
Die Serie will kein Ende nehmen: Die SG Schneifel setzte sich am Mittwochabend auch gegen Aufstiegsfavorit Rot-Weiss Wittlich durch. Dank des 2:1 und damit 17. ungeschlagenen Spiels in Folge hat sich das Team von Trainer Stephan Simon nun selbst an die Tabellenspitze herangepirscht – und liegt nur noch drei Zähler hinter den auf Rang zwei notierten Säubrennern und einen weiteren hinter Spitzenreiter Ahrweiler BC.
Die Gäste versuchten es auf dem schmalen Platz in Auw bei Prüm immer wieder mit Chipbällen über die Abwehr – und hätten damit fast bereits in der zweiten Minute durch Yannick Lauer Erfolg gehabt. Wenige Minuten später gingen dann aber die Vereinigten aus Stadtkyll, Auw, Ormont, Hallschlag, Esch und Feusdorf in Führung: Per Konter war Philipp Bück nach Zuspiel von Simon Reetz mit einem halbhohen Schuss aus 25 Metern erfolgreich (8.). „Ein ganz tolles Tor“, schnalzte Simon in der Nachbetrachtung mit der Zunge.
Die Abwehr der Schneifeler stand wie gewohnt kompakt. Jan Pidde verpasste zweimal eine Resultatserhöhung (9., 22.). Diese gelang dann Khaen Fuchs per Elfmeter, nachdem Pidde von Nicolae Stefan gefoult worden war (29.). Aus Wittlicher Sicht war der Strafstoß "fragwürdig", so Trainer Fahrudin Kuduzovic.
„Das ging zu diesem Zeitpunkt in Ordnung. Wittlich strahlte bis dahin nicht die Power aus wie sonst. Wir hatten das Geschehen im Griff“, meinte Simon.
Doch Rot-Weiss schlug sieben Minuten später zurück. Am Strafraum bekam die Sportgemeinschaft den Ball nicht geklärt. Christopher Bibaku kam zentral an der Strafraumgrenze zum Abschluss, wobei Dans Spruds den Ball noch abfälschte – Schlussmann Dennis Koziol war machtlos (36.).
Wittlich wurde vor 450 Zuschauern im zweiten Durchgang dominanter und forcierte das Spiel über die Flügel. Besonders Mohammad Rashidi stellte Marlon Stolz auf der linken Abwehrseite vor einige Probleme. Als Stolz und Michael Zeimmes den quirligen Rot-Weiss-Akteur regelwidrig im Strafraum in die Zange nahmen, gab es Elfmeter für die Gäste. Doch Ömer Kahyaoglu scheiterte an Koziol, der den flach nach rechts geschossenen Ball sogar festhalten konnte (76.). Hinter dieser Parade steckte System, wie Simon verriet: „Wir haben uns das eine oder andere Video von seinen Elfern angeschaut – und ein bestimmtes Muster erkannt …“
Statement von Schneifel-Trainer Stephan Simon (Facebook)
Die Partie unter der Leitung von Oberliga-Schiedsrichter Luis Herrig war fair. Dennoch musste Wittlichs Torwarttrainer Daniel Ternes kurz vor Schluss mit Gelb-Rot wegen Meckerns aus dem Innenraum (84.). Die Bank der Gäste war diesmal anders bestückt: Trainer Fahrudin Kuduzovic durfte offiziell nicht coachen und wirkte nur im Hintergrund, nachdem er am Sonntag zuvor beim 1:0 gegen den TuS Immendorf die Rote Karte gesehen hatte. Als erster Kuduzovic-Vertreter stand Kevin Arbeck an der Seitenlinie.
Wittlich drückte und drängte am Ende, hatte durch Maximilian Uhlig noch die Chance zum 2:2, kam aber ebenso wenig zu einem weiteren Torerfolg wie die konternden Schneifeler.
„Unverdient war das nicht. Wir haben die erste Hälfte spielerisch dominiert, Wittlich die zweite – aber da haben wir gut gekämpft“, befand Simon.
Sein Pendant Kuduzovic meinte: "Es war ein sehr schwieriger Abend und ein hartes Spiel in Schneifel – genau wie erwartet. Wir kamen zu langsam ins Spiel und waren in den ersten 15 Minuten nicht aggressiv genug. Taktisch waren wir dann nicht gut genug in dem, was wir geplant hatten." Selbstkritisch räumte "Faz" ein: "Es hat uns auch nicht geholfen, dass ich gesperrt war und nicht an der Seitenlinie stehen konnte. Das war ein weiterer Faktor, der uns wahrscheinlich etwas gekostet hat."
Die bislang so starke Saison wollen die Schneifeler nun am Samstag ab 15 Uhr mit einem weiteren Dreier im Auswärtsspiel beim TuS Immendorf fortsetzen und ein erfolgreiches Jahr krönen. „Uns erwartet eine Mannschaft, die viel presst und Hektik verbreitet, gepaart mit Stimmung von außen. Das wird für uns schwer, weil ich gemerkt habe, dass wir gegen Rot-Weiss die letzten 20 Minuten kräftemäßig auf dem Zahnfleisch gegangen sind“, sagt Simon. Er hofft, „dass wir den Spirit aus der englischen Woche mit nach Koblenz nehmen“.
Das abschließende Wittlicher Duell vor der Winterpause steigt am Sonntag ab 15 Uhr beim VfB Linz.
SG Schneifel – SV Rot-Weiss Wittlich ⇥2:1 (2:1)
Schneifel: Dennis Koziol - Philipp Bück, Davis Spruds, Dans Spruds, Nicolas Görres, Udo Backes, Simon Reetz (72. Nicolaas Swart), Khaen Fuchs (88. BEn Kerner), Marlon Stolz, Jan Pidde, Michael Zeimmes.
RW Wittlich: Philipp Berhard - Nicolae Stefan (88. Euri Ferrer Perez), Gabriel Harig, Ayman Habbouchi, Anton Moroz, Ömer Kahyaoglu, Alexander Klein (77. Ralf Rizvani), Jonas Ercan (65. Daniel Littau), Mohammad Rashidi, Yannick Lauer (88. Meliani Saim), Christopher Bibaku (74. Maximilian Uhlig).
Schiedsrichter: Luis Herrig (Föhren) - Zuschauer: 450
Tore: 1:0 Philipp Bück (8.), 2:0 Khaen Fuchs (29. Foulelfmeter), 2:1 Christopher Bibaku (36.)
Gelb-Rot: Daniel Ternes (84./Torwarttrainer RW Wittlich)
Bes. Vork.: Ömer Kahyaoglu (SV Rot-Weiss Wittlich) scheitert mit Foulelfmeter an Torwart Dennis Koziol (76.).