
Erst hatten sie kein Glück, und dann kam auch noch Pech hinzu. So in etwa lässt sich das Gastspiel von TuRU Düsseldorf beim Tabellenführer 1. SpVg Solingen-Wald zusammenfassen. Die Oberbilker boten dem Ligaprimus auf dessen Anlage über 90 Minuten die Stirn, standen am Ende aber mit leeren Händen da. Ein „Slapstick“-Tor besiegelte die 0:1-Niederlage der Blau-Weißen, die damit auf einen Abstiegsrang in der Landesliga abrutschten.
„Das Spiel auf diese Weise zu verlieren, ist ganz bitter. Wir hätten heute definitiv ein Unentschieden verdient gehabt. Ich habe zu keinem Zeitpunkt einen Klassenunterschied erkennen können“, sagte Francisco Carrasco nach der Partie.
Dass die Gastgeber die nächsten drei Punkte auf dem Weg in die Oberliga einheimsen konnten, hatten sie in erster Linie dem Gegner zu verdanken, der bei der Entstehung des einzigen Treffers an diesem Nachmittag fleißig mithalf. Zunächst war es Torhüter Marius Delker, der an der eigenen Strafraumgrenze ausrutschte und so den Ball vertändelte. Innenverteidiger Lukas Reitz versuchte dann noch, die heikle Situation irgendwie zu retten. Doch anstatt den Ball zu klären, schoss der 30-Jährige versehentlich Solingens Nikolaos Skondras an. Von dessen Kopf landete der Ball letztlich im TuRU-Gehäuse.
Trotz der unglücklichen Aktion zahlte sich Reitz` Rückkehr in die Startformation voll aus. Gemeinsam mit dem nach langer Sperre erstmals wieder spielberechtigten Daniel Rey stabilisierte der ehemalige Nachwuchsspieler von Borussia Mönchengladbach die Deckung der Turu. „Wenn man die Situation vor dem Gegentor ausklammert, haben wir Solingen eigentlich gar nichts gestattet“, konstatierte Carrasco.
Das durfte durchaus als großes Kompliment an seine Mannschaft verstanden werden. Schließlich stand auf der Gegenseite nicht irgendwer, sondern das individuell Beste, das die Landesliga in dieser Saison zu bieten hat. Mit Georgios Siadas, Leander Goralski, Babacar M`Buenge, Erkan Ari und Fabio Di Gaetano standen unter anderem gleich fünf Ex-Fortunen in der Solinger Startelf, die insgesamt mehr Mühe als erwartet hatte mit der TuRU. Diese hätte sich in der Schlussphase beinahe auch noch belohnt für ihre Bemühungen, hatte aber Pech, dass der Freistoß von Mohamed Darwish nur an die Latte klatschte.
Francisco Carrasco zog trotz der Niederlage viel Positives aus der Partie. „Wir haben gezeigt, dass wir mit diesem Topteam mithalten können. Auf diese Leistung können und müssen wir aufbauen“, sagte der 50-Jährige, der mit seinem Team schon am Freitag wieder gefordert ist. Dann stellt sich der Tabellenneunte SC Velbert im Stadion an der Feuerbachstraße vor.