
Kurz vor dem Rückrundenstart in allen überkreislichen Herren-Spielklassen ist ein großer Plan des Fußball- und Leichtathletik-Verbands Westfalen (FLVW) bekannt geworden, der eine große Strukturreform in den kommenden Jahren vorsieht, um die Effizienz zu steigern. Die bestehenden 29 Kreise sollen möglichst auf unter 20 reduziert werden.
Die Anzahl der Herren-Mannschaften, die eine Saison auf Kreisebene beenden, entscheidet, wie viele Aufstiegsplätze zur Bezirksliga der jeweilige Fußball-Kreis in der kommenden Saison erhält. Es dürfte auch bei einer möglichen Kreisreform ein wichtiger Anhaltspunkt sein, um Kreise sinnvoll fusionieren zu lassen.
FuPa Westfalen stellt euch elf mögliche Kreis-Fusionen vor, um die Kreise von 29 auf 18 zu reduzieren. Es wäre eine passende Zahl, da der Regelfall 36 Aufsteiger zur Bezirksliga vorsieht.
Paderborn/Höxter
Es könnte der neue "Mega-Kreis" in Ostwestfalen-Lippe (OWL) werden. Beide sind bereits "Fusions-Kreise" aus dem Jahr 2013, als Paderborn und Büren sowie Höxter und Warburg zusammengingen. Es ist festzuhalten, dass es in Höxter seit Jahren mit der Anzahl an Mannschaften bergab geht. Zusammen könnten so viele Mannschaften erreicht werden (aktuell 185), dass man gemeinsam drei Bezirksliga-Aufsteiger bekommen könnte, wenn dies weiterhin nach dem bislang benutzten Hare/Niemeyer-Verfahren berechnet wird (siehe unten).
Bielefeld/Herford
Es wäre ein weiterer großer OWL-Kreis mit satten 168 Mannschaften. Beide sind zwei traditionsreiche Kreise, die es seit fast 80 Jahren gibt. Die Wege sind auf jeden Fall kurz. Wobei teilweise Vereine aus dem Kreis Herford aber auch möglicherweise Richtung Norden, also Minden-Lübbecke, tendieren würden, wenn sie es selbst entscheiden dürfen.
Minden/Lübbecke
Mit Minden und Lübbecke würde etwas verschmelzen, was politisch schon seit über 50 Jahren existiert. Mit 127 Mannschaften hätten beide eine große Chance, jeweils auch einen Direktaufsteiger zur Bezirksliga behalten zu dürfen.
Gütersloh/Beckum
Beckum ist seit Jahren der kleinste Kreis mit nur etwas über 40 spielenden Mannschaften. Die Existenz steht schon lange in Frage. Eine Vergrößerung des angrenzenden Kreises Gütersloh würde Sinn machen. Wobei sich Vereine aus dem Kreis Beckum möglicherweise auch lieber für Münster oder Unna/Hamm entscheiden würden.
Lemgo/Detmold
Jährlich tragen Lemgo und Detmold im Winter die attraktiven Lippischen Hallen-Meisterschaften aus. Dass man nun in der Gesamtheit zusammenfindet, dürfte sicherlich wenig Gegenwehr geben. Da man aber gemeinsam nur 112 Mannschaften aktuell stellt, könnte es nicht mehr für zwei Direktaufsteiger zur Bezirksliga reichen. Wie schon mal erwähnt, alles unter der Voraussetzung, dass weiterhin das Hare/Niemeyer-Verfahren angewendet wird.
Tecklenburg/Steinfurt
Hier würden zwei mittelgroße Fußball-Kreise fusionieren, die auch politisch viel gemeinsam haben. Es wäre im Münsterland nur ein logischer Schritt. Gemeinsam käme man aktuell auf 140 Mannschaften.
Gelsenkirchen/Herne
Der Kreis Herne hat große Probleme. Die A-Liga löst sich mehr und mehr auf. Aktuell gehen dort nur noch 13 Mannschaften an den Start, so dass über eine Neuaufstellung der Kreisligen nachgedacht wird. Die Kreisreform des FLVW dürfte dies aber hinfällig machen, da es zur Auflösung von Herne kommen könnte. Die Vereine könnten sich in alle Himmelsrichtungen aufmachen, um ein neues Zuhause zu finden. Dortmund, Bochum oder Recklinghausen. Wir haben uns hier in unserem Beispiel für einen Komplett-Anschluss an Gelsenkirchen entschieden, was aber tatsächlich eher unwahrscheinlich erscheint. Gemeinsam wäre man aktuell mit 153 Mannschaften der viertgrößte Kreis.
Lippstadt/Soest
Zwei kleine benachbarte Kreise, die seit Jahren bei der Anzahl der Mannschaften zum unteren Drittel gehören. Politisch gibt es hier viele Verflechtungen. Lippstadt selbst gehört seit 1975 zum politischen Kreis Soest. Wenn man die aktuell 120 Mannschaften aufrechterhalten kann, wären sogar rechnerisch weiterhin zwei Direktaufsteiger zur Bezirksliga gegeben.
Hagen/Iserlohn
Eine Zusammenlegung, die auf den ersten Blick Sinn machen könnte. Mit zusammen 138 Mannschaften könnten beide Regionen auch jeweils einen Direktaufsteiger behalten.
Olpe/Lüdenscheid
Es dürfte in Südwestfalen viele Gespräche geben, was Sinn macht. Lüdenscheid wird sich bei aktuell 47 Mannschaften auflösen müssen. Eine komplette Fusion mit Olpe ergäbe eine Zahl von 117 Mannschaften.
Hochsauerlandkreis/Arnsberg
Last but not least dürfte alles auf eine große Sauerland-Fusion hinauslaufen. Arnsberg hat den Stein ins Rollen gebracht, da in der kommenden Woche zu einer Infoveranstaltung eingeladen wurde. Flächenmäßig wäre es nach Paderborn/Höxter auf den ersten Blick der größte Kreis in Westfalen. Aber trotz einer Fusion und damit 110 Mannschaften bliebe man möglicherweise fast der kleinste Kreis. Kleiner wäre nur der "Alt-Kreis" Unna/Hamm, den wir in unserer Darstellung so belassen haben. Anzumerken ist noch, dass der HSK bereits eine Fusion von Brilon und Meschede aus dem Jahre 2013 ist.

Hinweise zur Grafik:
Dortmund
Bochum
Recklinghausen
Ahaus/Coesfeld
Münster
Siegen/Wittgenstein
Unna/Hamm
