
Mit großer Besorgnis nehmen die Verantwortlichen des Fußballbezirks Nordschwarzwald die Entwicklung auf den Sportplätzen zur Kenntnis. Das Sportgericht des Bezirk Nordschwarzwald hat sich deshalb, in Zusammenarbeit mit dem Bezirksvorsitzenden Wolfgang Ottmar, dafür entschieden, mit einem Offenen Brief an die Vereine auf diese besorgniserregende Entwicklung zu reagieren und die Vereine darum zu bitten, in ihrem Umfeld und Wirkungskreis entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, damit dieser Trend gestoppt wird und der Fußball wieder das wird was er ist, ein gemeinsames Hobby, das alle begeistert. Das ist der Offene Brief:
"Im Fußballbezirk Nordschwarzwald schlagen die Sportrichter Alarm
Fußballbezirk Nordschwarzwald warnt vor zunehmenden Verfehlungen auf und neben dem Platz. Die Zahl der sportgerichtlichen Verfahren ist in diesem Jahr deutlich angestiegen. Wie der Vorsitzende des Sportgerichts, Robert Trautwein, in der jüngsten Sitzung mitteilte, ist die Entwicklung besorgniserregend. Bereits in den ersten beiden Runden des Bezirkspokals mussten die Sportrichter in insgesamt 22 Fällen aktiv werden und Urteile sprechen – ein außergewöhnlich hoher Wert, der Anlass zur Sorge gibt. Zudem bereitet eine zunehmende Verrohung der Sitten, bis hin zu Spielabbrüchen, große Sorgen.
„So kann das nicht weitergehen“, betonte Trautwein. „Wenn diese Tendenz anhält, müssen wir uns personell verstärken, nur um die Vielzahl der Urteile überhaupt abarbeiten zu können. Das kann und darf nicht unser Ziel sein.“ Derzeit sind im Sportrichterteam von Robert Trautwein noch Willi Graf, Karl Eugen Schiller, Martin Schroth und Lothar Gmeiner für die Ligen der Aktiven in Männer- und Frauenbereich, sowie bei der Fußballjugend, verantwortlich.
Neben den zahlreichen Platzverweisen registriert das Sportgericht eine deutliche Zunahme an Fehlverhalten verschiedenster Art. Dazu zählen vor allem Beleidigungen gegenüber Schiedsrichtern und Zuschauerausschreitungen, aber auch Trainer, die ihrer Vorbildfunktion nicht gerecht werden. Auch neu: Selbst innerhalb einer Mannschaft kommt es gelegentlich zu unschönen Auswüchsen.
Besonders bedrückend: Selbst im Jugendbereich müssen immer häufiger Strafen ausgesprochen werden – oftmals, weil Eltern, Trainer oder Betreuer am Spielfeldrand die Grenzen des sportlich Fairen überschreiten. „Wir müssen als Fußballfamilie dringend gegensteuern“, so Trautwein weiter. „Fairness, Respekt und Vorbildverhalten sind Grundwerte, ohne die unser Sport nicht funktionieren kann.“
Der Fußballbezirk Nordschwarzwald will daher künftig konsequenter gegen Fehlverhalten vorgehen und stärker auf die Einhaltung der Regeln achten. "Ein erster Ansatz wird sein, Spiele von auffälligen Vereinen verstärkt unter Beobachtung durch Bezirksmitarbeiter zu stellen", sagt der Bezirksvorsitzende Wolfgang Ottmar. Ziel ist es, das Bewusstsein bei allen Beteiligten zu schärfen und die Werte des Sports wieder stärker in den Vordergrund zu rücken. „Wir wollen nicht tatenlos zusehen, wie sich dieses Verhalten weiter ausbreitet“, heißt es aus dem Kreis der Sportrichter. „Wer den Fußball liebt, muss auch bereit sein, seine Werte zu schützen,“ ergänzt Ottmar."