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Allgemeines

So begründet Markovic seinen Wechsel zum Stadt-Konkurrenten

FuPa-Teamcheck: SV Böblingen will mit klarer Handschrift 2026 starten

von Nicolas Bläse · 12.01.2026, 19:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: Peter Harich

Nach dem Aufstieg mit der TSVgg Plattenhardt und einem Winterwechsel zum SV Böblingen steht Slobodan Markovic vor einem Neubeginn in der Landesliga, Staffel 2. Seine Bilanz ist nüchtern, sein Blick nach vorn gerichtet.

Einordnung

Wenn ein Trainer mitten in einer laufenden Landesliga-Saison den Verein wechselt, dann braucht es gute Gründe – und eine klare innere Haltung. Slobodan Markovic, seit diesem Winter Coach des SV Böblingen, bringt beides mit. Zuvor hatte er die TSVgg Plattenhardt aus der Bezirksliga bis in die Landesliga Württemberg Staffel 2 geführt und dort bis zum Ende der Hinrunde betreut. Nun steht er beim Stadtkonkurrenten vor seiner ersten Rückrunde – noch ohne ein einziges Pflichtspiel an der Seitenlinie.

Bilanz eines Aufsteigers

Sportlich blickt Markovic auf eine erfolgreiche erste Saisonhälfte zurück. „Der Aufstieg in die Landesliga war im vergangenen Jahr ein großer Erfolg für den Verein und die Mannschaft“, sagt er über seine Zeit bei der TSVgg Plattenhardt. Mit 20 Punkten zur Winterpause und Rang elf habe man als Neuling „absolut zufrieden sein“ können. Besonders hebt er hervor: „Wir haben in der Liga eine bemerkenswerte Rolle gespielt, viele Spiele auf Augenhöhe bestritten und gezeigt, dass wir in der Landesliga konkurrenzfähig sind.“ Für Markovic fällt das Fazit entsprechend klar aus: „Sportlich ist das Fazit daher insgesamt sehr positiv.“

Mentalität und Schlüsselmomente

Nicht einzelne Spieler, sondern das Kollektiv steht für ihn im Mittelpunkt. „Wir haben uns in der Hinrunde vor allem als Mannschaft enorm weiterentwickelt“, betont der Trainer. Der größte Fortschritt sei „das geschlossene Auftreten des Teams – jeder Einzelne hat seinen Teil dazu beigetragen“. Dass Plattenhardt in der neuen Liga bestehen konnte, lag für ihn auch daran, dass „in vielen Phasen immer wieder unterschiedliche Spieler in den Vordergrund getreten“ seien und Verantwortung übernommen hätten.

Unvergessen bleiben für ihn zwei Spiele: „Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die Spiele gegen den VfL Sindelfingen und den MTV Stuttgart, die wir jeweils in letzter Sekunde für uns entscheiden konnten.“ Diese Siege seien Belege für den Charakter des Teams gewesen: „Diese Momente haben gezeigt, wie sehr wir als Team zusammengewachsen sind und welche Mentalität in der Mannschaft steckt.“

Der Wechsel nach Böblingen

Der Schritt zum SV Böblingen war für Markovic kein taktisches Manöver, sondern eine persönliche Entscheidung. „Die Gründe für meinen Wechsel lagen ausschließlich in meinen persönlichen Gedanken und Gefühlen zum Thema Fußball“, erklärt er. Es sei ihm um „Weiterentwicklung, neue Impulse und die Perspektive auf weiteren sportlichen Erfolg“ gegangen. Die Reaktionen in Plattenhardt beschreibt er nüchtern: „Die Reaktionen innerhalb der Mannschaft und bei den Verantwortlichen in Plattenhardt waren verständlicherweise unterschiedlich.“ Für ihn gehört das dazu: „Das ist im Fußball ganz normal und gehört zum Sport dazu.“ Wichtig war ihm vor allem eines: „offen und ehrlich zu kommunizieren und den gemeinsamen Weg, den wir gegangen sind, mit Respekt abzuschließen.“

Wert der Vergangenheit

Die Monate in Plattenhardt betrachtet Markovic als wichtigen Baustein für seine neue Aufgabe. „Die Zeit bei der TSVgg Plattenhardt und in der Landesliga war für mich sehr wertvoll“, sagt er. Besonders die intensive Auseinandersetzung mit der Spielklasse habe ihn geprägt: „Ich konnte die Liga, ihre Spielweisen und die einzelnen Mannschaften intensiv kennenlernen.“ Genau dieses Wissen will er nun in Böblingen nutzen, „da sie mir helfen werden, Situationen besser einzuschätzen und meine zukünftige Arbeit gezielt darauf auszurichten“.

Startschuss für den Neustart

Noch hat Markovic kein Pflichtspiel mit dem SV Böblingen bestritten, doch der Fahrplan steht. „Die Vorbereitung startet am 19.01.2026“, sagt er. Inhaltlich geht es ihm um Struktur und Orientierung: „In dieser Phase geht es für uns vor allem darum, klare Ziele zu definieren und eine gemeinsame Richtung vorzugeben.“ Ein Kernpunkt sind die Abläufe auf dem Platz. „Ein zentraler Schwerpunkt wird auf den Spielprinzipien liegen, die wir Schritt für Schritt erarbeiten und festigen wollen.“ Entscheidend ist für ihn, dass die Mannschaft nicht nur spielt, sondern versteht: „Dabei ist mir wichtig, dass die Mannschaft diese Prinzipien versteht, verinnerlicht und auf dem Platz umsetzt.“

Kader, Qualität und Tests

Auch im Winter verfolgt Markovic keinen radikalen Umbau. „In der aktuellen Phase liegt der Fokus klar auf dem bestehenden Kader“, sagt er über die Planung. Die Spieler hätten „gezeigt, dass sie viel Potenzial besitzen“, das man jetzt weiterentwickeln wolle. Deshalb gehe es „weniger um größere Veränderungen, sondern darum, die vorhandene Qualität weiter zu fördern“. Testspiele sieht er als wichtiges Werkzeug: „Eine wichtige Rolle spielen dabei die Testspiele in der Vorbereitung.“ Gerade Partien gegen starke Gegner sollen helfen, „Prozesse anzustoßen, Erkenntnisse zu gewinnen und die Entwicklung der Mannschaft weiter voranzutreiben“.

Ziele für die Rückrunde

Mit 33 erzielten Toren und nur 19 Gegentreffern bringt der SV Böblingen eine solide Basis in die zweite Saisonhälfte mit. Markovic formuliert seine Ambitionen bewusst nicht in Tabellenplätzen. „Unser Ziel für die Rückrunde ist es, attraktiven und guten Fußball zu spielen, dabei Freude am Spiel zu haben und möglichst viele Spiele zu gewinnen.“

Für ihn zählen Inhalte mehr als Zahlen: „Aktuell steht für mich weniger die konkrete Tabellenposition im Vordergrund.“ Doch er lässt auch eine klare Erwartung erkennen: „Wenn wir die Dinge umsetzen, über die wir gesprochen haben – klare Spielprinzipien, Entwicklung der Mannschaft und eine gute Trainingsarbeit – dann bin ich überzeugt, dass wir uns im oberen Tabellendrittel wiederfinden können.“

Ausblick

Am Ende ist es der Alltag, der Markovic antreibt. „Ich freue mich einfach auf den Fußball“, sagt er über die kommenden Monate. Der Reiz des Neuanfangs ist spürbar: „Auf den neuen Verein, die neue Mannschaft und die tägliche Arbeit auf dem Platz.“ Besonders blickt er auf das, was erst noch kommt: „auf die neuen Herausforderungen, die vor uns liegen – auf das erste Spiel an der Seitenlinie genauso wie auf den gemeinsamen Weg mit dem Team“. Seine Haltung fasst er schlicht zusammen: „Am Ende geht es genau darum: Fußball zu leben und jeden Tag mit Leidenschaft zu arbeiten.“