
In der Vorbereitung zur Rückrunde der Oberliga hatte es für den 1. FC Monheim noch so gut ausgesehen. Die Bilanz nach den ersten vier Pflichtspielen im Jahr 2026 fällt im Vergleich dazu eher ernüchternd aus: Vier Punkte aus vier Spielen sind zwar keine allzu schlechte Ausbeute, zufrieden mit dem Ertrag sollte der FCM aber nicht sein. Das sieht auch Trainer Dennis Ruess nach der 0:1-Niederlage gegen den TSV Meerbusch so.
„Wir haben uns viel vorgenommen. Wir waren aber nicht so unterwegs, wie wir es uns gewünscht haben und es auch können. Es ist jetzt aber nicht so, dass wir im Pokal gegen einen Kreisligisten gespielt haben. Nichtsdestotrotz wären die Möglichkeiten auf mehr Ertrag aber da gewesen“, sagt Ruess. Bewiesen, dass sie mehr können, haben die Rheinstädter in dieser Saison schon. Vor der Winterpause waren es sechs von sieben Ligaspielen, in denen sie punkteten, nur dem VfB Hilden musste sich der FCM im Dezember geschlagen geben (0:4).
Auch die Wintervorbereitung im Januar zeigte, dass die positive Entwicklung der Monheimer, die zu Saisonbeginn mit den Ergebnissen nicht immer zufrieden waren, weiterhin anhielt. Die Leistung in der Rückrundenpartie (0:1) gegen den Aufsteiger Dingden, den man zum Saisonauftakt im Sommer bereits besiegt hatte (2:1), überraschte den FCM jedoch selbst.
Ruess spricht davon, dass die Leistung, die unter den eigenen Erwartungen zurückblieb, auch etwas für Vorsicht gesorgt haben könnte, was in der Mannschaft die Intensität gedrosselt haben könnte. „Wir müssen auch ehrlich zu uns sein, dass wir im Moment in den ersten vier Spielen die Erwartungen an uns selbst nicht erfüllt haben. Wir haben vier Punkte geholt, aber haben dann auch den Anspruch, unsere Leistung zu bewerten. Unsere Leistung war für uns als Mannschaft nicht das, was wir bringen können“, sagt Ruess.
Nach dieser Bewertung hat sich der FCM interne Ziele für die nächsten Spiele gesetzt, nicht nur, was die Ergebnisse angeht, sondern auch, wie man Spiele angehen möchte. Ruess benennt klar das, was die Monheimer im Vergleich zu den vergangenen vier Partien anders machen wollen: „Wir müssen jetzt die Balance reinbekommen, dass wir mehr Feuer und Enthusiasmus nach vorne bekommen. Dass wir für uns persönlich mehr Druck ins Spiel bekommen. Das ist das, wo wir gerade dran arbeiten müssen.“
Gelingen soll dies jetzt erstmals gegen den VfL Jüchen-Garzweiler am Freitag, bei dem auch einige ehemalige Monheimer ein neues Zuhause gefunden haben. Im Hinspiel im Rheinstadion trennte man sich mit 1:2 aus Monheimer Sicht. Nach dem frühen Führungstreffer von Talha Demir (4.), waren es die eingewechselten Benjamin Schütz und Yuta Inoue, die in der zweiten Halbzeit die Treffer zum Sieg der Gäste erzielten (69. und 90. Minute).
Darüber, dass Jüchen mit nur 22 Gegentreffern aktuell die stärkste Defensive der Liga stellt, macht sich Ruess keine Gedanken. Denn auch der FCM ließ in den vergangenen Spielen wenig aus dem Spiel heraus zu. Wie man dagegen ankommt, ist dem Trainer klar: „Du musst weiter aktiv bleiben und das, was du leisten kannst, über 90 Minuten abrufen.“
Die drei Punkte wollen sich die Monheimer am Freitag in Jüchen sichern. Dass das auf jeden Fall möglich ist, macht Ruess deutlich: „Diese Liga ist sehr ausgeglichen, da kann wirklich jeder aktuell jeden besiegen. Deshalb geht es darum, die Sinne zu schärfen, das eigene Leistungsvermögen in jedem Spiel über 90 Minuten abzurufen und einfach weiterzumachen.“ Sollte dies dem FCM an diesem Wochenende gelingen, sollte das wohl neben einem Sieg für drei wichtige Punkte auch einer für die Moral sein.