2026-03-25T14:09:28.761Z

Allgemeines

Siegtreffer in der Nachspielzeit: Türkiyemspor feiert vor Mega-Kulisse

In Unterzahl schoss Calvin Möser den entscheidenden 3:2-Siegtreffer in der Nachspielzeit für Türkiyemspor Essen, das damit das Gipfeltreffen gegen Al-ARZ Libanon mit der letzten Spielszene gewann. 1000 Zuschauer - oder vielleicht noch ein paar mehr - verfolgten die Partie, die womöglich der Vorbote im Aufstiegskampf sein könnte.

von Markus Becker · Heute, 19:26 Uhr · 0 Leser
Türkiyemspor jubelt, AL-ARZ ist am Boden.
Türkiyemspor jubelt, AL-ARZ ist am Boden. – Foto: Markus Becker

Schon vor der Partie deutet sich eine zahlreiche Zuschauerschaft an, die sich für das Gipfeltreffen in der A-Liga interessieren würde. Lange vor Spielbeginn wurde schon die magische Marke von 1000 Zuschauern erreicht. Um Konfliktpotenzial zu minimieren, wurden alle Unterstützer der beiden Teams auf gegenüberliegenden Spielseiten platziert.

Lambordi besorgt das 1:0

In den Anfangsminuten mussten sich die beiden Teams zunächst noch zurechtfinden. Viele Stockfehler und prägten die den Start in die Partie, echter Spielfluss kam dabei nicht besonders auf. Dafür machten der Anhang auf beiden Seiten jeweils ordentlich Lärm. Der erste Treffer der Partie hat sich somit auch nicht wirklich angedeutet. Joel Lambordi brachte die Helmut-Rahn-Anlage zum ersten Mal an diesem Nachmittag zum Beben (13.). In der Folge konnte sich Al-ARZ jedoch kein nennenswertes Übergewicht erspielen. Türkiyemspor hielt weiter auf Augenhöhe dagegen, konnte sich letztlich aber beim Gegner bedanken. Hassan Madani hatte seinen Schlussmann Issa Fakhro bei einem Rückpass an der falschen Stelle verortet, so trudelte das Leder in gefühlter Zeitlupe über die Linie (29.). Die Hausherren nahmen den Schwung vom Ausgleichstreffer mit, fanden vermehrt in die gegnerische Hälfte. Den gefährlichsten Versuch darunter feuerte Berkan Kiris ab, Fakhro entschärfte jedoch per Flugparade.

So deutete sich ein eigentlich verdienter 1:1-Pausenstand an, doch Al-ARZ durchbrach noch ein entscheidendes Mal die letzte Abwehrreihe des SC. Lombardi hatte nur noch den gegnerischen Torwart vor sich und wurde bei seinem Abschlussversuch entscheidend gestört. Die Folge war Elfmeter, den Khaled El-Zein souverän verwandelte (45.).

El-Zein sorgte für die zwischenzeitliche 2:1-Führung vom Elfmeterpunkt.
El-Zein sorgte für die zwischenzeitliche 2:1-Führung vom Elfmeterpunkt. – Foto: Markus Becker

Türkiyemspor im zweiten Durchgang zunächst stärker

Nach dem Seitenwechsel war Türkiyemspor zunächst das spielbestimmende Team und drängte zunehmend auf den erneuten Ausgleich. Zunächst vergab Emre Ayan noch freistehend vor Fakhro (52.), wenig später sorgte Berkan Kiris mit einem direkten verwandelten Freistoß für den erneuten Gleichstand (54.). Die Hausherren hatten damit auch eigentlich erstmal das Heft des Handelns in die Hand, doch brachten sich kurz darauf selbst in die Bredouille. Özkan Akcapinar ließ sich zu einem recht plumpen Foul an der Mittellinie verleiten. Da er schon bereits verwarnt war, musste der 30-Jährige knapp 20 Minuten vor Schluss per Ampelkarte das Feld verlassen (66.).

Es war ein knallharter Kampf zwischen den beiden A-Liga-Top-Teams.
Es war ein knallharter Kampf zwischen den beiden A-Liga-Top-Teams. – Foto: Markus Becker

Chancenwucher fliegt AL-ARZ um die Ohren: Möser trifft in der Nachspielzeit

Mit einem Mann mehr gingen Feldvorteile daraufhin wenig überraschend an AL-ARZ, die sich lange Zeit aber keine klaren Möglichkeiten erspielen konnte. Gleichzeitig spielte Türkiyemspor auch zunehmend auf Zeit. Es ging in die Nachspielzeit und plötzlich regnete es Großchancen für die Gäste. Der eingewechselte Mounir Khodr (90.+1, 90. +2) und Kim Dedek scheiterten jedoch entweder am Pfosten oder am stark aufgelegten Orkun Oktay. Die Gäste drängten derart intensiv auf den Siegtreffer, dass sie kurzzeitig auch das eigene Abwehrspiel vergaßen. Und diese eine Situation sollte Türkiyemspor reichen. Burak Bayram steckte auf Calvin Möser durch, der Fakhro umkurvte und zur allgemeinen Ekstase ins leere Tor einschob (90.+9). Daraufhin brachen alle Dämme. Hunderte Zuschauer fluteten das Feld, die Partie wurde direkte darauf auch abgepfiffen.

Für den Aufstiegskampf hat das Endergebnis womöglich entscheidende Folgen. Türkiyemspor ist nun mit vier Punkten Vorsprung auf Platz eins. AL-ARZ muss sich als ärgster Verfolger schnellstmöglich aufrappeln, um noch einmal für Spannung zu sorgen.

Türkiyemspor Essen – AL-ARZ Libanon 3:2
Türkiyemspor Essen: Orkun Oktay, Kubilay Kirlangic, Burak Bayram, Vitalij Nazarov, Özkan Akcapinar, Onur Caparlar (76. Avdulj Kasumov), Ivan Wetshemungu, Hussein Zeaiter, Berkan Kiris, Emre Ayan, Özgür Akcapinar (69. Cemal Saat) - Trainer: Yunus Bucuka - Trainer: Hasan Fidan
AL-ARZ Libanon: Issa Fakhro, Hassan Madani, Clouis Fon, Khaled El-Zein, Lars Anhalt, Kim Dedek, Bilal Abdallah (42. Mounir Khodr), Mohammed Mustapha, Evangelos Mitsiotis (78. Ahrif Wendt), Mohamed El-Zein (58. Issa Allouche), Antonio Lombardi - Trainer: Ibrahim Ramadan
Schiedsrichter: Cristian Bock - Zuschauer: 1000
Tore: 0:1 Joel Lombardi (13.), 1:1 Hassan Madani (20. Eigentor), 1:2 Khaled El-Zein (45. Foulelfmeter), 2:2 Berkan Kiris (54.), 3:2 Calvin Möser (90.+9)
Gelb-Rot: Özkan Akcapinar (66./Türkiyemspor Essen/)