
Mit großer Leidenschaft und taktischer Disziplin hat sich die TSG Backnang beim 1:1 beim ambitionierten VfR Mannheim zum Auftakt der Oberliga Baden-Württemberg einen Punkt erkämpft. Der Außenseiter überzeugte mit mannschaftlicher Geschlossenheit und verteidigte konsequent gegen den hohen Favoriten – auch wenn eine schwere Verletzung den gelungenen Auftakt überschattete.
Frühe Führung nach starker Anfangsphase
Backnang war vom Anpfiff an präsent. „Die Mannschaft war auf dem Punkt da, Vorbereitung hin oder her, Ergebnisse. Man hat halt schon gemerkt, dass es wieder was ganz anderes ist, dass der Liga-Alltag ruft“, sagte Trainer Mario Marinic. Die TSG agierte konzentriert, zweikampfstark und taktisch diszipliniert. „Die Mannschaft hat es überragend gemacht von der ersten Minute weg. Die Tugenden auf den Platz gebracht, die es gerade heute gegen so einen Gegner braucht.“ In der 23. Minute belohnte sich die TSG: Fabijan Domic traf nach einer Standardsituation zur Führung. „Uns glückt eigentlich mit der ersten guten Aktion durch den Eckball der Führungstreffer.“
Hohes Tempo des Favoriten verlangt alles ab
Mannheim übernahm danach zunehmend die Spielkontrolle. „Man hat aber schon gemerkt, dass natürlich Mannheim unglaublich viel individuelle Klasse auf den Platz bringen kann und selbst auch von der Bank nachlegen kann“, erklärte Marinic. Die TSG verteidigte leidenschaftlich. „Wir mussten wirklich Schwerstarbeit verrichten gegen den Ball und wichtig war, dass wir so gut wie keine eigenen Fehler produzieren. Das ist uns heute gelungen.“
Ausgleich trotz hohem Widerstand
In der zweiten Halbzeit erhöhte Mannheim den Druck spürbar. „Dass natürlich der Druck zugenommen hat in der zweiten Halbzeit, da hat Mannheim sehr viel investiert, hatten gute Möglichkeiten. Folgerichtig fällt auch das 1:1“, so Marinic. Der Ausgleich durch Enes Olgun Tubluk in der 74. Minute war verdient, änderte aber nichts am Kampfgeist der Gäste.
Umschaltmomente bleiben ungenutzt
Backnang hatte nach dem Ausgleich noch eigene Chancen. „Wir im Gegenzug hatten dann auf jeden Fall noch zwei, drei gute Umschaltmomente, die wir leider nicht sauber zu Ende spielen und eine falsche Entscheidungsfindung haben im letzten Drittel.“ Auch in der Schlussphase verteidigte die TSG mit allem, was zur Verfügung stand. „Wir haben uns auch wirklich am heutigen Tag das Glück erarbeitet.“
Leidenschaft mit Schattenseite
Die kämpferische Leistung stimmte. „Es gibt einen Spruch, Leidenschaft kommt von Leiden. Und das mussten die Jungs wirklich in der zweiten Halbzeit, weil das Mannheim auch sehr gut gemacht hat“, sagte Marinic. Er zeigte sich zufrieden: „Wir gehen erhobenen Hauptes runter mit einem verdienten, nicht unverdienten Punktgewinn.“
Sorge um Vincent Sadler
Überschattet wurde der couragierte Auftritt von der Verletzung von Vincent Sadler. „Einziger Wermutstropfen ist die schwere Verletzung von Vincent Sadler. Da muss man nach einer halben Stunde reagieren.“ Die genaue Diagnose steht noch aus. „Ich hoffe einfach, dass die Untersuchungen nicht das rauskommen, was wir befürchten. Denn dann wird man eine lange Ausfallzeit haben“, so Marinic. Der Auftakt war gelungen – doch die Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr des Leistungsträgers überlagert den sportlichen Teilerfolg.