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Spielvorbericht

Showdown am Tabellenende

In der Landesklasse 2 treffen am Samstag die beiden aktuell formschwächsten Teams aufeinander. Wer aus diesem Spiel punktlos hervorgeht, erlebt einen herben Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt, während sich der Sieger berechtigte Hoffnungen auf den Ligaverbleib machen darf.

von Christopher Plischka · 21.03.2025, 18:00 Uhr · 0 Leser
Auleben-Trainer Enrico Leifheit (2.v.l.) braucht mit seiner Mannschaft dringend ein Erfolgserlebnis. Der letzte Sieg gelang am 02.11.2024.
Auleben-Trainer Enrico Leifheit (2.v.l.) braucht mit seiner Mannschaft dringend ein Erfolgserlebnis. Der letzte Sieg gelang am 02.11.2024. – Foto: Pauline Hankel

Mit Sven Münster präsentierte der SC Leinefelde in der vergangenen Woche seinen neuen Cheftrainer, der die Mission Klassenerhalt mit einer großen Portion Euphorie und Optimismus ins Visier nimmt. Sein Gegenüber Enrico Leifheit zieht seine Kraft aus dem bedingungslosen Kampf bis zum bitteren Ende, so wie in der Vorsaison als der damalige Liga-Neuling den Klassenerhalt am letzten Spieltag feiern durfte.

Im Abstiegskampf zieht man seine Kraft normalerweise aus den Grundtugenden Einsatz, Willen, Leidenschaft. Leinefelde hat mit Neu-Trainer Sven Münster auch noch eine sehr große Portion Emotionalität und Euphorie hinzubekommen. Sie könnte im Abstiegskampf den Ausschlag geben, denn der SC ist für den 51-Jährigen mehr als nur die Mission Klassenerhalt. "Ich war 21 Jahre als Fußballtrainer aktiv und durfte einige Erfolge mit diversen Mannschaften feiern. Dann musste ich auch aufgrund beruflicher Umstände eine Pause einlegen, war dem Fußball aber nie fern. Nach 7 Jahren Inaktivität habe ich nun der Anfrage von Leinefelde nachgegeben, weil es für mich eine Herzensangelegenheit ist, da ich beim SC meine erste Station als Jugendtrainer hatte. Ich liebe den Fußball und lebe für den Fußball und trotz der schwierigen Situation mit vielen Verletzungen glaube ich zutiefst an den Klassenerhalt und an die Qualität der Mannschaft." so Münsters Worte nach nur einer Woche im Amt. Dass hier jemand mit voller Leidenschaft dabei ist, merkt man sofort.

"Ich glaube das wird ne gute Geschichte!"

Ist dem SC bei der Trainersuche womöglich ein Glücksgriff gelungen, der den Glauben an den Ligaverbleib direkt auf die Mannschaft übertragen kann? "Ich bin ein sehr enthusiastischer Mensch, kann aber nichts garantieren. Wir können in der kurzen Zeit, die uns bleibt, hier wirklich etwas erreichen können. Ich versuche mit meiner Euphorie und mit meinem positiven Denken die Mannschaft aufzubauen und auf den Wert zu heben, auf dem sie sind." sagt der gebürtige Worbiser, der mittlerweile in Leinefelde wohnhaft ist. Er hat mit dem Verein ein Engagement bis zum Saisonende vereinbart. Welches Szenario am Ende eintrifft, ist seines Erachtens weniger wichtig als die Art und Weise wie man als Verein am Ende damit umgeht. "Ich habe für die nächsten 11 Spiele bis zum Saisonende zugesagt, mache heute mein drittes Training und sehe sehr viel Spaß und Freude in den Augen der Spieler. Ich glaube das wird ne gute Geschichte. Ich bin auf alles vorbereitet, sowohl auf das Positive als auch auf das kurzfristig Negative. Ich bin überzeugt, dass wir das alles gut meistern werden und der SC Leinefelde bald wieder den Stellenwert haben wird, den er sich verdient hat im Thüringer Fußball. Selbst wenn der Abstieg nicht verhindert werden kann, glaube ich nicht, dass der Verein daran kaputt geht. Man muss dann aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und sich auf solchen Szenarien wie Klassenerhalt oder auch den Verlust der Klasse vorbereiten. Wir müssen uns intensiv damit beschäftigen, dann werden wir am Ende der Saison als Sieger herausgehen. Egal ob Neuanfang mit dem Ziel des direkten Wiederaufstiegs oder im Falle des Klassenerhalts und einer Konsolidierung mit einem klaren Blick nach vorne." äußert sich Sven Münster zur aktuellen Situation, schaut aber auch schon ein wenig über den Tellerrand hinaus.

"Wir werden niemals aufgeben gegen den Abstieg zu kämpfen!"

Auf ein weiteres Happy-End am Saisonende hofft auch Enrico Leifheit. Er weiß, dass die Chance bis zum Ende besteht und will auch bei einer Niederlage von einem verpassten letzten Strohhalm nichts wissen: "Ich denke nicht, dass dieses Spiel ein letzter Strohhalm für uns bedeutet. Es ist uns aber durchaus klar, dass es richtungsweisend für uns sein wird. Sollten wir ohne zählbaren Erfolg aus Leinefelde zurückkommen, werden wir noch eine ganze Weile im Abstiegskampf zu tun haben und müssen die Trendwende in einem der nächsten Spiele erarbeiten. Eines ist gewiss: Wir werden niemals aufgeben gegen den Abstieg zu kämpfen! Das ist unser Anspruch. Das war er in der letzten Saison und das ist er auch in dieser Saison."

Die aktuelle Situation stellt in Auleben niemanden zufrieden, aber mit aktuell 15 Punkten hat man im Grunde auch nur einen Zähler weniger als zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison. Am Ende holte man in den verbleibenden 11 Spielen fantastische 22 Punkte und und stand mit 38 Punkten am Ende über dem Strich. Dass dieser Endspurt erneut gelingt, darauf kann man sich freilich nicht verlassen. Gerade weil die aktuelle Situation eigentlich nicht zur Euphorie einlädt. "Unser Problem zur Zeit ist wirklich dass wir im Kader erhebliche Ausfälle haben und jede Woche die Positionen so umstellen müssen, dass wir uns nicht vernünftig einspielen könne. Des Weiteren sind einige Leistungsträger nicht vorhanden, was sich ebenfalls auswirkt, aber die Stimmung in der Mannschaft ist trotz der Situation gut und wir arbeiten intensiv daran wieder zu alter Stärke zurückzufinden. Die Hoffnung, dass wir die Trendwende schaffen, hat jeder in der Mannschaft und im Verein so dass wir geschlossen dieses Ziel verfolgen." so Leifheit, der in Hinblick auf das Auswärtsspiel in Leinefelde auf die Rückkehr des nötigen Spielglücks hofft, welches seiner Mannschaft zuletzt immer öfter verwehrt blieb. "Im letzten Spiel gegen Grußrudestedt haben nur Kleinigkeiten das Spiel entschieden, aber leider nicht für uns. Deshalb werden wir jetzt am Wochenende wieder alles daran setzen erfolgreich zu sein. Leider schauen wir immer noch auf viele Spieler, die uns nicht zur Verfügung stehen und jetzt kommt noch dazu, dass wir beim Gegner auf Kunstrasen spielen werden, was für uns eine erhebliche Umstellung darstellt. Das sind alles Faktoren die ein Spiel beeinflussen können, aber die Einstellung und Leistungsbereitschaft unserer Mannschaft dieses Wochenende nicht negativ beeinflussen sollten. Wir werden versuchen das Spiel so lange wie möglich offen zu gestalten um am Ende erfolgreich aus dem Eichsfeld zurückzukehren."

Sollte dem SV National Auleben dies nicht gelingen, wäre dann ein Trainerwechsel wie ihn andere Vereine vollzogen haben ein Thema? Hierzu gibt Enrico Leifheit eine klare Aussage, sodass man davon ausgehen kann, dass sie sich Wege von ihm und seiner Mannschaft zumindest kurzfristig keinesfalls trennen werden. "Selbstverständlich bin ich für den sportlichen Erfolg verantwortlich, dass ist auch mir bewusst. Ich habe auch dahingehend ein Gespräch geführt wo mir der Vorsitzende auch klar mitgeteilt hat, dass Mannschaft und Verein und das Trainerteam gemeinsam den Weg gehen und davon überzeugt sind, dass wir wieder erfolgreich sein werden."