
Der SGV Freiberg geht als feststehender Vizemeister in den letzten Spieltag der Regionalliga Südwest. Was lange nach einem möglichen Aufstieg aussah, ist nach einer schwachen Phase im Saisonendspurt auf Rang zwei zusammengeschrumpft. Die sportliche Enttäuschung über den verpassten großen Wurf bleibt, auch wenn die Platzierung für den Verein weiterhin außergewöhnlich ist. Beim bereits abgestiegenen Bayern Alzenau geht es deshalb weniger um die Tabelle als um die Frage, wie diese Saison zu Ende gebracht wird.
Die Lage vor dem Finale
An der Ausgangslage hat sich vor dem 34. Spieltag nichts mehr geändert. Großaspach steht als Aufsteiger fest, Freiberg kann den zweiten Platz weder verbessern noch verlieren. Mit 61 Punkten und 65:35 Toren bleibt die Bilanz stark, sie wirkt nur deshalb weniger glänzend, weil die Mannschaft zwischenzeitlich einen deutlich größeren Vorsprung an der Spitze besaß. Das letzte Saisonspiel bekommt damit vor allem symbolische Bedeutung.
Der Rückschlag gegen Sandhausen
Am vergangenen Spieltag unterlag der SGV zuhause dem SV Sandhausen mit 1:2. Dabei begann die Partie günstig, weil Matt-Brahan Zié bereits in der 2. Minute zur Führung traf. Doch Sandhausen glich früh durch einen Foulelfmeter von Pascal Testroet aus und drehte das Spiel noch in der ersten Halbzeit durch Marvin Schulz. Freiberg kontrollierte danach vieles, blieb im letzten Drittel aber erneut zu harmlos. Auch diese Niederlage passte damit in das Bild einer Mannschaft, der im Saisonfinale die frühere Klarheit verloren gegangen ist.
Alzenau ohne Rettungschance
Bayern Alzenau steht bereits vor dem letzten Spieltag als Absteiger fest. Die Mannschaft hat 26 Punkte gesammelt und weist mit 42:71 Toren eine klare Negativbilanz auf. Auch das 2:5 in Homburg zeigte zuletzt, dass Alzenau offensiv zwar Momente hat, defensiv aber zu anfällig bleibt. Für Freiberg ist das eine Partie, in der die Favoritenrolle eindeutig verteilt ist. Gerade deshalb wird es darauf ankommen, die Begegnung von Beginn an seriös und konzentriert anzugehen.
Mehr als nur ein Pflichttermin
Für den SGV ist der Ausflug nach Alzenau der letzte Versuch, einer starken, aber unbefriedigend auslaufenden Saison einen sachlichen Abschluss zu geben. Die Vizemeisterschaft bleibt ein beachtliches Ergebnis, verliert aber durch den Verlauf der Rückrunde einen Teil ihrer Strahlkraft. Ein souveräner Auftritt am letzten Spieltag könnte daran nichts Grundsätzliches ändern, aber wenigstens den letzten Eindruck korrigieren. Nach den verpassten Chancen der vergangenen Wochen wäre schon das ein sinnvoller Ertrag.