
Leschede mit Heimspiel-Dramaturgie: Souverän, bis es nicht mehr souverän war

Freitagabend an der Narzissenstraße: Flutlicht, herbstliche Kühle und ein FC Leschede, der sich gegen die DJK Eintracht Börger eigentlich nichts vorzuwerfen hatte, außer ein kleines Herzinfarktfestival in den letzten Minuten.
Zunächst lief alles nach Plan. Während die Gäste aus Börger es mit rustikalen Langholz-Versuchen probierten, ließ Leschede den Ball hübsch durch die eigenen Reihen wandern. Nach 25 Minuten fasste sich Gerrit Roling ein Herz, hämmerte den Ball aus 20 Metern aufs Tor, der Keeper ließ ihn passieren. 1:0. Und kaum hatten sich die Zuschauer den ersten Jubel von der Jacke geklopft, fiel auch schon das 2:0: Simon Roling wurde gelegt, Johannes Duisen verwandelte den Strafstoß trocken. Mit diesem beruhigenden Vorsprung ging’s zum Pausentee.
Doch direkt nach Wiederanpfiff zeigte Börger, dass auch sie Fußball spielen können. 47. Minute, Anschlusstreffer. Die Hoffnung währte aber kurz: Kopfball-Ungetüm Christian Räkers stellte per wuchtigem Schädelauftritt den alten Abstand wieder her. Und als Marcel Paul nach einer mustergültigen Vorarbeit von Marlon Hartig das 4:1 einschob, schien das Ganze frühzeitig in den „laufenden Ball halten“-Modus zu rutschen.
Doch weil der FC das Drama anscheinend ins Drehbuch schreiben wollte, gab man in der Schlussviertelstunde die Zügel aus der Hand. Börger bedankte sich artig: erst das 4:2 durch Albers, dann ein Eigentor in der Nachspielzeit. Plötzlich stand’s 4:3, die Bank von Börger holte sich noch einen Platzverweis ab, und Leschede war wohl heilfroh, als Sebastian Reckmann endlich Schluss machte.
Unterm Strich: ein verdienter Heimsieg, der nur deshalb spannend wurde, weil Leschede es so wollte. Sieben Punkte aus drei Spielen sprechen dennoch eine deutliche Sprache. Weiter geht’s am Sonntag gegen Tabellenführer Bokeloh und wer weiß, vielleicht diesmal ohne Zittereinlage zum Dessert.
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Wie man ein Spiel dominiert und trotzdem verliert

Emslandliga: Eltern trotzt Spitzenreiter Bokeloh - dank Peiffer, Tzimas und einem ungewollten Kunstschuss
Die Sonne schien, die Bratwurst roch, und schon nach fünf Minuten kochte die Georg-Bernd-Straße. Ein Freistoß von Thomas Tzimas flatterte in den Strafraum, Bokelohs Keeper ließ den Ball nach vorne abprallen und Michael Peiffer, stürmender Trainer und Stürmer in Personalunion, staubte überlegt zum 1:0 ab. Die Kulisse war sofort auf Betriebstemperatur.
Bokeloh versuchte Ruhe, Ballbesitz, Struktur. Doch in der 16. Minute passierte, was man keinem Innenverteidiger wünscht: Wieder segelte eine Flanke von Tzimas in den Strafraum, ein Bokeloher Kopf (Simon Bruns) war zur Stelle, allerdings mit perfekter Flugbahn ins eigene lange Eck. Schönes Tor, aber eben auf der falschen Seite. 2:0 - Eltern, und die Heimfans waren endgültig im Feiermodus.
Immerhin: Der Spitzenreiter zeigte Moral. Eine Ecke in der 26. Minute, Felix „Gressi“ Greskamp stocherte den Ball über die Linie, nur noch 2:1. Kurz darauf hämmerte Erik Lüssing den Ball an den Pfosten, der Ausgleich lag in der Luft.
Nach der Pause dann das gleiche Bild: Bokeloh rannte an, drückte, drückte und scheiterte. An der Latte, am Pfosten und vor allem an Melvin Willen. Der Eltern-Keeper wuchs über sich hinaus, parierte im Minutentakt und brachte die Gäste regelrecht zum Verzweifeln. Ein Bokeloher Fan meinte trocken: „Die könnten noch bis morgen spielen und würden kein Tor mehr schießen.“
Statt Ausgleich gab es in der Schlussphase noch ein paar hitzige Szenen: theatralische Einlagen, ein unsportlicher Kommentar hier, ein Rempler da. Doch am Ergebnis änderte sich nichts mehr. Eltern hätte sogar noch durch Peiffer per Kopf oder den eingewechselten Jannis Schnebeck erhöhen können, aber das wäre dann wohl des Guten zu viel gewesen.
So bleibt es beim 2:1-Heimsieg für Eltern und beim Gefühl, dass Bokeloh an diesem Sonntag wirklich alles probiert hatte, nur eben nicht am glänzenden Willen im SV Eltern-Kasten vorbeikam.
Fazit: Eltern jubelt über drei „Sonntagspunkte“, Bokeloh hadert mit Aluminium, Chancenwucher und einem überragenden Torwart. Und die Zuschauer? Die gingen satt, sonnengebräunt und bestens unterhalten nach Hause.
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Sechster Streich: Listrup bleibt im Flow
Sonntag in Listrup, und zu Gast: Grenzland Twist, die ihrem Namen zumindest geografisch alle Ehre machen. Sportlich jedoch erwischte der SV einen eher wackeligen Tag, denn die Gastgeber schnappten sich beim 5:3 ihren sechsten Sieg in Serie, mit einer Mischung aus Chancenwucht, Abwehrarbeit und einer Torwartshow, die man so auch im Abendprogramm laufen lassen könnte.
Schon nach sechs Minuten knipste Pascal Blömers zum 1:0, wenig später erhöhte Christoph Schwis auf 2:0. Alles sah nach einem ruhigen Sonntagsspaziergang aus, ehe Marten Hessel für Twist den Anschluss besorgte (41.). Doch direkt nach Wiederanpfiff stellte Cedric Lölfing die alte Ordnung wieder her, das 3:1 fiel so pünktlich, dass man fast an Drehbuch glauben wollte.
Ganz ohne Nervenkitzel ging es aber nicht: Twist verkürzte, Listrup zog davon, Twist konterte wieder. Zwischenzeitlich stand es 5:2, ehe Leon Schlagenhauf per Kopf auf 5:3 stellte.
Am Ende standen drei Punkte mehr auf dem Konto und ein Lächeln im Gesicht der Listruper Fans. Denn mit 18 Zählern und sechs Dreiern am Stück reist Listrup nun am Donnerstag zum Topspiel nach Bokeloh. Dort trifft der Erste auf den Zweiten. Klingt nach großem Kino.
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Herzlake stolpert Bokeloh ins Verderben

Manchmal erzählt ein Mittwochabend mehr über den Zustand einer Mannschaft als ein ganzer Monat Training. Der SV Bokeloh reiste als Favorit zum Tabellenletzten VfL Herzlake, kam aber nie so richtig an, außer zum Gratulieren.
Schon nach zwanzig Minuten köpfte Christian Niehaus die Gastgeber in Führung. Während Herzlake Latte, Pfosten und den Ball in alle Richtungen prüfte, erwachte Bokeloh erst spät. Kurz vor der Pause setzte Mathis Gersema auf der Außenbahn zum Slalom an, legte quer, und Erik Lüßing stolperte den Ball irgendwie zum 1:1 über die Linie.
Der Pausentee war kaum geleert, da fiel Herzlakes zweites Tor. Danach zeigte Bokeloh, wie man ein Spiel in Rekordzeit aus der Hand gibt: Eigentor Greskamp (54.), Treffer Groß-Thedieck (55.) - 4:1. Der Rest war Schweigen. Zwar durfte Tom Backs noch auf 4:2 verkürzen, aber Bokeloh wirkte wie ein Boxer, der längst angezählt ist, aber trotzdem weiter in den Ring stolpert.
Dass Schiedsrichter und Assistenten in der Schlussphase ihr eigenes Interpretationsseminar abhielten, machte die Sache nicht leichter. Am Ende stand ein verdienter Sieg für Herzlake und ein Bokeloh, das sich ratlos am Hinterkopf kratzte.
Am Sonntag gibt’s die nächste Gelegenheit zur Wiedergutmachung beim Aufsteiger SV Eltern. Ob das dann weniger Slapstick bietet, bleibt abzuwarten. Sicher ist nur: Noah Ficker hatte am Liveticker einen langen Abend.
Licht an, Knieper aus - Flutlichtpremiere am Brockdeich

Bevor der Ball rollte, wurde gesprochen. Reden, die man eben so hält, wenn ein Flutlicht eingeweiht wird: voller Dank, ein paar große Worte, dazu das obligatorische Schulterklopfen unter den Offiziellen. Als das erledigt war und die Anlage strahlte, konnte Schiedsrichter Dennis Wolterink endlich pfeifen.

Und gleich nach 60 Sekunden leuchtete auch der Gast aus Leschede hell auf: Michael Knieper nutzte ein Missverständnis in der Harener Hintermannschaft und traf zum 0:1. Noch bevor Haren richtig im Spiel war, erhöhte Johannes Duisen per direktem Freistoß auf 0:2 (31.). Effizienz aus dem Lehrbuch.
Doch die Gastgeber antworteten noch vor der Pause und wie. Mirco Husmann köpfte erst zum 1:2 (40.), nur eine Minute später hämmerte er aus 18 Metern den Ausgleich ins Netz. Zwei Tore in zwei Minuten, das brandneue Flutlicht bestand seine erste echte Jubelprobe.
Die zweite Hälfte war lebendig, Chancen auf beiden Seiten, Latte hier, Ecke dort. Dass es beim 2:2 blieb, lag an einer Mischung aus Torwartfingern, Aluminium und fehlender Präzision. Dramatisch wurde es kurz vor Schluss: Knieper sah in der 84. Minute Rot, nicht wegen eines Fouls, sondern wegen Worten, die nicht ins Flutlicht passten.
So endete die Premiere mit einem Punkt für beide Teams, 3.953 Klicks im Liveticker und der Erkenntnis: Am Brookdeich sind die Linien jetzt auch nachts gerade. Friedhelm Schüring brachte es im Kreis auf den Punkt: „Wir nehmen hier was mit, einen Punkt und Freitag geht’s weiter mit Börger.“

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