
Der SGV Freiberg geht als feststehender Vizemeister in den vorletzten Spieltag der Regionalliga Südwest. Nach dem 2:0 in Fulda hat die Mannschaft Rang zwei endgültig abgesichert, auch wenn der Aufstieg längst außer Reichweite ist. Die Rückrunde hat eine Saison, die zwischenzeitlich historische Konturen trug, deutlich eingetrübt. Gegen den SV Sandhausen bietet sich nun die Gelegenheit, den Heimspielabschluss mit einem stabilen Auftritt zu verbinden.
Die veränderte Perspektive
Die große Entscheidung an der Spitze ist gefallen. Großaspach steht vorne, Freiberg folgt mit 61 Punkten auf Rang zwei und kann weder noch einmal angreifen noch selbst verdrängt werden. Damit hat sich die Lage vor den letzten beiden Spielen verändert: Es geht nicht mehr um die entscheidenden Tabellenbewegungen, sondern um die Frage, wie diese Saison sportlich zu Ende geführt wird. Gerade nach dem Einbruch der vergangenen Wochen ist das für den SGV mehr als eine formale Aufgabe.
Der Sieg von Fulda
In Fulda gelang Freiberg zuletzt ein Arbeitssieg, der vor allem von Disziplin und Konsequenz lebte. Gal Grobelnik brachte den SGV kurz vor der Pause in Führung, Matt-Brahan Zié entschied die Partie tief in der Nachspielzeit. Dazwischen musste Freiberg eine lange Druckphase des Gegners überstehen und nach der Roten Karte gegen Tim Schmidt sogar in Unterzahl verteidigen. Der Erfolg war deshalb weniger glänzend als wichtig, weil er nach mehreren Rückschlägen wenigstens wieder ein belastbares Resultat brachte.
Sandhausen als ernsthafte Aufgabe
Der Gegner reist trotz der Niederlage gegen Schott Mainz mit hoher Qualität an. Sandhausen belegt mit 51 Punkten Rang sechs und hatte im Hinspiel bereits gezeigt, wie unangenehm diese Mannschaft für Freiberg werden kann. Damals entschied ein Treffer von Pascal Testroet die Partie zugunsten der Kurpfälzer. Auch jetzt dürfte Sandhausen ein Gegner sein, der strukturiert verteidigt und in engen Spielen auf einzelne Momente setzt. Für Freiberg bedeutet das, noch einmal die nötige Präzision und Wachsamkeit aufzubringen.
Mehr als nur ein Ausklang
Der SGV kann die schwache Rückrunde nicht mehr ungeschehen machen, wohl aber den letzten Eindruck beeinflussen. Ein Heimsieg gegen Sandhausen würde nichts Grundsätzliches mehr an der Saisonbilanz ändern, aber er könnte helfen, den Schlussakkord sachlicher und versöhnlicher zu gestalten. Die Vizemeisterschaft ist angesichts des Saisonverlaufs kein geringer Ertrag, auch wenn sie sich nach der zwischenzeitlichen Ausgangslage anders anfühlt. Nun geht es darum, den eigenen Anspruch in den letzten beiden Spielen noch einmal sichtbar zu machen und die Saison nicht weiter ausfransen zu lassen.