2026-03-25T14:09:28.761Z

Allgemeines

So verändert das neue Sportheim den TSV Gruiten

Der zweitgrößte Sportverein der Stadt Haan zog bei seiner Jahresversammlung eine positive Bilanz, wählte den Vorstand neu und blickte ein wenig in die Zukunft. Die Finanzlage des TSV Gruiten ist stabil. Viel hängt am aktuellen Neubau.

von RP / Ralf Geraedts · Heute, 09:00 Uhr · 0 Leser
Sportlich ist der TSV Gruiten derzeit sehr zufrieden.
Sportlich ist der TSV Gruiten derzeit sehr zufrieden. – Foto: wilhelm gundlach

Rund 142 Jahre nach seiner Gründung steht der Turn- und Sportverein Gruiten 1884 vor einem Meilenstein in seiner Geschichte. Vermutlich im Juni dieses Jahres kann das neue Sportheim an der Straße Am Sportplatz in Betrieb genommen werden. Dann haben Freiluftsportler endlich wieder adäquate Kabinen, der Verein kann durch die zusätzlichen Kapazitäten im Mehrzweckraum auch seine Trainingstermine neu sortieren und auch ergänzen.

Dafür ist der Verein auf der Suche nach weiteren Übungsleitern. Bei der Jahresversammlung des mit mehr als 1300 Mitgliedern inzwischen zweitgrößten Sportvereins der Stadt Haan und des größten Vereins im Stadtteil Gruiten zog der Vorstand um den Vorsitzenden Angelos Tsangaris eine sehr positive Bilanz.

Kai Kipper, der das Baugeschehen federführend begleitet, berichtete, dass noch im März mit dem Verlegen der Böden und dem Einbau der Zwischendecken begonnen werde. Auch noch vor Ostern sollen die Pflasterarbeiten vergeben werden. Kipper zeigte sich optimistisch, dass der Verein bei den Kosten „eine Punktlandung“ schaffen werde; damit wären die 3,98 Millionen Euro städtischer Zuschuss auskömmlich gewesen. Gerade ist der Verein dabei, gezielte Spenden einzuwerben: Sponsoren können auf Wunsch einen Platz auf dem TSV-Wappen im neuen Sportheim erhalten. Die Zuwendungen – egal in welcher Höhe – können freiwillig geleistet werden, sind aber auch als verschenkbare Urkunde möglich. „Jeder zählt, jede zählt. Wir alle sind der TSV“ ist das Motto der Aktion. „Ich freue mich, wenn ihr alle das Sportheim benutzen könnt“, meinte Kipper, der ankündigte, der frühere (Fuß-)Weg von der Sinterstraße zum Sportheim werde wieder hergestellt.

Beste Spielzeit der Fußballer in der Vereinsgeschichte

Die Fußballabteilung des Vereins sieht die laufende Spielzeit als die beste ihrer Geschichte. Frank Budych freute sich, dass die Erste Herrenmannschaft den Aufstieg anpeile, die Zweite Mannschaft im gesicherten Mittelfeld steht und die Frauenmannschaft bisher, bis auf ein Unentschieden, alle Spiele gewonnen habe. In der Jugendabteilung ging der TSV beim Mädchenfußball eine Spielgemeinschaft mit Rhenania Hochdahl ein. Budych merkte kritisch an, dass die zunächst angesprochene SSVg Haan eine Zusammenarbeit kategorisch abgelehnt habe.

Für die Schwimmer freute sich Andrea Breuer, dass weitere Übungsleiter gewonnen werden konnten und es jetzt wohl gelingen werde, in der Schwimmschule die Wartelisten abzubauen. TSV-Schwimmer waren in nationalen und internationalen Wettbewerben erfolgreich am Start.

Die Turner erwägen, im neuen Sportheim auch Tanzangebote zu machen. Es stünden einige Investitionen an, die aus Erlösen des Familiensporttages am 25. April finanziert werden sollen. Die Turnabteilung bietet jungen Talenten einen Einstieg in den Sport; die Erfahrung habe aber gezeigt, dass Leistungsgedanken eher in anderen Vereinen umgesetzt werden.

Die Leichtathleten zählen aktuell rund 80 Kinder, die in drei Gruppen betreut werden, berichtete Nicole Richter. Derzeit gebe es eine Praktikantin, die vor den Sommerferien die Übungsleiter-C-Lizenz erhalten werde. Sie versucht Richter für den Verein zu gewinnen. Sie kündigte an, dass die Leichtathleten beim Fuchslauf in Vohwinkel und auch beim TSV-eigenen „Felderlauf“ dabei sein werden. Die Laufstrecke des Felderlaufes musste komplett neu geplant werden, seit der Kreis in der Vorwoche die viermonatige Sperrung des Wanderweges von der Winterstraße bis zur Ehlenbeck angekündigt habe.

Die Einrad-Abteilung hat mangels Sportheim Mitglieder eingebüßt, setzt insofern auf die Möglichkeiten im neuen Sportheim.

Die Tischtennis-Abteilung zählt mit ihren rund 100 Sportlern zu den größten Tischtennis-Gruppen der Region. Wegen des ständigen Zulaufs hofften die Sportler, so Sascha Pattberg, auf weitere Hallenzeiten – möglichst in Haan. Vier von fünf Mannschaften stehen vor dem Aufstieg.

Finanzlage des Vereins ist stabil

Die Finanzen des TSV Gruiten sind solide. Schatzmeister Carsten Julius, der auch die Digitalisierung der Vereinsverwaltung voranbringt, nannte die Finanzlage des Vereins stabil. Die Rücklagen konnten im Vorjahr deutlich erhöht werden. Ein großer Teil der Einnahmen und Ausgaben steht aktuell im Zusammenhang mit dem Sportheim-Bau, sei aber wegen der Finanzierung durch die Stadt ein durchlaufender Posten. Mit rund 78.000 Euro stellen die Personalausgaben den größten Ausgabenposten, aber damit erst kann das Sportangebot gesichert werden. Julius stellte Investitionen in weitere Sportgeräte in Aussicht.

Der Betrieb des neuen Sportheims werde wirtschaftlich eine neue Herausforderung sein. Für 2026 plant Julius mit Beitragseinnahmen von knapp 141.000 Euro. Alle Abteilungen erhalten die beantragten Mittel.

Einstimmig für weitere zwei Jahre bestätigt

Der geschäftsführende Vorstand – Vorsitzender Angelos Tsangaris, stellvertretender Vorsitzender Jürgen Boes und Schatzmeister Carsten Julius – wurde einstimmig für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt. Neu im Ehrenrat des Vereins – bisher Tanja Boes, Dieter Korten und Brigitte Heidemann – wurde erweitert um Ralf Adolphi, Ulrich Neuhaus, Britta Zimmerling.

Das Kinder- und Jugend-Schutzkonzept des Vereins wird in Kürze auch auf der Homepage des Vereins www.tsvgruiten.de/ veröffentlicht.