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"Sind als Kollektiv ein Stück weiter"

Backhaus über Fortschritte, Spielidee und den Gegner Fortuna Düsseldorf

von red · 16.10.2025, 07:35 Uhr · 0 Leser
– Foto: Imago Images

Nach der Länderspielpause und dem überzeugenden 6:0-Testspielerfolg gegen den 1. FC Magdeburg will Eintracht Braunschweig am Freitagabend beim Flutlichtspiel in Düsseldorf wieder Zählbares einfahren. Vor dem Duell mit der Fortuna sprach Trainer Heiner Backhaus auf der Pressekonferenz über den Entwicklungsprozess seiner Mannschaft, die Trainingsarbeit der vergangenen Tage und die besondere Herausforderung gegen den Klub aus Nordrhein-Westfalen.

Bei Fortuna Düsseldorf hat mit Markus Anfang ein neuer Coach das Kommando übernommen – ein Aspekt, der die Vorbereitung erschwerte. Backhaus erklärte:

„Man bereitet sich auf die Spieler im Kader und die Spielidee des neuen Coaches vor. Wir haben Düsseldorf in Bochum live gesehen, haben uns auch Spiele von Markus Anfang aus seiner vorherigen Station angeschaut. Damit haben wir Erfahrungswerte. Es wird ein Mix werden.“

Besonders die individuelle Qualität der Fortuna bereitet Respekt, dennoch sieht der Eintracht-Trainer sein Team gewappnet:

„Gerade bei einer Mannschaft mit so viel Qualität müssen wir dagegenhalten. Jetzt sind wir als Kollektiv ein Stück weiter als in den vorherigen Begegnungen. So werden wir dann unser Spiel spielen.“

In den vergangenen beiden Wochen stand bei den Löwen vor allem Detailarbeit im Vordergrund – mit sichtbarem Erfolg, wie Backhaus betonte:

„Wir haben das Spiel in der ersten Zone vereinfacht, weil wir uns da oft selbst in die Bredouille gebracht haben. Durch die ständigen Wechsel in der hinteren Kette fehlten uns dort einfach die Abläufe. Das hat man gegen Magdeburg deutlich besser gesehen.“

Auch im Angriffsspiel habe die Mannschaft Fortschritte gemacht, so der Trainer weiter:

„Wir konnten viele Zwei-gegen-Eins-Situationen mit Ball kreieren, hatten kurze Passabstände und waren kompakter. Der Fokus lag auch darauf, das Gegenpressing vorzubereiten – mit vielen Spielern in Ballnähe, um das Spielgerät schnell zurückzuerobern. Nach außen gibt ein Testspiel nicht viel her, aber nach innen war das für uns sehr wichtig.“

Backhaus betonte, dass die Einheit vor allem genutzt wurde, um „an uns selbst“ zu arbeiten, da durch den Trainerwechsel in Düsseldorf keine klare taktische Erwartung bestand.

Eine klare Spielidee – und Geduld im Prozess

Im Verlauf der Pressekonferenz sprach Backhaus auch grundsätzlich über seinen Ansatz und die Entwicklung der Mannschaft:

„Ich denke, ich habe den Job hier bekommen, weil ich eine klare Idee von Fußball habe, die zu einem Standort wie Braunschweig passt. Wir reden über ein Spiel, bei dem eine Mannschaft mit rund 20 Millionen Marktwert auf eine mit rund 33 Millionen trifft. Wo soll da Chancengleichheit herkommen, wenn nicht über Intensität, Organisation und Pressing?“

Er erinnerte daran, dass die Eintracht ein Team im Umbruch sei – viele Spieler des aktuellen Kaders standen im Vorjahr noch nicht in Braunschweig unter Vertrag:

„So ein Prozess braucht Zeit. Am Anfang wurden die Ergebnisse vielleicht etwas zu sehr gefeiert, und danach waren die Reaktionen auf Niederlagen zu negativ. Wir bleiben bei uns, konzentrieren uns auf spielerische Entwicklung und Stabilität.“

Die Fortschritte seien im Training deutlich sichtbar:

„Wer sich heute eine Einheit anschaut, sieht völlig andere Abstände, andere Reaktionen nach Ballverlust. Leider konnten wir das in den vergangenen Wochen noch nicht auf den Platz bringen. Aber das wächst zusammen – und dafür braucht es Geduld.“

Am Freitagabend (18.30 Uhr, Merkur Spiel-Arena) eröffnet die Eintracht den 9. Spieltag der 2. Bundesliga. Nach zuletzt vier Ligaspielen ohne Sieg soll der Auftritt bei der Fortuna den Umschwung bringen – getragen vom neuen Selbstvertrauen aus dem Magdeburg-Test und einem gewachsenen Mannschaftsgefühl.

„Wir wissen, was uns erwartet – aber wir wissen auch, dass wir als Team auf dem richtigen Weg sind“, so Backhaus abschließend.