
Dornach II, SCBV II und Grüne Heide II mit Auswärts-Kantersiegen – Ebersberg II und Kirchheim II mit frühen Traumstartern
Für einen Fußballtrainer ist es einerseits ein griffiger Trainingsansatz, wenn sich im Ligabetrieb ein spieltaktisches Muster deutlich abzeichnet. Nur: wenn dieses Muster ein durchaus mit Entwicklungsambitionen neu gestartetes Kooperationsteam fast Woche für Woche in der Tabelle Richtung Abstiegsplatz durchreicht, schlägt das selbst den größten Optimisten aufs sonnige Gemüt. „Die Stimmung ist schon etwas geknickt, weil man sich ja Woche für Woche etwas vornimmt, die individuellen Fehler und Unaufmerksamkeiten sich aber einfach durchziehen“, sprach Jürgen Werner nach der vierten Saisonpleite davon, dass die SG Moosach/Bruck drei der fünf Gegentreffer wiederholt „selbst fabriziert“ hätte.
„Ich bin immer optimistisch und sicher, dass sich das alles einpendelt“, betonte der Abteilungsleiter der Moosacher. „Aber wir müssen langsam punkten! Jetzt ist hinten noch alles eng beisammen.“ Das konnte er über weite Strecken des dritten Heimspiels in Folge auch von der SG-Defensive behaupten. „Wir haben wieder knapp eine Stunde lang richtig gut gespielt und gegen einen sehr starken Gegner toll mitgehalten. Aber dann wieder zwei blöde Gegentore kassiert.“ Durch den Dornacher Doppelschlag (31./38.) ließ sich der Tabellenzweite nicht mehr von der Siegerstraße abbringen. Zwei weiteren Gästetreffern (53., 79.) ließ Sidney Dogbe den späten Ehrentreffer der SG folgen (82.). Beim Dornacher Schlusspunkt in der Nachspielzeit hatte der verletzte Spielertrainer Mac Koch (Werner: „Er wird vier bis fünf Wochen ausfallen“) vielleicht schon die nächste Trainingseinheit skizziert, um das Störmuster der SG möglichst schnell aufzulösen.
Furioser Auftakt des A-Klassen-Derbys: Keine zwei Minuten benötigte Gastgeber Ebersberg II, um dank eines Treffers von Spielertrainer Isuf Shabani in Führung zu gehen. Die Antwort der Gäste aus Kirchseeon folgte postwendend durch Sebastian Mayer – 1:1 (5.). Danach war erst einmal Schluss mit spektakulären Aktionen. „Das Spiel plätscherte dann so dahin“, erinnert sich Ebersbergs Spartenleiter Christian Kebinger. Anders dann in der zweiten Halbzeit. „Da haben sie den Sack dann zugemacht“, freute sich der Eber-Funktionär.
Vor allen Dingen Alex Niedermaier, der in der 24. Minute bereits für die erneute Führung der Kreisstädter gesorgt hatte, steigerte die gute Stimmung auf Seiten der Gastgeber. Mit seinem Treffer zum 3:1 (53.) bekam der Elan der Kirchseeoner von Coach Daniel Kirchhof-Zuther einen wohl entscheidenden Dämpfer verpasst. Das wurde beim Aufsteiger nicht besser, als Manuel Markio das Ebersberger 4:1 (67.) beisteuerte. „Die Jungs sind auf einem guten Weg“, konstatierte Spartenleiter Kebinger. Die Mannschaft sei „hoch motiviert“ und orientiere sich langsam in obere Tabellenregionen. Für die unterlegenen Kirchseeoner war es dagegen bereits die siebte Niederlage im achten Spiel. Die rote Laterne der A-Klasse 6 (München) wird die ATSV-Zweite einfach nicht los.
Dass angesichts einer personellen Situation „wie sie schlimmer kaum geht“ beim Tabellenführer nichts zu holen sein würde, war den Egmatingern von Coach Thomas Brunner vorab klar. Nach nicht einmal fünf Minuten sollten sich ihre Befürchtungen bestätigen. Die Landesliga-Reserve des KSC ging 1:0 in Führung (5.), legte vor der Pause das 2:0 nach (24.) und machte mit dem 3:0 (63.) den Sack zu. Unzufrieden war Brunner trotz der Niederlage nicht. „Wir haben mit Leidenschaft verteidigt und dem KSC das Leben schwer gemacht. Alles gut.“ Was ihn störte: „Zwei Tore hätten wir machen müssen.“ Dass diese ausblieben, schrieb er der Unerfahrenheit seines Teams zu. Ein Sonderlob verdiente sich Ralf Schedlbauer, der mit seinen 52 Jahren „einer unserer Besten war“.
Auf dem kleinen Grafinger Kunstrasenplatz taten sich die Gäste zunächst schwer. „Da machen sich technische Defizite schnell bemerkbar“, erklärte SCBV-Coach Ralf Rensch. „In der zweiten Halbzeit sind wir besser zurechtgekommen.“ Was nicht zuletzt an der „Eröffnung“ durch Tim Rethmann lag, der kurz nach dem Wiederanpfiff zum 0:1 traf (47.). Der Bann war gebrochen, „wir haben uns freispielen können“, freute sich der Baldhamer Trainer. Anton Doll deutete mit dem 0:2 (56.) die Überlegenheit des Spitzenteams an. Es folgte von Henry Hild das 0:3 (74.), und Henry Sarfert verwandelte in der Nachspielzeit einen Strafstoß zum 0:4-Endstand.
„Das nehmen wir gerne so mit“, so der Gäste-Trainer, der zwar noch „ein paar ordentliche Spielzüge“ seines Teams lobte und ein Kompliment aussprach („haben sie alle ganz ordentlich gemacht“), dann aber bereits mit den Gedanken bei der kommenden Aufgabe war. Am kommenden Sonntag empfängt die Baldhamer Zweite die „kleinen Eber“ aus Ebersberg. „Auch das wollen wir gewinnen“ kündigte Ralf Rensch an: „Bis zur Winterpause wollen wir oben dran bleiben und das Führungsduo so gut es geht ärgern.“
Eine herbe Packung kassierte der FC Anzing-Parsdorf II auf eigenem Feld. Nach einer noch ordentlichen ersten Halbzeit brach man im zweiten Durchgang völlig in sich zusammen und unterlag noch deutlich mit 1:5 Toren. „Wenn wir so weiter spielen, steigen wir ab. Das war in der zweiten Halbzeit grottenschlecht“, fand FC-Trainer Stefan Spyra deutliche Worte für das Desaster. Nach dem 0:2-Rückstand durch die Ismaninger Torschützen Marcel Geßler (16.) und Julian Winterholler (32.) sorgte FC-Spielertrainer Pero Klepsch mit einem verwandelten Strafstoß (38.) für Punktehoffnung. Doch der zweite Abschnitt sorgte mit Treffern von Finn Albrecht (69.), nochmals Winterholler (76.) und Norbert Glasner (87.) für Ernüchterung bei der Heimelf.