
Bad Kreuznach. Der 22. Spieltag der A-Klasse Bad Kreuznach ist abgeschlossen und die Top-Vier hielt sich schadlos. Die SG Alsenztal setzte sich auswärts mit 1:0 in einem ganz zähen Spiel beim TuS Pfaffen-Schwabenheim II durch. Die SG Meisenheim-Desloch-Lauschied II behielt mit 2:1 gegen die SG 1946 Hüffelsheim II die Oberhand. Der VfL Simmertal gewann unterdessen mit 2:0 bei der SG Gräfenbachtal. Bei der SGG steht die Diagnose nach der Verletzung in der Vorwoche von Niclas Buech fest: Der 23-Jährige hat sich das vorderne Kreuzband gerissen und weitere Teilverletzungen im Knie erlitten.
Im Duell zwischen dem TSV Hargesheim und der SG Soonwald fielen insgesamt sechs Treffer, wobei sich die Gäste nach einer schwachen ersten Halbzeit steigerten und in Überzahl die Begegnung in einen 4:2-Erfolg ummünzten.
Außerdem gelangen in den drei übrigen Partien drei Teams ein zu-Null-Dreier: Der SV Medard feierte einen 4:0-Auswärtssieg beim FC Bavaria Ebernburg, die SG Nordpfalz gewann ihr Heimspiel gegen den FC Bad Sobernheim mit 3:0 und mit 2:0 gewann der TuS Waldböckelheim das direkte Duell im vorderen Mittelfeld bei Karadeniz Bad Kreuznach.
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„Ich bin völlig baff. So ein Spiel habe ich wirklich noch nie erlebt“, erklärte SG-Spielertrainer Lars Weingärtner nach Abpfiff. Der Gegner habe über nahezu die gesamte Spielzeit mit allen Feldspielern tief vor dem eigenen Tor verteidigt. „Unser Torwart hatte zwei Ballkontakte in den 90 Minuten und das Spiel hat sich dauerhaft mit 21 Akteuren in der gegnerischen Hälfte abgespielt.“
Die SG Alsenztal kam auf rund 95 Prozent Ballbesitz, tat sich jedoch schwer, die kompakte Defensive zu durchbrechen. „Wir sind immer wieder gut über außen durchgekommen, hatten dann aber in der Box zu wenig Präsenz“, sagte Weingärtner. Der spielentscheidende Moment ereignete sich bereits in der 16. Minute: Nach einem Ballgewinn rund 20 Meter vor dem Tor spielte Weingärtner einen Doppelpass und schloss selbst aus etwa elf Metern flach zum 1:0 ab.
Trotz weiterer guter Möglichkeiten – darunter ein Lattentreffer und ein Pfostenschuss – blieb es beim knappen Vorsprung, der zu keinem Zeitpunkt in Gefahr stand. Mit zunehmender Spielzeit machte sich auch Frust breit, da die Partie kaum Spielfluss entwickelte. „Das war einfach kein Fußballspiel, das hat nicht mal uns Spaß gemacht“, offenbarte Weingärtner.
Mit Blick auf die weitere Saison kommentierte der Spielertrainer: „Wir möchten so lange wie möglich oben dranbleiben, haben aber aktuell leider sehr viel Verletzungspech und in der kommenden Zeit auch ein paar Urlauber. Also bleibt es abzuwarten, wohin unsere Reise führt, aber natürlich wollen wir uns bestmöglich platzieren und unsere Hausaufgaben machen.“
Der Spielfilm: 0:1 Weingärtner (16.)
„Nach einer offenen und chancenarmen Anfangsphase haben wir das Spiel mehr und mehr an uns gerissen“, erklärte Heimtrainer Mario Jost. In der 34. Minute folgte die Führung: Kristian Scheid verwandelte einen lang gezogenen Eckball sehenswert per Volley zum 1:0. Nur wenige Minuten später legte die SG nach. Nach einer weiteren Standardsituation und anschließender Verlagerung kam Vitalii Filippov aus rund 20 Metern zum Abschluss und traf mit einem fulminanten Schuss ins kurze Eck zum 2:0 (43.).
Bereits im ersten Durchgang hätten die Gastgeber das Ergebnis weiter ausbauen können. „Wir hatten noch drei Eins-gegen-eins-Situationen vor dem gegnerischen Torwart, die wir nicht nutzen konnten“, sagte Jost, der die Pausenführung als „absolut gerecht“ einordnete.
Nach dem Seitenwechsel drängte Bad Sobernheim auf den Anschluss und setzte die SG-Defensive phasenweise unter Druck. Vor allem bei Standards wurde es gefährlich, unter anderem klärte Torschütze Scheid einmal auf der Linie. „Wenn da der Treffer fällt, kann das Spiel kippen“, räumte Jost ein.
Die Entscheidung fiel schließlich in der 73. Minute: Nach einem Konter und starker Vorarbeit von Sebastian Grünewald traf Nils Crusius zum 3:0-Endstand. In der Folge ergaben sich noch weitere Chancen für die Gastgeber. „Das wäre aber des Guten ein wenig zu viel gewesen“, betonte Jost. Mit sieben Punkten aus den ersten vier Spielen des Jahres hat die SG Nordpfalz fast so viele Zähler gesammelt wie in den 16 Partien zuvor (acht).
Der Spielfilm: 1:0 Scheid (34.), 2:0 Filippov (43.), 3:0 Crusius (73.)
Die Hausherren lieferten laut ihrem Spielertrainer Robin Schmidt „so ziemlich die beste Saisonleistung“ ab. In der ersten Halbzeit ließ der TSV keinen einzigen Torschuss des Tabellenführers zu und ging folgerichtig in Führung: Nach einer Ecke traf Pierre Emmanuel Ayikoe zum 1:0 (15.). Weitere Möglichkeiten zum Ausbau der Führung blieben ungenutzt, ehe die Partie in der Nachspielzeit der ersten Hälfte eine entscheidende Wendung nahm. Nach wiederholtem Foulspiel sah Bastian Gaul die gelb-rote Karte – Hargesheim musste fortan in Unterzahl agieren. „Dadurch wurde unser Plan ein wenig über den Haufen geworfen“, sagte Schmidt.
Direkt nach Wiederbeginn gelang Soonwald der Ausgleich durch Luca Alexander Reckert (50.), doch die Hausherren zeigten sich unbeeindruckt und schlugen umgehend zurück: Tom Edinger nutzte einen kollektiven Aussetzer in der Gästeabwehr zur erneuten Führung (56.). In der Folge entwickelte sich ein intensives Spiel, in dem Hargesheim trotz Unterzahl stark dagegenhielt.
Der Favorit nutzte jedoch seine Stärke bei Standards: Zunächst verwandelte Leon Kellerer eine Ecke direkt zum 2:2 (72.), wenig später landete eine weitere Ecke am Pfosten, die Max Hoch zum 2:3 abstaubte (80.). Kurz zuvor hatte Nico Kihm noch die große Chance zur erneuten Führung für den TSV, doch ein Gästeverteidiger rettete auf der Linie. In der Schlussphase warfen die Hausherren alles nach vorne, während Soonwald die sich bietenden Räume nutzte.
SG-Spielertrainer Lars Flommersfeld sorgte schließlich nach einem Konter für die Entscheidung (89.). „Zumindest einen Punkt hätten wir mit einem Mann weniger gerne mitgenommen“, resümierte Schmidt, der sich mit seinem Gegenüber Flommersfeld einig zeigte, dass Hargesheim drei Punkte verdient gehabt hätte.
Der Spielfilm: 1:0 Ayikoe (15.), 1:1 Reckert (50.), 2:1 Edinger (56.), 2:2 Kellerer (72.), 2:3 Hoch (80.), 2:4 Flommersfeld (89.)
Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rot für Gaul (45./TSV Hargesheim/Wiederholtes Foulspiel)
Die weiteren Partien im Steno:
Tore: 0:1 Münch (10.), 0:2 Gillmann (56.), 0:3 Raab (80.), 0:4 Hiebel (90.)
Tore: 0:1 Stankiewicz (13.), 1:1 Poli (26.), 2:1 Lörsch (33.)
Tore: 0:1 Frey (19.), 0:2 Sovtic (29.)
Tore: 0:1 Gätcke (63.), 0:2 Faarah (84.)