
Der SGV Freiberg bleibt im Trainingslager in der Türkei auf Kurs und zeigt im zweiten Testspiel, dass die Mannschaft aus Rückschlägen lernen kann. Gegen den usbekischen Erstligisten FC Qizilqum erkämpfte sich der Tabellenführer der Regionalliga Südwest heute ein 1:1. Nach einem Gegentor zur Halbzeit der Partie beweist Freiberg Geduld – und wird spät belohnt.
Es war der nächste Härtetest, und er kam nicht ohne Vorzeichen. Bereits im Vorfeld war klar, dass dieses zweite Testspiel im Trainingslager keine einfache Aufgabe werden würde. Der FC Qizilqum aus der 1. Liga Usbekistans galt als körperlich robuster und intensiver Gegner – genau jener Typ Mannschaft, der einem Regionalligisten nicht nur technisch, sondern vor allem physisch alles abverlangt. Für Freiberg war es die nächste Gelegenheit, Feinabstimmung und Spielidee unter internationalen Bedingungen weiterzuentwickeln.
Schon die Umstände machten deutlich, dass dieses Trainingslager Flexibilität verlangt. Eigentlich war die Partie für den gestrigen Freitag angesetzt, doch starker Regen zwang zur Verschiebung. Gespielt wurde am heutigen Samstagmorgen im Fanatic Tour Belek Sport Center. Keine große Kulisse, kein Pflichtspielcharakter – aber ein Gegner, der die Intensität sofort hochhält.
Auf dem Platz entwickelt sich ein Spiel, das genau das widerspiegelt, was in dieser Phase zählt: Stabilität, Widerstandskraft und der Wille, trotz schwieriger Phasen die eigene Linie nicht zu verlieren. Qizilqum setzt den SGV unter Druck, zwingt zu vielen Zweikämpfen und macht deutlich, warum solche internationalen Vergleiche in einem Trainingslager wertvoll sind. Freiberg hält dagegen, sucht Lösungen im Aufbau und arbeitet daran, die Trainingsinhalte umzusetzen.
In der 30. Minute fällt das 0:1. Der usbekische Erstligist nutzt eine Situation konsequent und bringt den Tabellenführer der Regionalliga Südwest in Rückstand. Es ist ein Moment, der Erinnerungen an das erste Testspiel im Trainingslager wachruft – an das 2:3 gegen FK Dečić Tuzi, als Freiberg nach eigener Führung in der Schlussphase ein Spiel aus der Hand gab. Dieses Mal aber bleibt die Mannschaft stabil.
Freiberg lässt sich vom Rückstand nicht aus dem Konzept bringen. Die Partie bleibt intensiv, geprägt von hoher körperlicher Präsenz und einer Härte, die nicht jede Mannschaft in dieser Form gewohnt ist. Doch genau hier zeigt sich, wie wichtig Geduld in der Vorbereitung ist. Freiberg bleibt dran, hält die Ordnung und verliert den Glauben an die eigene Spielidee nicht.
Und dann kommt der Moment, der diesem Testspiel seinen Wert gibt. In der 70. Minute erzielt Meghôn Valpoort den Ausgleich zum 1:1. Der Treffer ist mehr als nur eine Ergebniskorrektur. Er ist Ausdruck einer Mannschaft, die sich nicht treiben lässt, sondern in einem zähen Spiel den Weg zurück findet. Der Ausgleich bringt Freiberg die verdiente Belohnung für einen Auftritt, der nicht spektakulär, aber konsequent war.
Am Ende bleibt es beim 1:1. Kein Sieg, aber ein Ergebnis, das in diesem Kontext Gewicht besitzt. Freiberg zeigt, dass die Mannschaft nicht nur offensiv Akzente setzen kann, sondern auch in einem körperbetonten Spiel gegen einen internationalen Gegner stabil bleibt. Der Tabellenführer der Regionalliga Südwest liefert damit die Antwort auf die Niederlage aus dem ersten Trainingslager-Test.