
Auf wen kann Argirios Giannikis am Samstag in Saarbrücken bauen? Dem Trainer des TSV 1860 München gehen langsam die Spieler aus.
München – Egal, ob in der Bahn oder im Büro – überall wird gehustet und geschnäuzt. Und auch wenn die Löwen längst nicht jeden Trend mitnehmen, Wintertransfers beispielsweise, hat die Krankheitswelle auch den TSV 1860 München wenige Tage vor dem Rückrundenstart in Saarbrücken (Samstag, 14 Uhr) erreicht.
Die neuesten blauen Sorgenkinder heißen Marco Hiller, Lukas Reich und Thore Jacobsen. Der Keeper liegt mit Magen-Darm-Infekt flach, der Mittelfeldmotor fehlte zuletzt mit Fieber beim Härtetest der Sechzger in Fürth (2:3). „Es geht ja einiges rum aktuell“, seufzt 1860-Trainer Argirios Giannikis. Immerhin: Zumindest Jacobsen konnte am Mittwochvormittag wieder auf den Trainingsplatz zurückkehren, dürfte rechtzeitig fit werden für die schwierige Auswärtsaufgabe im Saarland. Bei Hiller wird es wohl ein Wettlauf mit der Zeit, ob er am Samstag zwischen den Pfosten stehen wird. Die aktuellste Hiobsbotschaft im Löwen-Lager stammt vom Mittwochvormittag. Zum Ende der Einheit knickte Youngster Lukas Reich um, humpelte anschließend mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Platz.
Die rechtzeitige Genesung der drei Stammspieler wäre eminent wichtig für den Tabellen-14. der 3. Liga. Denn Giannikis muss beim Hinrunden-Dritten aus Saarbrücken gleich auf mehrere Spieler verzichten. Die Ausfallliste ist lang: Jesper Verlaat, Raphael Schifferl, Tim Danhof, Moritz Bangerter (alle verletzt), Soichiro Kozuki und Tunay Deniz (beide gesperrt).
Auch im zweiten Spiel des Jahres gegen den VfB Stuttgart II (25. Januar, 14 Uhr) wird das Sextett keinesfalls wieder komplett zur Verfügung stehen. Einzig der Einsatz von Deniz im ersten Heimspiel des Jahres scheint gesichert zu sein. Bangerter befindet sich noch in der Reha, Verlaat und Schifferl sind im Lauftraining. Danhof und Kozuki trainieren individuell. „Soichiro Kozuki hat extreme Schmerzen an einer Stelle am Sprunggelenk, die ihn daran hindern, beschwerdefrei zu handeln“, klärt Giannikis auf. Bleibt abzuwarten, wann der Japaner wieder auf dem Feld helfen wird.
Reichlich Kreativität ist also gefragt bei Giannikis vor dem Start in die Rückserie, in der sich die Löwen bei einem schwachen Start schnell im knallharten Abstiegskampf wiederfinden könnten. Zur Erinnerung: Gegen das Auftakttrio aus Saarbrücken, Stuttgart II und Viktoria Köln holte 1860 in der Hinserie keinen einzigen Zähler.
„Wir sind uns der Situation bewusst, in der wir uns befinden. Die Sinne sind geschärft.“
Argirios Giannikis
Der Vorsprung der Sechzger auf die Abstiegsränge beträgt sechs Zähler – durchaus gefährlich, wie auch Giannikis weiß. „Wir sind uns der Situation bewusst, in der wir uns befinden. Die Sinne sind geschärft.“ Der Trainer nimmt die Mannschaft in die Pflicht: „Wir haben die Verantwortung, den Verein schnell wieder in ruhigere Tabellenregionen zu bringen.“
Fast schon traditionell hängt der Haussegen bei den Löwen dieser Tage wieder einmal schief, aus mehreren Gründen. Die Mannschaft jedoch lässt sich davon laut Giannikis nicht anstecken. Auch das ausgefallene Teamevent – der Rodelausflug fiel dem Wetter zum Opfer – sei kein Weltuntergang. „Die Mannschaft ist oft und gerne zusammen, die Stimmung gut.“ Eines ist aber klar: verliert der Löwe zum Auftakt in Saarbrücken, gehen Blick und Mundwinkel gleichermaßen nach unten in München-Giesing. (Marco Blanco Ucles)