
Ein echtes Nordderby mit viel Brisanz stand auf dem Programm: SC Weiche Flensburg 08 empfing den VfB Lübeck. Beide Teams gingen mit gegensätzlichen Vorzeichen in die Partie. Während Weiche mit zuletzt starken Leistungen in der Regionalliga Nord an den oberen Tabellenrängen schnupperte, suchte Lübeck nach Konstanz und Punkten im Abstiegskampf. Entsprechend motiviert traten beide Mannschaften an – und lieferten den 1139 Zuschauern, darunter rund 300 Lübecker Fans, ein intensives und spannendes Spiel, das bis in die Nachspielzeit offen blieb.
Der VfB Lübeck erwischte den perfekten Start ins Derby: Ramiz Demir traf bereits in der 2. Minute nach einem feinen Pass von Rohin Shivani zur frühen Gästeführung. Die Flensburger Defensive war noch gar nicht richtig sortiert, als der Ball schon im Netz lag. Doch die Antwort der Heimelf kam prompt.
In der 14. Minute nutzte Obinna Iloka die Unordnung in der Lübecker Abwehr nach einem langen Freistoß aus dem Mittelfeld und glich eiskalt zum 1:1 aus. Die Gastgeber übernahmen nun klar das Kommando. Lübeck leistete sich zahlreiche Fehlpässe, kam kaum noch aus der eigenen Hälfte heraus – und Weiche drehte weiter auf.
Folgerichtig fiel in der 34. Minute das verdiente 2:1: Nach mehreren abgewehrten Versuchen landete der Ball bei Marcel Cornils, der aus 16 Metern abschloss. Der Schuss wurde noch abgefälscht und trudelte unhaltbar in die linke Ecke – der Jubel im Manfred-Werner-Stadion war groß. Bis zur Pause kontrollierte Flensburg das Geschehen und ging mit einer verdienten Führung in die Kabine.
Nach Wiederanpfiff setzte Weiche Flensburg seine Dominanz fort. Chancen von Plechaty (54.) und Cornils (58.) parierte VfB-Keeper Diestel glänzend. Lübeck wirkte zwar bemüht, blieb aber im Angriff lange ideenlos. Erst nach einer Stunde änderte sich das Bild: Ein Freistoß von Marvin Thiel wurde in den Strafraum gebracht, dort rutschte Yehor Melenivskyiin den Ball und drückte ihn aus kurzer Distanz über die Linie – 2:2 (62.).
Das Tor gab dem VfB sichtlich Auftrieb. Trainer Luca Capretti stellte taktisch um und ließ defensiv stabiler agieren. Flensburg suchte weiter die Entscheidung, doch Diestel im Lübecker Tor avancierte immer mehr zum Turm in der Schlacht. In der 90.+1 Minute verhinderte er mit einer Glanzparade gegen Cornils den späten Knockout.
Die Schlussminuten waren von Hektik und vielen Unterbrechungen geprägt. Lübeck verteidigte mit Mann und Maus, Weiche drängte, fand aber keine Lücke mehr. Nach 94 Minuten war Schluss – ein umkämpftes 2:2, das beiden Teams nur bedingt weiterhilft.
Ein Derby mit zwei Gesichtern: Weiche Flensburg dominierte die erste Halbzeit klar, ließ aber nach dem Seitenwechsel die nötige Konsequenz vermissen. Lübeck hingegen zeigte Moral und erkämpfte sich mit großem Einsatz einen verdienten Punkt.
Torschützen:
0:1 Ramiz Demir (2.)
1:1 Obinna Iloka (14.)
2:1 Marcel Cornils (34.)
2:2 Yehor Melenivskyi (62.)
Zuschauer: 1.139 (davon ca. 300 aus Lübeck)
