
Der Siegburger SV hat sich in der ersten Runde des Mittelrheinpokals mit 3:2 gegen den SSV Bornheim durchgesetzt. Dabei erwischten die Gastgeber einen denkbar schlechten Start und lagen bereits nach neun Minuten mit 0:2 zurück. Anschließend zeigte die Mannschaft von Trainer Alexander Otto jedoch eine starke Reaktion und drehte die Partie noch zu ihren Gunsten.
Bornheim begann mutig und belohnte sich früh. Bereits in der dritten Minute brachte Stein die Gäste mit 1:0 in Führung. Nur sechs Minuten später legte Abresch nach und sorgte für den perfekten Start des Außenseiters. „Wir sind denkbar schlecht ins Spiel gestartet und Bornheim hat mit den ersten beiden gefährlichen Angriffen direkt zwei Tore erzielt“, analysierte Siegburgs Trainer Alexander Otto nach der Partie.
Trotz des frühen Rückstands verlor Siegburg nicht die Kontrolle. Die Gastgeber blieben ruhig und kamen zunehmend besser in die Partie. In der 16. Minute verkürzte Dang auf 1:2 und brachte den Favoriten damit wieder heran. Für Otto war genau diese Reaktion der entscheidende Faktor. „Wir sind ruhig geblieben, haben uns zurück ins Spiel gearbeitet und es am Ende noch gedreht“, sagte der Trainer.
Bornheim hielt dem zunehmenden Druck jedoch lange stand. Trainer Andreas Biermann zeigte sich mit der Umsetzung des eigenen Matchplans zufrieden. Seine Mannschaft habe genau das geschafft, was sie sich vorgenommen hatte: Siegburg unangenehm zu bespielen, eigene Akzente zu setzen und dem Favoriten wehzutun. „Wir wollten unseren Stempel aufdrücken, wir wollten unsere Momente haben mit und gegen den Ball“, erklärte Biermann. Der Blitzstart mit zwei Treffern sei dabei nahezu optimal gewesen.
Kurz nach Wiederanpfiff bot sich Bornheim sogar die große Chance auf das 3:1. Nach einem Konter lief der SSV in Überzahl auf das Siegburger Tor zu, entschied sich jedoch für den Abschluss statt für den Querpass und ließ die Gelegenheit liegen. Wenig später folgte die Strafe. In der 52. Minute erzielte Jo den 2:2-Ausgleich. Für Biermann war dies eine der Schlüsselszenen des Spiels. „Wir können das 3:1 machen und dann passiert gefühlt eine Minute später das 2:2 im Gegenzug“, sagte der Bornheimer Trainer.
Die Entscheidung fiel schließlich in der 82. Minute. Sakamaki traf zum 3:2 und vollendete damit die Siegburger Aufholjagd. Biermann haderte dabei mit den Umständen rund um den Gegentreffer. Ein Bornheimer Spieler war zuvor nach einem Zweikampf über die Seitenlinie geraten und durfte nach Aussage des Trainers zunächst nicht wieder auf das Feld zurückkehren. Genau über diese Seite leitete Siegburg anschließend den entscheidenden Angriff ein. „Also das habe ich bisher noch nie gesehen" sagte der Coach der Bornheimer.
Trotz des Rückstands gab Bornheim nicht auf. In der Schlussphase hatten die Gäste noch eine große Gelegenheit zum Ausgleich, doch der Siegburger Torhüter verhinderte mit einer überragenden Parade das 3:3. Am Ende blieb es beim knappen Erfolg für den Gastgeber.
Siegburgs Trainer Otto zeigte sich vor allem mit der mentalen Reaktion seines Teams zufrieden. „So ein 3:2 nach diesem Start zeigt, dass die Mannschaft Charakter hat und auch mit schwierigen Situationen umgehen kann“, erklärte er.
Bornheims Trainer Biermann konnte der Niederlage ebenfalls viel Positives abgewinnen. Seine Mannschaft habe Haltung gezeigt und sich gegen einen ambitionierten Ligakonkurrenten keineswegs versteckt. „Wir haben unseren Stempel irgendwo auf dem Spiel hinterlassen“, sagte Biermann. Nun gelte es, auf der Leistung aufzubauen und den Fokus auf den Ligastart zu richten.