2026-04-16T10:11:10.190Z

Allgemeines

So abhängig ist der KFC Uerdingen von einem Offensiv-Trio

60 Prozent der Saisontore der Uerdinger gehen auf das Konto von Alexander Lipinski, Etienne-Noel Reck und Mohamed Benslaiman Benktib. Doch zuletzt traf jeder der Schlüsselspieler nur einmal. Ein Warnsignal vor den anstehenden Top-Spielen

von Marvin Wibbeke · Heute, 09:00 Uhr · 0 Leser
Beim KFC treffen häufig die gleichen Namen.
Beim KFC treffen häufig die gleichen Namen. – Foto: IMAGO/ Funke Foto Services

Als Adam Tolba beim Gastspiel des KFC Uerdingen beim 1. FC Monheim in der Oberliga Niederrhein nach einem Fehler in der Abwehr frei zum Schuss kam und den Ball mit Wucht in die Maschen drosch, konnte man beinahe hören, welche Last von seinen Schultern gefallen war. Seit seiner Rückkehr zum KFC Uerdingen – Tolba hatte den Klub nach dem Regionalliga-Rückzug zunächst verlassen und war am ersten Spieltag gegen die Sportfreunde Baumberg als weiterer Offensivspieler präsentiert worden – hat er in vielen Partien das Angriffsspiel des KFC in verschiedensten Rollen belebt und bereichert. Eine Sache zog sich trotz viel Einsatz aber durch die gesamte Saison und wurde in den vergangenen Wochen immer deutlicher. Adam Tolba hatte einfach kein Glück im Abschluss. Trotz großer Bemühungen fehlte in den Aktionen vor dem Tor immer eine Kleinigkeit, sodass entweder der Ball knapp vorbeiging oder ein Gegenspieler doch noch seinen Fuß dazwischen bekam.

Nach seinem ersten Saisontreffer lief Tolba schnurstracks zur Krefelder Bank und war wenig später in einer Jubeltraube verschwunden. Auch Trainer Julian Stöhr war froh über den Treffer, weil Tolba direkt abgeschlossen hatte und nicht noch versucht habe, einen Gegenspieler aussteigen zu lassen. Es bleibt zu hoffen, dass der Offensivspieler aus seinem Premierentreffer Selbstvertrauen ziehen kann. Denn genau das lassen andere Offensivkräfte derzeit mitunter vermissen – und das ausgerechnet in der Saisonphase, in der dem KFC Uerdingen die beiden Top-Spiele gegen den VfB Hilden (Samstag, 18 Uhr) und bei Ratingen 04/19 (Sonntag, 26. April, 15 Uhr) ins Haus stehen. Und sollten die Uerdinger, die derzeit sechs Punkte hinter dem Spitzenduo auf dem dritten Platz liegen, noch in den Meisterkampf einsteigen wollen, sollten diese beiden Spiele tunlichst gewonnen werden.

Torflaute beim KFC

Blickt man auf die Tabelle und die Torverhältnisse der drei Teams, dann fällt direkt auf, dass der KFC die mit Abstand wenigsten Treffer erzielt hat. Während Ratingen (73 Tore) und Hilden (74 Tore) die treffsichersten Teams der Liga sind, kommen die Uerdinger auf gerade einmal 45 Tore. Vor allem in den vergangenen Wochen ist die Diskrepanz mehr als deutlich geworden. In den vergangenen acht Ligaspielen erzielte Hilden 26 Treffer, Ratingen 18 und der KFC Uerdingen gerade einmal zehn. Viel zu wenig für die Ansprüche des Klubs.

Eine interessante Statistik: Diese zehn Tore wurden von zehn verschiedenen Spielern erzielt. Kein KFC-Spieler traf in dieser Zeit mehr als ein Mal. Anhand dieser Zahlen wird deutlich, wie abhängig die Uerdinger über weite Strecken der Saison vom Trio bestehend aus Alexander Lipinski, Etienne-Noel Reck und Mohamed Benslaiman Benktib war und ist. Nach der Hinrunde waren die drei Spieler für 71 Prozent der Ligatore des KFC Uerdingen verantwortlich. Inzwischen ist die Quote auf immer noch immense 60 Prozent gesunken.

Lipinski glücklos

In den vergangenen acht Spielen traf jeder aus diesem Trio nur noch ein Mal, Lipinski wie so oft in dieser Saison vom Punkt. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die drei nicht in allen Spielen auf dem Platz standen. Doch es gab definitiv Phasen in der Spielzeit, in denen das Trio effektiver war.

Rechtsaußen Lipinski wirkte in den vergangenen Wochen oft glücklos im Abschluss, seine Tempodribblings waren nicht von Erfolg gekrönt, die Hereingaben auf die Mitspieler nicht genau genug. Während in der Hinrunde teilweise das Spiel fast ausschließlich über seine Seite lief, blieb er zuletzt in Monheim blass, vieles ging da über die andere Flanke, wo Yasin-Cemal Kaya deutlich mehr Einfluss aufs Spiel ausübte. Stürmer Reck kam in den vergangenen Wochen auch nicht mehr so richtig in die Abschlussaktionen, wurde gegen Monheim relativ früh ausgewechselt. Dann offenbart sich ein weiteres Dilemma, denn wenn Reck als Zielspieler wegfällt, gibt es keinen adäquaten Ersatz im Sturmzentrum – und die ohnehin schon eher harmlose Offensive ist um eine Option ärmer.

Insofern setzen beim KFC alle darauf, dass die drei Protagonisten wieder besser in Tritt kommen – und, dass bei Tolba der Knoten nun geplatzt ist.