
Der 14:0-Erfolg der TSG Ailingen gegen den FC Leutkirch in der Bezirksliga Bodensee wird mit großer Wahrscheinlichkeit als eines der außergewöhnlichsten Spiele der jüngeren Ligageschichte in Erinnerung bleiben. Für die Mannschaft von Spielertrainer Daniel Di Leo war es zugleich der zweite Sieg in Folge nach der Winterpause – und ein Resultat, das selbst den erfahrenen Trainer überrascht hat.
Di Leo ordnete das Spiel nach dem Abpfiff nüchtern ein und stellte zunächst die Dimension des Ergebnisses heraus: „Da habe ich selber noch nie erlebt in meiner ganzen Karriere als Spieler, Spielertrainer oder Trainer. Das wir da zehn Tore in der zweiten Halbzeit schießen, ist eine Nummer.“ Die Partie entwickelte sich besonders nach der Pause zu einem einseitigen Spiel. Bereits zur Halbzeit hatte Ailingen 4:0 geführt, danach fielen noch zehn weitere Treffer.
Trotz des deutlichen Ergebnisses zeigte sich Di Leo in seiner Analyse zurückhaltend. Der Trainer wollte den hohen Sieg nicht ausschließlich als Ausdruck eigener Stärke verstanden wissen. „Ich weiß, es werden sich jetzt viele für diese Sätze an den Kopf langen oder sagen, was hat er denn jetzt wieder? Es war tatsächlich nicht so gut von uns.“
Seiner Einschätzung nach gab es trotz der vielen Tore auch kritische Aspekte im Spiel der eigenen Mannschaft. „Es waren viele Unkonzentriertheiten und die Mannschaft von Leutkirch hat sich dann komplett aufgegeben, das hat mir dann auch ein Stück weit leid getan.“ Di Leo betonte zudem den respektvollen Umgang mit dem Gegner. „Wir waren nie respektlos, ich habe mich auch super mit dem Trainer Daniel Schmid verstanden und habe mich dann auch nach dem Spiel sehr respektvoll bei ihm verabschiedet.“
Im Mittelpunkt stand für ihn vor allem ein anderer Aspekt: „Das war mir das Wichtigste, dass sich heute keiner verletzt hat.“ Gerade vor dem Hintergrund der angespannten Tabellensituation wolle er den Blick weiterhin auf die sportliche Aufgabe richten. „Ich werde nicht vergessen, in welcher Situation wir sind, das steht über allem.“
Der klare Sieg hat die Offensivbilanz der Ailinger deutlich verbessert. Di Leo weiß um die Wirkung solcher Ergebnisse, ordnet sie aber vorsichtig ein: „Klar, jetzt haben wir nach zwei Spielen nach der Winterpause 19:0 Tore, das schiebt uns natürlich irgendwo an.“ Dennoch will der Trainer verhindern, dass sich seine Mannschaft von den Resultaten blenden lässt. „Aber ich zeige immer noch den Finger und das werde ich die nächsten Wochen auch nicht aufhören. Wir werden sehr, sehr hart weiter trainieren, weil wir noch ganz viele Punkte gutmachen müssen. Ich werde auch nicht vergessen, was in der Vorrunde alles gelaufen ist.“
Sportlich war das Spiel von Beginn an klar geprägt. Dean Fiegle eröffnete in der 18. Minute den Torreigen, weitere Treffer von David Eberhardt, Ömer Faruk Avci und Okan Korkmaz sorgten bereits vor der Pause für eine deutliche Führung. Nach dem Seitenwechsel folgten weitere Tore – darunter bemerkenswerte sechs Treffer von Torjäger Dean Fiegle sowie Tore von Marcel Bürgin und Malik Tepes – bis schließlich das ungewöhnliche Endergebnis von 14:0 feststand.
In der Tabelle der Bezirksliga Bodensee hat die TSG Ailingen damit den Abstand zum unteren Tabellenbereich etwas vergrößert. Mit 25 Punkten steht die Mannschaft nun auf Rang elf. Für Daniel Di Leo bleibt die Marschrichtung trotz des Rekordsiegs eindeutig: Der Blick richtet sich weiterhin auf den Kampf um wichtige Punkte – und nicht auf das außergewöhnliche Ergebnis eines einzelnen Spieltags.