
Mit einem 3:1-Erfolg in Münster hat der 1. FC Magdeburg am Sonntag seine Sieglos-Serie in der 2. Bundesliga beendet und ein Lebenszeichen im Abstiegskampf gesendet. Nur einen Tag später vermeldet der Zweitligist große Neuigkeiten: Der FCM und Sportgeschäftsführer Otmar Schork beenden die Zusammenarbeit per sofort - "im Zuge eines gemeinsamen Gespräches einvernehmlich", wie der Verein mitteilt.
"In einem ausführlichen und offenen Austausch mit Otmar Schork und Dr. Jörg Biastoch sind wir gemeinsam zu dem Schluss gekommen, dass der kommende Sommer einen passenden Zeitpunkt für einen personellen Neuanfang darstellt. Um beiden Seiten ausreichend Planungssicherheit zu geben, wurde in beiderseitigem Einvernehmen entschieden, die Zusammenarbeit mit Otmar bereits jetzt zu beenden", erklärt der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Lutz Petermann in einer Pressemitteilung des Vereins. Er danke Schork "für seinen hohen persönlichen Einsatz in einer für unseren Club prägenden Zeit", heißt es weiter.
Im November 2020 hatte Schork den Posten beim FCM angetreten. In seinem Amt habe der 68-Jährige "die sportliche Ausrichtung des Vereins über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren entscheidend geprägt", schreibt der Club und weiter: "In dieser Phase wurden wichtige infrastrukturelle Projekte initialisiert, der Nachwuchs- und Spielbetrieb konsequent weiterentwickelt und professionalisiert sowie die sportliche Gesamtstruktur nachhaltig gefestigt." Außerdem gelang in der Saison 2021/22 der Aufstieg in die 2. Bundesliga.
"Die Entscheidung bedeutet ohne Frage eine Veränderung innerhalb unserer sportlichen Leitung", unterstreicht FCM-Präsident Dr. Jörg Biastoch. "Otmar Schork hat unseren Club in den vergangenen Jahren mit großem Engagement begleitet. Für diesen Einsatz und seine Verdienste sprechen wir ihm unseren ausdrücklichen Dank aus." Um in der verbleibenden Zeit allerdings "alle Kräfte zu bündeln und den Fokus maximal auf den Klassenerhalt zu legen, braucht es jedoch aus unser aller Sicht einen neuen Impuls", so Biastoch.
Otmar Schork trägt diese Entscheidung mit. "Die bisherige Saison verlief sportlich nicht so, wie wir sie uns vorgestellt haben. So wurden von meiner Seite aus Fehler gemacht. Dafür trage ich die Verantwortung", erklärt der 68-Jährige: "Mit Jörg Biastoch und Lutz Petermann sind wir zu dem Entschluss gekommen, im Sinne des Vereins frühzeitig eine Neuausrichtung für die Zukunft vorzunehmen. Deswegen ist es der richtige Zeitpunkt, um den künftig handelnden Personen ausreichend Zeit zur Planung der kommenden Spielzeit zu geben."
Der scheidende Sportchef wünsche den Blau-Weißen "für die Zukunft alles Gute" und sei "vom Klassenerhalt überzeugt". Der Club sei in den fünfeinhalb Jahren "zu meinem Lebensmittelpunkt geworden", unterstreicht Schork. "Mit Herzblut und Leidenschaft habe ich in diesen Jahren für den Club alles gegeben." Bedanke wolle er sich "ganz besonders bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Gremien für die gute Zusammenarbeit und den bedingungslosen Einsatz, der über das normale Maß hinausging", so Schork.
Bis auf weiteres wird Martin Geisthardt - Geschäftsführer Finanzen - die anfallenden Aufgaben kommissarisch übernehmen. Ein sportliches Kompetenzteam gewährleiste "gemeinsam mit dem Trainerstab die uneingeschränkte operative Handlungsfähigkeit", heißt es vom Verein. Der FCM folge mit der Trennung von Otmar Schork "einem klar strukturierten Prozess der Neuausrichtung seines sportlichen Bereiches." Über die Neubesetzung der Position in der sportlichen Leitung würden die zuständigen Vereinsgremien "zu gegebener Zeit" entscheiden.