2026-04-10T07:15:08.667Z

Analyse

So läuft der Abstieg in Hessen-, Verbands- und Gruppenliga

Der alljährliche Domino-Effekt: Wieviele Teams aus den Klassen absteigen müssen, hängt vom Abstiegsgeschehen der darüberliegenden Ligen ab +++ Wir haben die realistischsten Konstellationen mal durchgespielt

von Philipp Durillo · Heute, 06:00 Uhr · 0 Leser
Wer macht am Ende Winke-Winke aus der Verbandsliga? Die SG Langstadt/Babenhausen und der FC Kalbach kämpfen noch gegen den Abstieg.
Wer macht am Ende Winke-Winke aus der Verbandsliga? Die SG Langstadt/Babenhausen und der FC Kalbach kämpfen noch gegen den Abstieg. – Foto: Dirk Affeldt (Archiv)

Drei Dinge im Leben sind sicher: Der Tod, Steuern und das alljährliche Rätselraten bis kurz vor dem Ende der Spielzeit, wieviele Teams denn nun aus den jeweiligen Klassen absteigen müssen. Bei vielen Vereinen und Spielern herrscht Unklarheit, zumal die Tabellen der Verbandsseite oft noch irreführend eingefärbt sind und eine andere Abstiegskonstellation suggerieren als tatsächlich der Fall ist. "Die im Spielgeschehen veröffentlichte Zahl der Absteiger ist der maximale Wert. Die Zahl der tatsächlichen Absteiger ist von der Anzahl der direkten Absteiger aus übergeordneten Spielklassen abhängig", heißt es auf der Webseite des Hessischen Fußball-Verbands. Eine wichtige Info. Nicht ohne Grund verzichten wir bei FuPa mittlerweile bei den meisten Ligen darauf, Absteigerzahlen einzufärben, um hier nicht für unnötige Irritationen zu sorgen. Entscheidend ist immer die Richtzahl, also die Zahl der Teams, die in der kommenden Saison 26/27 in der jeweiligen Klasse an den Start gehen sollen.

Wir haben mal durchgespielt, wie die aktuelle Situation aussieht.

Hessenliga (18 Teams, 1 Aufsteiger, max. 5 Direktabsteiger, Richtzahl 18)

Die Meisterschaft steht quasi fest, die U21 von Eintracht Frankfurt dürfte in den kommenden Wochen auch rechnerisch den Titel klarmachen, sechs Punkte muss die SGE-Reserve dafür noch holen aus sieben Partien. Dahinter hat der FC Eddersheim die besten Karten, als Vizemeister einzulaufen. Das Abstiegsgeschehen ist deutlich spannender. Da wohl ein Südwest-Team aus der 3. Liga in die Regionalliga absteigt, wird wohl Bayern Alzenau aus der Regionalliga runterkommen. Neben den drei Verbandsliga-Meistern stoßen also vier Teams neu in die Liga dazu. Der Meister verlässt die Liga, bedeutet also: Drei Teams müssen - Stand Ostermontag - direkt runter. Der Viertletzte würde in die Relegation mit den drei Vizemeistern der Verbandsliga gehen. Der Hanauer FC und der SV Adler Weidenhausen sind kaum noch zu retten. Davor ist es spannend: Die U21 von Darmstadt 98, der SC Waldgirmes, CSC Kassel, SV Hummetroth, VfB Marburg und der Hanauer SC sind nur wenige Punkte auseinander.

Verbandsliga Süd (17 Teams, 1 Aufsteiger, max. 5 Absteiger, Richtzahl 17)

Vorne haben derzeit der SV Unter-Flockenbach sowie Kickers Offenbach II die besten Karten in Sachen Aufstieg, doch insgesamt ist es ein Quintett, das sich noch berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg machen kann.

Hinten sind ebenfalls fünf Teams recht weit entfernt vom Mittelfeld. Alle müssen noch zittern, denn es könnte bis zu fünf Absteiger direkt erwischen. Die Klassenstärke bleibt gleich mit 17 Teams. Der Meister geht nach oben weg. Von unten kommen drei Meister aus den Gruppenligen Frankfurt West, Frankfurt Ost und Darmstadt hoch. Das bedeutet, es muss mindestens zwei Absteiger geben, um wieder auf 17 Teams zu kommen. Mit dem Hanauer FC kommt ein Team aus der Hessenliga runter, also wird es dann drei Absteiger aus der Verbandsliga geben. Steigt auch noch der Unterbau des SV Darmstadt 98 II ab und meldet für die Verbandsliga, würden vier Teams absteigen. Steigt auch noch der SV Hummetroth ab, müssten fünf Verbandsligisten direkt absteigen. Dieser Fall ist allerdings sehr unwahrscheinlich.

Aus südhessischer Sicht sind in Sachen Verbandsliga-Abstieg vor allem die SG Langstadt/Babenhausen und der FCA gefährdet. Theoretisch ist auch noch der SV Rot-Weiß Walldorf II in der Verlosung. Mindestens ein Team wird es definitiv erwischen.

Gruppenliga Darmstadt (18 Teams, 1 Aufsteiger, max. 6 Absteiger, Richtzahl 17)

Hier geht's zu wie im Haifischbecken. Im Extremfall könnte theoretisch ein Drittel der Liga direkt absteigen. Aber tritt dieser auch ein? Wohl nicht. Mal durchgerechnet: Der Meister geht hoch in die Verbandsliga, bleiben 17 Teams. Von unten kommen drei KOL-Champions hoch, das wären dann also 20 Teams. Um also auf die Richtzahl 17 zu kommen, müssen mindestens drei Teams direkt aus der Gruppenliga absteigen. Kommt die SG Langstadt/Babenhausen runter, steigen vier Teams aus der Gruppenliga direkt ab. Kommen die SG und der FCA direkt runter, steigen fünf Teams aus der Gruppenliga direkt ab. Würde es auch noch Walldorf II erwischen, würden sechs Teams aus der Gruppenliga runtermüssen. Doch das ist - Stand 13. April - sehr unwahrscheinlich.

Ganz hinten sind SKV Büttelborn und der FC Alsbach schon etwas abgeschlagen, davor sind der TSV Seckmauern, der SV Fürth, der FC 07 Bensheim und der SV Geinsheim nur vier Zähler auseinander. Auch die SG Wald-Michelbach schaut noch in den Rückspiegel.

Vorne scheint der VfB Ginsheim trotz zuletzt wechselhafter Ergebnisse seinen Vorsprung ins Ziel zu bringen. Dahinter kommen mehrere Teams noch für den zweiten Platz in Frage.