
Der gute Saisonstart von Borussia Mönchengladbachs U23 hat seit dem 3:2-Erfolg über Fortuna Köln sein erstes emotionales Highlight. Der eingewechselte Oguzcan Büyükarslan stellte in der sechsten Minute der Nachspielzeit auf 3:2 – und das in Unterzahl. „Es war ein sehr glücklicher Sieg, weil wir über das Spiel hinweg eher schlecht Fußball gespielt und nicht das umgesetzt haben, was wir uns vorgenommen haben“, mahnt Trainer Eugen Polanski, er weiß aber auch: „Trotzdem müssen wir uns nicht dafür entschuldigen, dass wir gewinnen.“
Auch schlechte Spiele zu gewinnen, ist eine der Eigenschaften, die Spitzenmannschaften auszeichnen. Wo es für die U23 in dieser Spielzeit hingeht, ist angesichts des runderneuerten Kaders noch schwierig zu beurteilen. Als Initialzündung könnte der Heimsieg trotzdem dienen. „Wenn du es richtig einordnest, kann es schon was mit dir machen“, sagt Polanski, der auf Veit Stange, Yannick Michaelis und Nico Vidic verzichten musste. Die drei U23-Akteure kamen beim zweiten Profitest beim FC Brentford zum Einsatz.
Währenddessen stand Neuzugang Tyler Meiser zum zweiten Mal über 90 Minuten in der Regionalliga West auf dem Platz. Der 18-Jährige kam vor wenigen Wochen aus der Jugend des BVB nach Mönchengladbach und wurde direkt mit einem langfristigen Profivertrag ausgestattet. „Er ist mit ein paar Wehwehchen aus Dortmund gekommen, deswegen konnten wir ihn lange schwierig einschätzen. Man erkennt sein grundsätzliches Talent, verteidigen zu wollen. Er hat ein gutes Aufbauspiel mit dem rechten Fuß. Mit dem linken hat er noch Probleme, aber er bemüht sich“, sagt Polanski über den deutschen U18-Nationalspieler.
In seinen ersten beiden Einsätzen im Herrenbereich zeigte Meiser zwei Gesichter: „Er hat in Bonn eine richtig gute Partie geliefert und eine schwächere gegen Fortuna Köln. Wir hoffen, dass er sich entwickelt und noch häufiger seine Klasse zeigt“, erklärt Polanski, der gegen Köln sowohl im Kettenverhalten als auch im Spielaufbau Defizite sah.
Meiser bildete die Viererkette am vergangenen Wochenende zusammen mit Michel Lieder, Lion Schweers und Yannik Dasbach. „Ich glaube, dass die Partner, die er bei uns an der Seite hat, gute Möglichkeiten für einen jungen Spieler bieten, sich zu entwickeln“, sagt Polanski. Schweers, Kapitän Lieder und Julian Korb sind alle drei erfahrenen Kräfte für die Defensive.
Die Situation bei Meiser stellt sich trotz Profivertrag anders da als bei den Leihgaben aus dem Bundesligakader. Der 18-Jährige ist im Trainingsbetrieb der U23, hat in der Regionalliga also nicht die Einsatzgarantie, die beispielsweise Fabio Chiarodia bei Reserve-Einsätzen in den vergangenen zwei Jahren hatte. Trotzdem gilt: „Es ist ja klar, dass wir einen Spieler mit Profivertrag auch auf den Platz bekommen wollen“, sagt Polanski.
Am Sonntag (14 Uhr) dürften Meisers Einsatzchancen gegen die SSVg Velbert angesichts der Rotsperre von Innenverteidiger Schweers gut stehen. Der Aufsteiger steht aktuell bei zwei Zählern. „Ich glaube schon, dass wir Favorit sind – da brauchen wir nicht drumherum reden. Das, was Velbert bis jetzt gezeigt hat, war gut. Man erkennt die Mentalität dieser Mannschaft“, sagt Polanski, der neben Schweers auf den verletzten Dillon Berko verzichten muss.