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Sonntagsschüsse auf beiden Seiten von Gau-Odernheim und Wormatia

Wormser Oberliga-Team von Trainer Anouar Ddaou „rettet“ in Unterzahl bei TSV Gau-Odernheim spät einen Punkt

von Torben Schröder · 14.09.2025, 20:20 Uhr · 0 Leser
Kein Sieger im direkten Duell: Christopher Hahn (links, TSV Gau-Odernheim) und Altin Vrella (VfR Wormatia Worms) schenken sich nichts.	Foto: Axel Schmitz/pakalski-press
Kein Sieger im direkten Duell: Christopher Hahn (links, TSV Gau-Odernheim) und Altin Vrella (VfR Wormatia Worms) schenken sich nichts. Foto: Axel Schmitz/pakalski-press

Gau-Odernheim. Am Ende wollten sie beide den Dreier unbedingt – die elf Fußballer des TSV Gau-Odernheim und die zehn Gäste von Wormatia Worms. 2:2 (1:1) ging das erste Punktspiel der beiden ungleichen Oberligisten aus.

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Hier könnt ihr das Re-Live des Spiels sehen.

Da lohnt es sich besonders, in die Spielminuten 22 und 76 zu klicken. Aus ähnlicher Position, halblinks vor dem Strafraum, setzten Mert Özkaya und Emre Gümüs Freistöße in den linken Winkel. Özkaya, der Wormser Standard-Spezialist, war noch einen Tick weiter weg vom Tor, und doch war Keeper Daniel Diel machtlos.

Stand der Schütze hier außer Frage, so griff vor dem zwischenzeitlichen 2:1 TSV-Trainer Florian Diel ein. Und verordnete, dass Gümüs schießt, anstelle von Noah Juricinec. „Komm, ich glaub an dich“, rief Diel seinem Joker zu. Und der rannte, kaum dass der Ball ebenso unhaltbar für Tobias Edinger eingeschlagen war, prompt jubelnd zu seinem Chefcoach.

Mert Özkaya und Emre Gümüs mit Traum-Freistößen

In diesem Moment waren die Gau-Odernheimer sogar punktgleich mit dem VfR Wormatia, der noch das Nachholspiel beim FK Pirmasens in der Hinterhand hat. Und quasi eine, wie Trainer Anouar Ddaou sagt, Doppelbestrafung erlitten hatte. Denn mit dem Freistoßpfiff handelte sich Thomas Roetynck die Ampelkarte ein (76.).

Umso bemerkenswerter, dass die Gäste noch einmal zurückkamen. Freistoßflanke Özkaya, Kopfball-Ablage Laurenz Graf, und Noah Maier nickte mittig ein (85.). Die Joker sorgten für eine enorme Belebung der Wormser Offensive. Und das Remis reichte, trotz Unterzahl, den Gästen nicht, sodass sich eine wilde Schlussphase ergab. In der Edinger im direkten Duell mit Leart Rexhepi die Punkteteilung sicherte (90.).

Dass es auch mit einem Remis in die Pause ging, lag an Gradi Nkunga, der nach einer Balleroberung, Luis Breitenbruchs Verlagerung und Aki Dimitrijevics flacher Flanke aus Kurzdistanz einschob (38.) – und dann demonstrativ zurückhaltend jubelte, nach insgesamt acht Jahren bei der Wormatia.

Beide Trainer hatten einander überrascht. Ddaou setzte auf eine Dreierkette, um am Flügel hinter den Rücken der gegnerischen Schienenspieler zu kommen. Das klappte dann und wann, etwa bei Bobby Edets dicker Kopfballchance nach Tom Fladungs Flanke (20.), aber deutlich seltener als erhofft. „Wir waren im Spiel mit dem Ball nicht klar, abgeklärt und ruhig genug“, bemängelt der Chefcoach, „bezeichnend war das 0:1 durch einfachen Fehler im Spielaufbau.“

Weitaus zufriedener mit Durchgang eins war Florian Diel, der seine Mannschaft viel höher und energischer drauf gehen ließ als zuletzt. Konstantin Breiden per Kopf nach Belel Meslems Freistoß (7.) hätte früh Kapital schlagen können. So ging es mit einem gerechten 1:1 in die Pause, aus der die Wormatia mit Dreier-Sturm herauskam. Das Ziel: „Mehr Zugriff im letzten Drittel, mehr Spieler im Gegenpressing, die Außenposition noch freier bekommen.“ Die Folge, in Ddaous Augen: „Wir haben eine viel bessere zweite als erste Halbzeit gespielt.“

Und doch war das Ergebnis dasselbe. „Boah, haben die Qualität eingewechselt“, zollt Diel Respekt. Während er mit dem erschöpften Jonathan Maier und Konstantin Breiden (Verdacht auf Bänderriss) zwei groß Gewachsene vom Feld nehmen musste. Kein Wunder, dass es nach jedem Özkaya-Standard brenzlig wurde. Doch der TSV hielt Stand, und als Noah Juricinec einmal unter dem Ball hindurch sprang und auch Keeper Diel geschlagen schien, driftete Niklas Meyer zu weit ab und Juricinec konnte noch klären.

Damit punktete der TSV erstmals nach Rückstand – und musste sich doch über einen in Überzahl aus der Hand gegebenen Sieg ärgern. „Das waren 90 Minuten Augenhöhe“, resümiert Florian Diel durchaus zufrieden, „das ganze Spiel war gut für die Köpfe. Das war ein dicker, fetter Bonuspunkt.“

„Ich tue mich schwer, mich mit einem Punkt anzufreunden“, gibt Ddaou zu, „aber wenn man in Unterzahl das 1:2 bekommt in Gau-Odernheim, wo es wirklich nicht einfach ist, und dann noch einen Punkt mitnimmt, sollte man sich zufrieden geben. Der Platz ist nicht gut, der Gegner war defensiv sehr stark, hat die Räume und das Zentrum gut geschlossen.“ Trotzdem erwartet Ddaou mehr fußballerische Qualität. Und schränkt erneut ein: „Wir haben eine komplett neue Konstellation. Es braucht seine Zeit, bis sich das einspielt. Wichtig war, dass wir Charakter bewiesen haben.“

TSV Gau-Odernheim: Diel – Juricinec, Friedrich, Breiden (80. Nassery) – Zundel, Breitenbruch, Maier (73. Dietrich), Meininger – Dimitrijevic (60. Gümüs) – Meslem (60. Hahn), Nkunga (60. Rexhepi).

Wormatia Worms: Edinger – Klein, Vrella, Baderschneider – Roetynck, Fladung, K. Özkaya (69. Maier) – Graf, M. Özkaya – Edet (46. Jäger), Nauth (65. Meyer).