem Tabellenzweiten gerne üppiger hätte ausfallen dürfen. „Riesenkompliment an die Jungs, die alle ans Limit gegangen sind.“ Aus TSV-Sicht leider nur an die Querlatte ging Ivan Bacaks Kopfball nach gerade mal zwei Spielminuten.
Beeindrucken ließ sich der Aufstiegsaspirant nicht. „Phönix spielt einen richtig guten Ball, mit schnellen Außen und kann zur Halbzeit auch 4:1 führen“, hob Thomas Rotherbl seinen überragenden Torhüter Simon Stadler in den Rang des Matchwinners. „Simon war der Schlüssel zum Punkterfolg.“ Auch Stadlers Vorderleute steigerten sich im zweiten Durchgang zu Höchstform. „Ich habe uns dann mit drei Großchancen sogar besser gesehen“, lobte Rotherbl selbst die Unterzahlphase nach Leonhard Langs Zeitstrafe (76.). Den finalen TSV-Überfall begünstigte schließlich auch die FC-Unterzahl nach Ampelkarte für Stefan Lazarevic (88.).